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Schlaglöcher
08. März 2010 23:24; Akt: 15.03.2010 11:12 Print
Der harte Winter lässt die Strassen bersten
von Felix Burch - Die Schweizer Strassen leiden unter dem Winter: Die Schäden sind zum Teil doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Wegen der Gefahr von Schlaglöchern empfiehlt der TCS deshalb, die Geschwindigkeit anzupassen.
«Dieser Winter ist sehr belastend für die Strassen», sagt Reto Färber, Strasseninspektor des Kanton Zürich. Ersten Schätzungen zufolge richte der Winter 2009/10 etwa doppelt so viele Strassenschäden an wie ein durchschnittlicher. Das Hauptproblem sind aber nicht Schnee und Kälte, sondern der ständige Wechsel von Frost und Tau. «Solche Zyklen hatten wir dieses Jahr sehr viele», so Färber. Das sei das Schlimmste für die Beläge. Jedes Mal sickert Wasser in Risse, gefriert dann und führt schliesslich zu sogenannten Frostaufbrüchen. «Dabei sprengt es den Deckel der Strasse ab - typisch sind ungefähr A4-grosse Stücke, die sich aus dem Belag lösen, auch auf Autobahnen», sagt Färber.
Mussten oft ausrücken diesen Winter. Die Schweizer Strassenarbeiter. (Bild: Keystone)
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Besonders problematisch seien ältere Strassen, die schon kleine Risse hätten. Solche Schlaglöcher sind für den Verkehr sehr gefährlich. «Deshalb reparieren wir diese regelmässig», so Färber. Seine Männer hätten deswegen öfter als normal ausrücken müssen. Die Hauptarbeit kommt aber erst noch. Am Ende des Winter stehen laut Färber allein im Kanton Zürich während rund zwei Woche 30 Leute für die notwendigen Sofort-Reparaturarbeiten im Einsatz, dies koste rund 350 000 Franken.
Sechs Millionen statt vier Millionen
Im Kanton Aargau verursachte der Winter ebenfalls grosse Schäden. «Das volle Ausmass ist uns zwar noch nicht bekannt, es werden wohl aber rund 50 Prozent mehr sein als in «normalen» Jahren», schätzt der Leiter des Aargauer Strassenunterhaltes Fridolin Vögeli. Über das gesamte Jahr rechnet er mit Reparaturkosten von sechs Millionen Franken - vier Millionen sind es in Durchschnittswintern.
Die Tiefbauämter der Städte Bern und St. Gallen bestätigen, dass ihre Strassen dieses Jahr stärker als sonst in Mitleidenschaft gezogen werden, haben aber noch keine Hochrechnungen.
Versicherungen übernehmen Schäden nicht
Auf der A1 bei Aarau ist der Belag bereits geborsten. Die Staatsstrasse war bis vor einer Woche eine Baustelle, nun ist aber alles wieder in Stand gestellt worden. «Es hat ganze Teile herausgerissen», sagt Esther Widmer, Informationsbeauftragte des Bundesamt für Strassen (Astra). Die Reparatur habe rund 100 000 Franken gekostet.
Weil Schlaglöcher sehr gefährlich sind und sich die Situation nach der aktuellen Kälteperiode noch verschärfen könnte, rät der TCS Schweiz «vernünftig zu fahren»: «Die Geschwindigkeit sollte unbedingt angepasst werden», sagt TCS-Sprecher Stephan Müller. Die Österreicher gehen noch einen Schritt weiter. Bereits jetzt rufen sie auf: «Achtung, nach Kältewelle drohen Frostaufbrüche» und weisen darauf hin, dass bei unangemessenem Verhalten die Versicherung allfällige Schäden nicht übernehme.


























