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27. Januar 2010 11:56; Akt: 27.01.2010 13:54 Print

Unfälle beim Schlitteln nehmen zuUnfälle beim Schlitteln nehmen zu

von Felix Burch und Bianca Sellnow - Während ein Helm beim Ski- und Snowboardfahren fast schon zur Grundausrüstung gehört, ist er in der Schlittelszene kaum ein Thema. Dabei gibt es immer mehr Schlittler und immer mehr Unfälle in dieser Sportart.

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Schlitteln ist in und wird in der Schweiz immer beliebter. Neue Sportgeräte wie das Airboard verleihen der Sportart auftrieb. Dazu kommt, dass sich der Wirtschaftskrise wegen viele Leute kein Skiticket mehr leisten können und deshalb auf den Schlitten umsteigen. Den Trend spürt man auch bei Schweiz Tourismus: «Die Zahl der Schlittler hat sich in den letzten zehn Jahren in unserem Land etwa verdoppelt», schätzt Daniela Bär, Mediensprecherin von Schweiz Tourismus. Es gibt heute 150 Schlittelbahnen und 30 Snowtubingpisten in der Schweiz. Schlitteln werde bei Jung und Alt, bei Familien und Gruppen immer gefragter. Dementsprechend werben heute viele Skiorte, Bergbahnen und Hotels auch mit Schlittelangeboten.

Schlittler fahren ohne Helm

Die Zahl der Schlittler steigt, das Helmtragen ist in der Szene aber immer noch ein Fremdwort. Während 63 Prozent der Skifahrer, 71 Prozent der Snowboarder und gar 90 Prozent aller jugendlichen Schneesportler auf den Schweizer Pisten einen Helm tragen, ist beim Schlitteln die Mütze immer noch die Nummer eins. Offizielle Zahlen gibt es zwar nicht, «es ist aber so, dass beim Schlitteln viel weniger ein Helm angezogen wird als beim Snowboarden und Skifahren», sagt Rolf Moning, Mediensprecher der Beratungsstelle für Unfallverhütung (Bfu).

Dabei ist Schlitteln keineswegs ungefährlich. In den Jahren 2003 bis 2007 verunfallten laut einer Statistik der Bfu in der Schweiz pro Saison durchschnittlich 9900 Personen. Aktuellere Zahlen gibt es keine, die Unfallzahlen dürften heute aber weit höher sein. «Tendenziell nehmen die Schlittelunfälle zu», so Moning. Bei der Rega werden Schlittelunfälle nicht speziell erfasst, deshalb fehlen entsprechende Statistiken. Es gibt jedoch immer wieder Unfälle mit Schlittlern, bei denen die Rettungsflugwacht im Einsatz ist. Vergangenes Wochenende etwa musste die Rega zweimal wegen Schlittelunfällen ausrücken.

Schädelverletzungen und Knochenbrüche

Laut der Bfu sind die Gründe für Schlittelunfälle Stürze und Zusammenstösse mit Steinen, Bäumen sowie anderen Personen oder Fahrzeugen. Vielfach werde die Geschwindigkeit unter- und das Fahrkönnen überschätzt. Schädel- und Hirnverletzungen, Knochenbrüche und andere Verletzungen an Beinen und Füssen sind die Folge. Warum trotzdem kein Helm angezogen wird, erklärt sich Moning damit, dass Schlitteln im Gegensatz zu Skifahren und Snowboarden nicht als Sportart, sondern eher als Freizeitbeschäftigung angesehen und deshalb oft auf eine entsprechende Ausrüstung verzichtet wird. Die Bfu empfiehlt für Erwachsene und Kinder einen Schneesporthelm, warme Kleidung und Schuhe mit gutem Profil.