Lawinentote

03. März 2010 15:11; Akt: 15.03.2010 11:30 Print

Wer fährt ohne Rettungsgerät?Wer fährt ohne Rettungsgerät?

von Felix Burch - Bereits 24 Menschen sind dieses Jahr in der Schweiz in Lawinen umgekommen - so viele wie noch fast nie. Doch es sind nicht die Freerider, die die Alarmglocken schrillen lassen.

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Es sind keine schönen Zahlen, die das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos präsentiert. 24 Menschen verloren in den Schweizer Bergen in Lawinen dieses Jahr schon ihr Leben (20 Minuten Online berichtete). Im Durchschnitt sind es laut Statistik um diese Jahreszeit 13 Lawinentote. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen reden die Experten von einem sehr schwierigen Winter. «Der Aufbau der Schneedecke ist sehr instabil, so dass Lawinen schon bei geringen Neuschneemengen niedergehen», sagt Hans-Jürg Etter, Lawinen- und Rettungsexperte beim SLF. Zum anderen fällt in der aktuellen Statistik das schwere Unglück im Diemtigtal mit sieben Toten ins Gewicht.

Sicherheitsausrüstung? Fehlanzeige!

Was aber erschreckt, ist die Tatsache, dass immer mehr Wintersportler keine Lawinenverschütteten-Suchgeräte (LVS) mitnehmen in die Berge. «Erstmals seit Jahren waren viele der Opfer ohne Lawinenverschütteten-Suchgerät unterwegs», sagt Etter. Für Etter ist diese Entwicklung «unerklärlich». In den letzten Jahren sei es nämlich so gewesen, dass, obwohl immer mehr Schneesportler abseits der Piste fahren, die Zahl der Lawinentoten stets zurückgegangen sei. Laut Etter war dies auch so, weil Schaufel, Sonde und LVS mittlerweile zur Standardausrüstung gehörten. Ist das Risikobewusstsein bei den Fahrern, die sich ins freie Gelände wagen, also am schwinden? Darauf will Etter zur Zeit noch keine Antwort geben, es sei noch zu früh, vorschnelle Schlüsse zu ziehen, die aktuellen Statistiken müssten zuerst genau analysiert werden.

Junge Freerider sind nicht die Sündenböcke

Erstmals wird aber ganz klar gesagt, wer NICHT ohne LVS unterwegs ist. Dies sind entgegen unzähligen Berichten nämlich nicht etwa die jungen Freerider. «Die vorwiegend jugendlichen Leute in der Freeride-Szene - Snowboarder und Freeskier - verhalten sich extrem professionell», sagt Bruno Hasler, Ausbildungs-Chef beim SAC. Die Freerider seien in der Regel super ausgerüstet. LVS, Schaufel, Sonde, Helm und Rückenpanzer seien ein Muss in der Szene. SLF-Experte Etter bestätigt dies: «Für junge Snowboarder ist das Rettungsgerät geradezu zum Accessoire geworden.» Dies beweist auch die diesjährige Saison-Statistik: Lediglich drei der 24 Toten waren Snowboarder, einer davon kam laut Etter bei einem völlig untypischen Zwischenfall ums Leben.

Das Lawinenverschütteten-Suchgerät ist unverzichtbar

Es bleibt also die Frage, wer ohne das Rettungsgerät unterwegs ist (in diesem Jahr sind sechs Lawinentote zu beklagen, die ohne oder mit ausgeschaltetem LVS in den Bergen waren). Noch sei es zu früh, irgendwelche Vermutungen anzustellen. Ein weiterer Experte gibt aber zu bedenken, dass es ältere Skitourenfahrer gebe, die nie ein Rettungsgerät hatten und sich auch nie eines anschaffen würden. Zudem gebe es Neueinsteiger, bei den Varianten- wie auch Tourenfahrern, die ihre ersten Ausflüge ohne entsprechendes Gerät unternähmen. Wie dem auch sei, ein Rettungsgerät gehöre einfach dazu. Laut einer Untersuchung des SLF überleben mittlerweile 70 Prozent der vollständig verschütteten Lawinenopfer, die von ihren Kameraden dank einem LVS geborgen werden konnten.

Verbesserungen bei den Schneeschuhwanderern

Wer sich bisher zu wenig bewusst war, dass es auch in den Voralpen Lawinen geben kann, sind die Schneeschuhwanderer. Dagegen habe die Aufklärungsarbeit des SLF aber möglicherweise etwas ausrichten können, so Etter. Die diesjährige Statistik sieht denn auch äusserst erfreulich aus. Nachdem im letzten Jahr in dieser noch relativ jungen Sportart sechs Menschen ums Leben kamen, gab es in diesem Winter erst einen Toten.

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  • Egon V. am 31.03.2010 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    White Box

    Es gibt da Skifahrer die benutzen die Rechenregeln des Marses und können aufgrund anderer Gravitationswerte die Lawinenniedergänge nicht genau berechnen. Sie sind die gefährdete Randgruppe und ihnen sollte das Skibillet für ein paar Monate entzogen werden!

  • Variantenfahrer am 16.03.2010 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Präzisierung

    Gemäss Lawinenstatistik vom SLF sind unter den 5 Toten ohne LVS ein Schneschuhläufer, zwei Variantenfahrer und zwei Tourenfahrer. Also bitte keine Polemik.

  • vorsicht in person am 03.03.2010 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Gerade die Alten

    .. sind doch sonst auch oft die stieren alten Dickköpfe, die mit ihrem Verhalten sich und andere gefährden. Thema Helm auf der Piste ... oder dem Töffli. Von Rücksicht auf der Piste oder am Lift noch gar nicht gesprochen.