Winterspecial
Hier finden Sie die interessantesten News und Facts rund um die kalte Jahreszeit. Wo sich die besten Pisten befinden, wo am meisten Schnee liegt oder welche Wintersportarten Sie diese Saison unbedingt ausprobieren sollten.

Aktuelle Studie

19. Januar 2011 15:09; Akt: 19.01.2011 16:40 Print

Snowboarden ist «weniger tödlich» als Skifahren

Snowboarder verletzen sich öfter, Skifahrer dafür schwerer, so eine Langzeitstudie aus den USA. Es gibt aber auch gute Nachrichten für beide Typen Wintersportler.

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Alles halb so schlimm: Heute gehen Bindungen bei solchen Stürzen zuverlässig auf und viele Wintersportler tragen Schutzhelme. (Bild: Keystone/AP/David Zalubowski)

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Die Rivalität zwischen Skifahrern und Snowboardern ist eigentlich Schnee von gestern. Doch offenbar gibt es tatsächlich einen gewichtigen Unterschied zwischen den beiden Sportarten: Die Wahrscheinlichkeit und die Schwere eines Unfalls. Laut einem Bericht des britischen «Guardian» zeigen Langzeitstudien aus den USA, dass die Wahrscheinlichkeit, sich ernsthaft zu verletzen, beim Skifahren grösser ist. Leichte Verletzungen werden hingegen häufiger bei Snowboardern registriert.

Umfrage
Sind Sie beim Skifahren/Boarden schon einmal schwer verunfallt?
12 %
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2 %
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Insgesamt 7407 Teilnehmer

Jasper Shealy, Professor Emeritus am Rochester Institute of Technology, untersucht solche Unfälle seit vierzig Jahren. Er kam zum Schluss, dass Snowboarder sich zwischen fünfzig und sechzig Prozent häufiger verletzen. Doch die Wahrscheinlichkeit, auf der Piste zu sterben, liege rund 30 Prozent tiefer als bei Skifahrern. Die meisten Todesfälle von Skifahrern stammen von Kollisionen mit feststehenden Objekten bei relativ grosser Geschwindigkeit.

«Kanten wirken wie Bremsen»

Dass Skiunfälle seltener geworden sind, könnte laut Shealy damit zusammenhängen, dass Bindungen heute allgemein früher aufgehen. In den 70er-Jahren seien Beinbrüche noch verbreitet gewesen, weil die Bindungen im entscheidenden Moment geschlossen blieben. Heute seien solche Verletzungen «fast inexistent», sagte Shealy und fügte an: «Wenn ein Snowboarder fällt, wirken die Kanten wie eine Bremse auf dem Schnee. Natürlich kann das auch Brüche verursachen.» Gegenüber 20 Minuten Online erklärte er, dass seine Langzeitstudie bis und mit 2005 reicht. Was die Haupterkenntnis – prozentual mehr Snowboardunfälle, dafür schwerere Skiunfälle – anbelangt, habe er über die Jahre keine bedeutenden Verschiebungen feststellen können. So ist anzunehmen, dass sie auch heute noch gültig ist.

Der britische Profi-Snowboarder James Stentiford sagte gegenüber dem «Guardian»: «Beim Skifahren geht es um Geschwindigkeit, wer zuerst zu Hause ist. Snowboarder konzentrieren sich eher auf Manöver: Jumps und Tricks, die bei geringerer Geschwindigkeit gefahren werden. Natürlich ist es auch einfacher, sich dabei zu verletzen.»

Nicht alle sind mit den Ergebnissen der Langzeitstudie Shealys einverstanden. So kritisierte Cat Weakley vom Ski- und Snowboardmagazin des britischen «Daily Mail», keine der beiden Sportarten sei an sich gefährlicher als die andere. «Es kommt auf die Person des Skifahrers oder Snowboarders an – ob er oder sie vorsichtig oder waghalsig ist.»

Teure Skiunfälle

Diese Ansicht vertritt auch die Unfallversicherung Suva. Sprecher Erich Wiederkehr erklärte auf Anfrage von 20 Minuten Online: «Das Unfallrisiko lässt sich in allererster Linie durch das eigene Verhalten beeinflussen.» Trotzdem stützen die Daten der Suva die Erkenntnisse aus den USA teilweise. So verursachen Unfälle von Skifahrern durchschnittlich Kosten von 6300 Schweizer Franken, jene von Snowboardern hingegen 3300 Franken. Und während ein verunfallter Skifahrer durchschnittlich 22 Ausfalltage entschädigt bekommt, sind es bei den Snowboardern 13 Tage.

Das sind Indizien, dass der durchschnittliche Skiunfall tatsächlich schwerwiegender ausfällt als Snowboardunfälle. Dass Snowboarder öfter verunfallen als Skifahrer, kann die Suva allerdings nicht bestätigen. Dafür fehlen genaue Zahlen, wie viele Skifahrer und wie viele Snowboarder auf Schweizer Pisten unterwegs sind. Hinzu kommt, dass nur Unfälle von Berufstätigen erfasst werden, was rund der Hälfte der Wohnbevölkerung entspricht.

