WEF alternativ

28. Januar 2010 12:57; Akt: 28.01.2010 13:11 Print

Warum sich das WEF für Schneesportler lohntWarum sich das WEF für Schneesportler lohnt

von Felix Burch und Marius Egger - Während dem WEF ist in Davos und Klosters kein einziges Hotelzimmer zu bekommen. Wenn die Grossen aus Politik und Wirtschaft im Bündnerland logieren, profitieren fast alle davon - ausser den Skigebieten. Ein Geheimtipp für Ski- und Snowboardfans.

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Das World Economic Forum spült laut einer Studie jährlich rund 22 Millionen Franken in Davoser Unternehmen. Michael Straub, Gemeindeschreiber von Davos, bezeichnet den Anlass als sehr, sehr wertvoll. «Eigentlich profitieren alle davon», sagt Straub. Die Gastronomiebranche, der Detailhandel, das Baugewerbe, der Bereich Transport und natürlich die Hotellerie erzielen während dem Mega-Event grandiose Umsätze. «Die Studie hat ergeben, dass Hotels im gehobenen Segment während dem WEF 15-20 Prozent ihres Jahresumsatzes machen», so Straub. Ohne WEF gingen rund 400 Arbeitsplätze verloren. Doch trotz des enormen Rummels gibt es dennoch ruhige Orte in Davos. Und zwar genau dort, wo es sonst während des Winters richtig rund geht.

Die Skigebiete schauen in die Röhre

Die Einzigen, die sich nichts vom Kuchen abschneiden können, sind die Bergbahnen und die Skischulen. «Der Verlust bei unseren Bergbahnen beträgt rund eine Million Franken», sagt Marika Zanoletti von den Bergbahnen Davos Klosters. Diese Zahl habe eine Erhebung hervorgebracht, als 2002 das WEF in New York ausgetragen wurde. Grund: Während dem WEF sind alle Hotelzimmer von Forum-Besuchern belegt und auch die meisten Ferienwohnungen vergeben. Deshalb finden «normale» Touristen keine Unterkunft und laut Zanoletti ist während dieser Zeit auch kaum jemand auf den Pisten. Resli Marugg von der Ski- und Snowboardschule Top Secret bestätigt: «Es ist nichts los, zurzeit hat ein einziger unserer insgesamt 25 Lehrer einen Auftrag.» «Die Betten sind belegt, aber der Tagestourismus fehlt», sagt auch Daniel Amann von der Schweizer Schneesportschule Davos. Viele Skilehrer müssen sich laut Amann im Januar als Taglöhner verdingen, sie arbeiteten als Chauffeure, Zügelmänner oder Schreiner während dieser Zeit.

Die beste Zeit zum Skifahren

Doch das Phänomen hat auch eine positive Komponente: «Es ist die beste Zeit, um in Davos Ski zu fahren. Die Pisten sind leer», so Amann. «Zum Skifahren und Snowboarden ist es während dem WEF paradiesiesch, weil so wenige auf den Pisten sind», sagt auch Zanoletti von den Bergbahnen Davos Klosters. Wer sich von Sicherheitskontrollen und allfälligen Verkehrsstaus nicht abschrecken lässt, hat zur Zeit auf den Davoser Pisten also fast freie Fahrt.

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