Nichts mit weiss

18. Dezember 2012 13:39; Akt: 18.12.2012 15:26 Print

Weihnachten wird grün und mild

Die Hoffnungen vieler Weihnachtsromantiker werden enttäuscht. Das diesjährige Fest wird weder weiss noch kalt, so das Verdikt der Meteorologen.

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«Das Winterwonderland», schreibt Robine Müller. Mit dem Schnee kam auch der Nebel. Dieses Foto wurde von Simon Meier beim Winterspaziergang aufgenommen. Diese Dachterrasse in Sargans ist nicht mehr begehbar. Wiedlisbach am 2. Advent. Dieser Lastwagen ist während der Fahrt ins Rutschen gekommen. Die Einfahrt auf die Autobahn Landquart nach Chur wurde gesperrt. «Bei fast 40 cm Schnee haben wir in Konolfingen (BE) unseren eigenen Freestyle-Park gebaut!», schreibt Leser-Reporter Danilo Löpfe. Auf der Brüstung des Balkons in Brig (VS) liegt ein halber Meter Schnee. Bei so viel Schnee müssen auch die grossen Maschinen kapitulieren. Montagmorgen in Wangs-Pizol SG. In der Schweiz gilt die allgemeine Wehrpflicht – selbst Schneemänner müssen ins Militär. Am Bahnhof Brig wird mit allen Mitteln dafür gesorgt, dass die Pendler zu ihren Zügen kommen. «Der Winter im Wallis», beschreibt Leser-Reporter C. sein Foto. Zürich gab sich am Montagmorgen flockig. Mit so einem Anblick wie hier in Münchenbuchsee BE steht man sogar an einem Montag gerne auf. Erschwil SO. Hägendorf SO. Luna spielt auf der Guldenen bei Zürich im Schnee. «In einer Rauchpause entstand diese Schneeskulptur», schreibt Leser-Reporter T. Es wird ein Moment dauern, dieses Auto fahrtüchtig zu machen. Unser Leser-Reporter schreibt: «Ein Garten in Sennwald» – vergraben im Schnee. Der Brunnen vor der Elisabethenkirche in Basel. «Winterzauber in Leuk VS», schreibt Leser-Reporterin B. Dem ist nichts hinzuzufügen. Worüber er sich wohl den Kopf zerbricht? Fest steht: Erschaffen wurde er von einem 21-Jährigen in Arlesheim BL. Unterwegs auf den weissen Strassen von Sion. Der Kleine scheint glücklich. Gemäss zuverlässiger Quelle der Familie S. hat er in Emmenbrücke LU gerade das Licht der Welt erblickt. Der Schnee animierte in Zürich zum städtischen Snowboarden. Zürich wurde am Wochenende eingedeckt.

Davon können wir an Weihnachten nur träumen.

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Kommt er oder kommt er nicht - der Schnee zu Weihnachten? Nachdem die ersten Flocken in diesem Jahr schon Ende Oktober und dann Anfang Dezember bereits Hoffnungen geweckt haben, rechnen die Meteorologen für Heiligabend mit wechselhaftem Wetter und eher milden Temperaturen.

Umfrage
Weihnachten ohne Schnee - enttäuscht?
16 %
63 %
21 %
Insgesamt 665 Teilnehmer

«Schnee im Flachland gibt es ziemlich sicher nicht», sagte Marco Stoll, Prognostiker bei MeteoSchweiz gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Mit einem Warmlufteinbruch am Sonntag könne die Schneefallgrenze vorübergehend bis auf 2000 Meter steigen. Über die Feiertage werde sie bei 700 bis 1200 Meter liegen.

Schnee gehört zur Vorstellung von Weihnachten wie Geschenke unterm Christbaum. Doch ein Blick in die Statistik zeigt, dass weisse Weihnachten im Schweizer Mittelland keineswegs die Regel sind.

So lag in Bern in den vergangenen 80 Jahren nur in 43 Prozent der Jahre an einem Weihnachtstag Schnee, in Zürich waren es 44 Prozent. Schnee an allen drei Weihnachtstagen gab es in Bern lediglich in 26 Prozent und in Zürich in 25 Prozent der Jahre.

Nach dem Hoch schlägt ein Tief zurück

Typisch dagegen ist das Weihnachtstauwetter, das in sieben von zehn Jahren auftritt. Dieses Jahr kam es fast lehrbuchmässig, allerdings eine Woche zu früh, sagte Felix Blumer von SRF Meteo. Grund für das Tauwetter sind physikalische Gesetzmässigkeiten und nicht eine Laune von Petrus.

Denn in der ersten und zweiten Dezemberdekade liegt häufig ein Hoch über dem Kontinent und in dessen Folge gelangt Kaltluft in unsere Breiten.

Sehr kalte Luft aus Nordosten strömt dann hinaus auf den Atlantik und bildet mit der milden und feuchten Meeresluft der Azoren ein Tiefdrucksystem. Dies wiederum führt sehr milde Luft von Süden in den Alpenraum, und im Norden stellt sich zeitweise Föhn ein: Die weisse Pracht verschwindet.