Eine positive Erkenntnis aus der Studie ist indes unbestritten: Kopfverletzungen sind seit 1999 um die Hälfte zurückgegangen, was auf das vermehrte Tragen von Schutzhelmen zurückzuführen ist. «Ich glaube einige schwere Kopfverletzungen haben sich herumgesprochen», sagte Stentiford. «Hier in Chamonix sieht man Leute mit Rucksack, Brille und Helm. Das ist jetzt die Berguniform.»

Was ist Ihre Erfahrung als Skifahrer/Snowboarder? Schreiben Sie uns im Talkback.

(kri)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Panzerknacker am 21.01.2011 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Rückenpanzer

    Das Schlimmste and skifahrer ist einfach das sie gerne so fahren würden wie dir Weltsportler aber dan den Rückenpanzer "Zuhause" vergessen. Das Sollte einfach verboten werden und Obligatorisch das man ein Panzer dabei hat.

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  • Froggystest am 20.01.2011 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrer und Fahrgerät

    Klar, die Zahlen sprechen für sich. Es fragt sich aber, ob wirklich das Sportgerät zum Unfall beiträgt, oder ob es nur um die unterschiedlichen Fahrer handelt... Der durchschnittliche Snowboarder unterscheidet dich doch sehr vom durchschnittlichen Skifahrer. Ich würde sagen, viele Snowboarder nehmen das Risiko von kleinen Verletzungen einfach in Kauf, während Skifahrer öfter ihre körperlichen Grenzen nicht kennen.

  • Rohrer Martin am 19.01.2011 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Unfälle selber bezahlen

    Ich stelle diese Winteraktivitäten zu den gefährlichen sportarten. Bei Unfällen sollte man einen Teil selber bezahlen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Domi am 17.02.2011 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Witzig

    Schon witzig. Als erstes steht im Artikel, dass die Rivalität Schnee von Gestern sei. Nun werden hier aber dutzende Kommentare verfasst in denen gesagt wird dass die Studie falsch ist, da die Ski/Snowboard-Fahrer ja viel schlimmer fahren als die anderen^^

  • D.T a.B. am 21.01.2011 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist nicht relevant

    Es ist wie bei Gewalt-Games. Jeder wird durch die Medien (TV / Games) zum Themporausch animiert und alles sieht so einfach aus. Die Studie darf nicht lauten, wer verunfallt häufiger, sondern wesshalb geschehen solche Unfälle. Die Ursachen sind zu bekämpfen.

  • Panzerknacker am 21.01.2011 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Rückenpanzer

    Das Schlimmste and skifahrer ist einfach das sie gerne so fahren würden wie dir Weltsportler aber dan den Rückenpanzer "Zuhause" vergessen. Das Sollte einfach verboten werden und Obligatorisch das man ein Panzer dabei hat.

    • Walter Morsch am 21.01.2011 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Bringt leider nur in wenigen Fällen was

      Die meisten Verletzungen der Wirbelsäule sind beim Wintersport auf einen Aufprall im Gesässbereich zurück zu führen. Deshalb schützt der Panzer leider nur in den wenigsten Fällen vor Rückenverletzungen. Aber trotzdem, schaden tut der Rückenpanzer mit Sicherheit nicht.

    • Denker am 06.02.2011 19:11 Report Diesen Beitrag melden

      Sinnvoller Rückenschutz

      Rückenpanzer sind vor allem sinnvoll für Wintersportler, die in Funparks gehen, insbesondere bei Rails oder Pipes. Denn dort fällt man mit sicherheit früher oder später mal auf den Rücken und dann ist man verdammt froh, hat man einen Rückenpanzer. Allerdings kostet so ein Rückenpanzer eh nicht so viel, wenn man bedenkt, dass man ihn locker 10-20 Jahre benutzen kann.

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  • Pisten Jibber am 20.01.2011 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    VERHALTEN AUF PISTEN

    Weil ich als Schneesportlehrerin tagtäglich auf den Pisten bin erlebe ich auch vieles. Die meisten Unfälle sind auf Selbstübereinschätzung und nicht beherrschen des Sportgerätes zurück zu führen. Viele Schneesportler fahren in der Falllinie mit kleinen nicht ausgefahrenen Kurven in richtung Tal. So fehlt der Kanteneinsatz waagrecht zum Berg. Es wird nicht gebremst und geschaut. Die Beachtung der 10 Pistenregeln: Man sollte die Öffentlichkeit durch Werbung wieder einmal daran erinnern dass diese 10 Fis Regeln vor Gericht aussagekräftig sind. !Lass die Pistensau zu Hause und geniesse den Tag!

  • Froggystest am 20.01.2011 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrer und Fahrgerät

    Klar, die Zahlen sprechen für sich. Es fragt sich aber, ob wirklich das Sportgerät zum Unfall beiträgt, oder ob es nur um die unterschiedlichen Fahrer handelt... Der durchschnittliche Snowboarder unterscheidet dich doch sehr vom durchschnittlichen Skifahrer. Ich würde sagen, viele Snowboarder nehmen das Risiko von kleinen Verletzungen einfach in Kauf, während Skifahrer öfter ihre körperlichen Grenzen nicht kennen.

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