Meteorologen uneinig

05. Februar 2012 08:57; Akt: 06.02.2012 09:05 Print

Streit um den kältesten Ort in der SchweizStreit um den kältesten Ort in der Schweiz

Der Kälterekord dieses Winters ist mit minus 33,5 Grad im Obergoms erreicht worden, verkünden die Experten von Meteonews. Falsch, sagt der Wetterdienst von Jörg Kachelmann, seine Schwyzer Messstation zeigt noch tiefere Temperaturen an.

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Die Eiseskälte Anfang 2012 zaubert wahre Kunstwerke in die Landschaft. Wie etwa diesen Baum, den die exponierte Lage am Genfersee mit einem zotteligen Kleid überzogen hat. Diesen Brunnen in Reiden LU hat die Kälte in eine eindrückliche Skulptur verwandelt. Nein, Baden ist hier definitiv nicht mehr empfohlen. Die Schweiz friert zu. Bei wärmeren Temperaturen ist das ein Schiff - gesehen in Versoix am Genfersee. Da hilft ein Feuerzeug schon lange nicht mehr. Dieser Twingo wartet in Versoix auf mildere Temperaturen. Dieser Suzuki am gleichen Ort übrigens auch. Die Promenade in Nyon ist ebenfalls eine einzige Eisskulptur. Diese Abfallkübel in Genf sind randvoll. Da wächst doch was. Geknipst in Zürich. Eiskalt in Genf. Diese Pflanzen in Yverdon haben es schwer. Ein Sprung ins kühle empfiehlt sich hier nicht. Auch die Ufer am Bielersee sind eine einzige Rutschpartie. So schön ists in Versoix. Bloss nicht zu lange gucken: Fernrohr auf dem Uetliberg in Zürich. Eis-Stalaktiten bei Savognin. Das ist der Tinguely von Freiburg. Nyon ist kräftig vereist... ...das setzt den Masten zu. Diese Tafel am Genfersee wartet auf den Sommer. Diese auch. Anlegen unmöglich! Geknipst am Genfersee. Eiszapfen auch in Davos. Der Brunnen steht in Burgdrof, das Loch ist gestopft. Dieser Drache am Alfred-Escher-Brunnen speit kein Feuer. Hunderte Leser-Bilder erreichten uns in den letzten Tagen. Sie alle machen die Kälte sichtbar. Und alle sind sie spektakulär. Aber schauen Sie selbst. So schön kann der Winter sein. Auf dem Üetliberg ist alles weiss. Nur die Sonne des Planetenwegs leuchtet in Gelb. Nur noch Wagemutige posieren vor der Kamera. Und ganz, ganz Wagemutige tun dies fast nackt. Unser Vorschlag: Das ist unser Top-Kandidat fürs neue Phänomen «Frosting». Sogar Eisblumen haben sich gebildet. Geniessen Sie diese Impressionen ... ... am besten in der warmen Stube. Am Samstagmorgen (4. Februar 2012) am Hafen von Coppet am Genfersee. Das ist der bisherige Minus-Tempreatur-Rekord, der die Redaktion erreicht hat. Bieten Sie mehr? «Wär ich doch in Indonesien geblieben», schreibt Leser-Reporter René zu diesem Bild. «So ist es besser!» «D'Oh!» würde Homer Simpson nur noch sagen. Da hats dem Leser doch prompt ein Duff-Bier verjagt. Bei diesen Temperaturen nützen auch die Red HOT Chilli Peppers herzlich wenig. Ein traumhafter Wintertag beginnt auf der Belalp im Wallis. In Oberwald, ebenfalls im Wallis, ist es um 9.30 Uhr ziemlich frisch ... «Brrr.. Das ist keine Kälte in Basel ... sondern », findet Leser-Reporter Danijel. Auch der olympische Brunnen in Lausanne friert. Heiliges Kanonenrohr: So sieht es am 3. Februar in der Nähe des Hafens von Versoix am Genfersee aus. Versoix am Mittag des 3. Februar 2012. Da wächst sogar dem Hund ein Bart. «Eine frostige Bescherung» schreibt uns ein Leser-Reporter zu diesem Bild. Einen vereisten Brunnen hat Leser-Reporter Malik fotografiert. Leider hat er verschwiegen, wo sich der Brunnen befindet. Auch Hospental friert. Traumhafter Sonnenuntergang bei minus 10 Grad in Lyss BE. Da lupfts dem Tisch doch glatt den (Schnee-)Deckel! Einen gefrorenen Brunnen hat auch Leser-Reporter Edon vor die Linse gekriegt. Leser-Reporterin Valerie meldet, dass auch die Veveyse im Kanton Freiburg langsam aber sicher zufriert. Der Genfer-See bei Coppet bietet spektakuläre Ansichten. Bald findet man den Weg zum Schneebärgli gar nicht mehr ... Am Morgen danach auf dem Balkon eines Leserreporters ... Auf der Ebenalp im Kanton Appenzell Innerrhoden. Bevor sich Leser-Reporter Patrik allerdings aus dem Haus gewagt hat, hat er erst mal einen Blick aus dem Fenster geworfen. Der Bodensee bei Arbon TG. Vor dem Theater in Basel. Dieses Velo wurde in Geroldswil bei -12 Grad aufgenommen. Velofahren? - Fehlanzeige. Der Strand von Chez le Bart NE. Trotz strahlendem Sonnenschein ist ein Bad hier nicht verlockend. Der Sendeturm auf dem Titlis hat eindeutig ganz, ganz kalt. Ob der so wohl noch senden kann? Mächtige Eisgebilde haben sich auch am Alfred-Escher-Brunnen vor dem Zürcher Hauptbahnhof gebildet. Bereits in der Nacht auf Freitag war der Brunnen völlig mit Eis überzogen. Dieses Eis-WC fand der Leser am Donnerstagabend, 2.2.2012, auf der Zugfahrt von Bern nach Burgdorf. Cola-Dosen sollte man bei dieser Kälte nicht auf dem Balkon lassen, sonst hauts den Boden raus. Glasflaschen würden bei den Temperaturen wohl bersten - ausser das Bier ist bereits geöffnet. So kann Kälte auch aussehen: Ein überfülltes Wartehäuschen am Donnerstagabend in Lenzburg. Die Sihl in Zürich am Freitag: Zur Hälfte ist sie schon zugefroren. «Im Wasser schwimmen Mini-Eisschollen», schreibt der Leser-Reporter. Leserreporter Daniel Mathys schreibt: «Heute morgen 05.40 Uhr in Kandersteg: Ein frostiger Feierabend bei -24 Grad.Gute Nacht!» - das wünschen wir auch. Macht ganz den Eindruck, als wäre es dieser Brunnenfigur in Zürich zum Kotz... zumute. Aufgenommen am Genfersee. «Le Vully in Richtung Gruyere», schreibt uns Leserreporter Daniel Everett. Skijöring in Gstaad bei eisigen -16 Grad.