Dauerthema weisse Weihnachten

Das Thema weisse Weihnachten ist übrigens ein Dauerbrenner. So findet sich in Witterungsaufzeichnungen der Jahre 1911 bis 1914 aus dem Kanton Luzern folgende Bemerkung:

«Echte Winterkälte und Schneeherrschaft sind dem Christmonat seit einigen Jahren fast unbekannte Dinge geworden. Kein Weihnachtsgedicht, das von Kälte und Schnee redet, wollte mehr passen. Hörte ich doch jemanden sagen: 'Heute wird Weihnachten im Freien gefeiert; im Garten draussen muss das Bäumchen brennen, und dort singen wir unsere Lieder und deklamieren die Gedichte'.»

Abnahme der Schneemenge

Die Klimagrösse Schnee reagiert sehr empfindlich auf langfristige Änderungen der winterlichen Temperatur- und Niederschlagsbedingungen. Die Messdaten der Schweiz belegen in tieferen Lagen eine Abnahme der Schneemengen und der Schneehäufigkeit im Zusammenhang mit den starken klimatischen Änderungen gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

Wie sich der Klimawandel tatsächlich auf die Winter in Mitteleuropa auswirkt, ist eine komplizierte Frage. Denn steigende globale Durchschnittstemperaturen führen nicht zwangsläufig zu höheren Temperaturen und weniger Schnee.

Einzelne Modelle der Klimaforscher gehen sogar von vermehrt kälteren Wintern in unseren Breiten aus. Denn durch die globale Erwärmung schmilzt das Eis in der Arktis immer schneller. Wird jedoch die Arktis wärmer, nimmt damit der Westwind ab, der im Winter milde und feuchte Atlantikluft zu uns bringt. Als Folge davon strömt häufiger kalte Luft aus Norden und Osten zu uns.

Langzeitprognose im Winter besonders schwierig

Langfristige Wettervorhersagen sind schwierig, denn die Atmosphäre ist ein hoch-chaotisches System, in dem sich kleinste Störungen rasch ausbreiten können. Bei Prognosen für mehrere Monate sprechen Meteorologen daher auch nicht von einzelnen Wetterereignissen, sondern vom mittleren Wettergeschehen, also vom Klima.

Dieses wird von einer ganzen Reihe äusserer Faktoren beeinflusst, etwa der Feuchtigkeit im Boden, der Schneebedeckung oder dem Zustand der Ozeane. Für saisonale Vorhersagen nutzen Meteorologen ein komplexes Berechnungsmodell in das Messungen von Satelliten, Bojen, Flugzeugen und Bodenstationen einfliessen.

Schwierig ist vor allem die Prognose für Herbst und Winter, die bislang nur eine Zuverlässigkeit von 55 Prozent erreicht. Mit einfachem Raten wären es 50 Prozent. Die saisonale Prognostik ist ein sehr junges Forschungsgebiet, auf dem zurzeit intensiv gearbeitet wird. In Zukunft rechnen die Meteorologen daher mit weiteren Verbesserungen.

Für die Nord- und Ostschweiz zeichnet sich für diesen Winter eine Tendenz zu normalen bis milden Temperaturen ab. Ein kalter Winter erscheint weniger wahrscheinlich. Diese Prognose bezieht sich jedoch nur auf Durchschnittswerte der Temperatur des ganzen Winters, sagte Stephan Bader von MeteoSchweiz.

Ob während des Winters spezielle Kalt- oder Warmphasen auftreten, wird damit nicht erfasst. So lag beispielsweise der vergangene Winter im Durchschnitt, der Februar war jedoch der kälteste seit mehr als 20 Jahren.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Summerlover am 18.12.2012 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suppi!

    Mir passt das ganz gut. Auf Schnee und Minustemperaturen verzichte ich dankend

  • Luis am 18.12.2012 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja und?

    Ist mir egal!! Schön anzusehen wenns schneit aber wenn die Masse auf der Strasse liegt, ist alles verstopft und man ist nur verärgert. Wer Schnee will soll in die Bergen.

  • Habe Kalt am 18.12.2012 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    So grün

    Das hört sich gut an!Hoffentlich kann man den Frühschoppen an Weihnachten im Strassencafé geniessen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Glücklich am 18.12.2012 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    super

    Endlich mal wieder eine gute Nachricht

  • Martin Müller am 18.12.2012 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es schneit

    Was habt ihr den also bei uns im Glarnerland ist es schön weiss und es schneit....

  • Shari am 18.12.2012 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnee

    aber es schneit doch!

  • c.müller am 18.12.2012 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine weisse weihnacht

    jedes mal das gleiche....ich nehme das wetter so wie es kommt pasta

  • Summerlover am 18.12.2012 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suppi!

    Mir passt das ganz gut. Auf Schnee und Minustemperaturen verzichte ich dankend

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