Versicherung verspricht

12. Dezember 2012 13:25; Akt: 13.12.2012 11:26 Print

Steht der Skilift still, gibts das Geld zurück

von Sandro Spaeth - Ist die Gondelbahn wegen Wind oder Lawinengefahr geschlossen, wird das Geld für den Skipass zurückerstattet, verspricht eine neue Versicherung. Unnötig, meint der Konsumentenschutz.

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Viele Skigebiete schliessen Rückerstattungen aufgrund von Betriebsunterbrechungen aus. Nun lanciert die Zurich eine Vericherung gegen ausgefallene Skitage. (Bild: Keystone)

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In der Schweiz kann man sich gegen fast alles versichern: Die Absage der eigenen Hochzeit, verregnete Ferien oder ausufernde Tierarztrechnungen. Pünktlich zum Beginn der Skisaison lanciert die Zurich eine Versicherung gegen ausgefallene Skitage aufgrund von Schneemangel, Lawinengefahr oder schlechtem Wetter. Die Online buchbare Versicherung zahlt, wenn drei Viertel der Bahnen ausser Berieb sind.

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Über die Nachfrage lässt sich streiten: Im Skigebiet Meiringen-Hasliberg standen vergangene Saison an drei Tagen mehr als drei Viertel aller Anlagen still. An insgesamt 18 Tagen waren Teile des Skigebiets geschlossen. In der Saison zuvor ruhten die Transportanlagen während drei Tagen komplett.

«Die Bergbahnen sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Sicherheit für ihre Anlagen zu garantieren», sagt Seilbahnen-Schweiz-Sprecher Andreas Keller. Je nach Witterung müsse eine Bahn also den Betrieb einschränken. Wie oft solche Schliessungen schweizweit vorkommen, erhebt der Dachverband nicht. In die Röhre gucken dabei meist die Inhaber von Skipässen. Zahlreiche Gebiete schliessen Rückerstattungen aufgrund von Betriebsunterbrechungen in der Regel aus. «Die Gebiete regeln das individuell», sagt Keller.

Auch Skimiete und Skischule sind gedeckt

Die Skiwetterversicherung der Zurich ist für alle Schweizer Gebiete sowie das Fürstentum Liechtenstein gültig und kostet 5 Franken. Bucht man eine Woche Skiferien, kommen zum 6-Tage-Skipass von 371 Franken (Zermatt) noch 30 Franken Versicherung hinzu. Sie erstattet neben den Kosten für den Skipass auch die Ausgaben für Skimiete oder den bereits gebuchten Skilehrer.

Wer nun glaubt, die Versicherung erst bei schlechter Wetterprognose kurz vor den Ferien abschliessen zu können, liegt falsch: Die Police muss 14 Tage im Voraus abgeschlossen werden. Einen «Trick» gibt es dennoch: «Geht der Gast auf die Piste, obwohl nur ein Viertel der Anlagen offen sind, erstatten wir die Kosten trotzdem», zeigt sich Zurich-Sprecher Franco Tonozzi kulant.

Konsumentenschutz warnt vor Kleingedrucktem

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz hält man wenig vom Angebot: «Diese Versicherung braucht es nicht. Sie scheint zwar auf den ersten Blick verlockend, doch die Stolpersteine befinden sich im Kleingedruckten», sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder. Sie weist unter anderem darauf hin, dass das Angebot nur für Aufenthalte von mindestens zwei Tagen mit einer Übernachtung bei einem gewerblichen Anbieter gelte. Nicht auf die Äste hinaus lassen will man sich bei Seilbahnen Schweiz: «Ob die Versicherung sinnvoll ist oder nicht, wird der Markt entscheiden», so Keller.

Eine Versicherung für Nebel im Skigebiet hat seit 2008 die Destination Lenk im Angebot. Liegt der Ort im Simmental um 11 Uhr noch unter der grauen Decke, erhält der Gast für den betroffenen Tag die Kosten für Unterkunft und Skipass erstattet. Kostenpunkt: 5 Prozent vom Preis des Ferien-Arrangements. Laut Eric Berset von der örtlichen Tourismusorganisation ist die Versicherung ein Erfolg. Seit Anfang Jahr sei sie bei rund 70 Prozent der übers Tourist Center Lenk erfolgten Buchungen abgeschlossen worden.

Das Angebot mit der Nebelversicherung stiess selbst in deutschen Medien auf grosses Echo. Alles ein PR-Gag? «Natürlich war es am Anfang auch unsere Absicht, mit einem originellen Angebot das Medieninteresse zu steigern», gibt Berset zu.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra Stalder am 13.12.2012 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsumentengegner

    Nur weil man das Kleingedruckte als Ausrede aufführt, braucht man noch lange nicht zu behaupten, dass es die Versicherung nicht braucht.

  • Hans am 12.12.2012 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei

    ja wers glaubt, auf dem Titlis sicher nicht, schon selbst zwei mal erlebt!

  • Louis am 13.12.2012 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Bahnen müssen sich versichern

    Die Bergbahnen müssen sich gegen solches versichern, nicht die Kunden und Skifahrer. So können sie auch die Ski- und Tagespässe zurück erstatten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra Stalder am 13.12.2012 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsumentengegner

    Nur weil man das Kleingedruckte als Ausrede aufführt, braucht man noch lange nicht zu behaupten, dass es die Versicherung nicht braucht.

  • Louis am 13.12.2012 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Bahnen müssen sich versichern

    Die Bergbahnen müssen sich gegen solches versichern, nicht die Kunden und Skifahrer. So können sie auch die Ski- und Tagespässe zurück erstatten

  • Hans am 12.12.2012 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei

    ja wers glaubt, auf dem Titlis sicher nicht, schon selbst zwei mal erlebt!

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