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In Ulrichen im Obergoms ist laut MeteoNews in der Nacht auf Samstag mit minus 33,5 Grad der Kälterekord dieses Winters erreicht worden. Auch im Flachland und im Jura war es noch sehr kalt.

In der Oberwalliser Gemeinde Ulrichen auf 1345 Meter wurde der Tiefstwert kurz nach 6 Uhr gemessen, wie MeteoNews am Sonntagmorgen mitteilte.

Pascal Hobi von MeteoNews sprach von der kältesten Temperatur von diesem Winter. Dagegen hat der Wetterdienst Meteomedia von Jörg Kachelmann mit der Schwyzer Messstation Glattalp in der Nacht auf Sonntag mit minus 37 Grad noch einen tieferen Wert gemessen.

Messstation entspricht nicht den Richtlinien

Diese Messstation entspreche nicht den Richtlinien der Weltmeteorologischen Organisation (WMO), erklärte Hobi von MeteoNews auf Anfrage.

Bereits die Nacht auf Samstag hatte in der Schweiz tiefe Minustemperaturen mit sich gebracht, auch im Flachland. Diese Werte wurden in der Nacht auf Sonntag nicht mehr erreicht. Trotzdem war es in den tief gelegenen Landesregionen noch sehr kalt: Im luzernischen Egolzwil minus 18,7 und im waadtländischen Oron-la-ville minus 18,4.

Kälterekord immer noch in La Brévine

In St. Gallen, Basel, Bern und Zürich-Flughafen wurden noch Minustemperaturen von 18,2 bis 17,3 gemessen, also rund 2 Grad wärmer als eine Nacht zuvor.

Dafür kam es in der Gegend rund um den jurassischen Hauptort Delsberg nochmals zu einer sehr kalten Nacht. In Rossemaison war es minus 22,8 Grad kalt und in Movelier minus 18,8.

Der absolute Kälterekord in der Schweiz wurde am 12. Januar 1987 im neuenburgischen La Brévine gemessen und beträgt minus 41,8 Grad.

(sda)

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  • Rüdiger Hofmann am 06.02.2012 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Strenger Winter war angekündigt

    Diese Eiskälte war von euch doch schon im September angekündigt worden ich erinnere mich noch an einen Bericht wo Dominik Jung, ein Meteorologe aus Deutschland vor einem strengen Winter gewarnt hatte. Wieso wusste der das so genau?

  • Sau Kalt am 05.02.2012 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Glattalp, Sonntag 05.02.2012 - 22:15:00

    "Glattalp (1850 müM) -34.8 °C "

  • Josef Betschart am 05.02.2012 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Selber mal nachschauen

    Ich sag euch nur. Macht mal im Sommer auf die Glattalp einen Ausflug. Es fährt eine Luftseilbahn hoch. Es hat ein Restaurant, eine SAC-Hütte und einen wunderschön gelegenen See. Dann seht ihr die Wetterstation und könnt selber mal schauen, was dort nicht ok ist. Übrigens, mit ein wenig googeln findet Ihr den direkten link zu den Webcams Glattalp und zu den Wetterdaten.

    • A. Celsius am 06.02.2012 08:01 Report Diesen Beitrag melden

      Sie entspricht nicht den Vorschriften!

      Die Messstation mag zwar technisch auf dem neuesten Stand sein, sie entspricht aber trotzdem nicht den Vorschriften, die international üblich sind. Aber Kachelmann hat ja die Station eingerichtet, weil er gewusst hat, dass er mit extrem tiefen Temperaturen rechnen kann. Da hat er dann halt fünf gerade sein lassen.

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