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Uni
31. August 2010 14:26; Akt: 31.08.2010 15:57 Print
Der Bachelor bleibt ein Sorgenkind
Zehn Jahre Bologna-Reform: Nun ziehen die Rektoren der Schweizer Universitäten Bilanz. Es gibt noch viel zu tun.
Für die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) war das Jubiläum Anlass, am Montag in Zürich ihre Erfahrungen mit dem Studiengang Bachelor auszutauschen. Obwohl die Schweiz die Reform weitgehend umgesetzt hat, gibt es weiteren Handlungsbedarf.
Andreas Fischer, Rektor der Universität Zürich, sieht drei Hauptprobleme, die noch gelöst werden müssen, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Das gravierendste ist die Arbeitsbelastung für die Studierenden.
Curricula sind überfrachtet
Ein Ziel der Bologna-Reform war zwar die Straffung des Studiums, doch die Stundenpläne sind teilweise überfrachtet und eine Prüfung jagt die nächste. «Wir müssen die Curricula überprüfen und überlegen, wie viele Prüfungen es braucht,» sagte Fischer. An der Universität Zürich wird daran bereits gearbeitet.
Ein weiteres Problem des Bachelor ist seine Scharnierfunktion: Er soll einerseits ein berufsqualifizierender, andererseits ein erster akademischer Abschluss sein, der die Basis bildet für weiterführende Master-Studiengänge, entweder im gleichen Fach oder auch in einer anderen Fachrichtung. Entsprechend unterschiedliche, wenn nicht sogar gegensätzliche Erwartungen werden an diese Basis gestellt.
Schliesslich fehlt es an der Mobilität. Bei der Einführung des Bachelor-/Masterstudiums hatten die Befürworter damit geworben, dass das neue System mehr Mobilität ermögliche und zwar zwischen den Hochschulen eines Landes, aber auch europaweit. In der Praxis lässt diese jedoch zu wünschen übrig.
Mangelnde Mobilität
Vor allem während des streng strukturierten Bachelor-Studiums wechseln nur wenige Studierende ihren Studienort. Andreas Fischer rechnet auch nicht damit, dass sich dies wesentlich ändern wird. Anders sieht er die Situation nach dem ersten Abschluss «Die Mobilität zwischen Bachelor und Master wird zunehmen», ist er überzeugt.
In der Schweiz setzt die Mehrheit der Studierenden ihr Studium nach dem Bachelor fort. Die Zahl der Masterstudienplätze ist, anders als in anderen Ländern, nicht beschränkt. Ob dies auf Dauer so bleibt, sei allerdings unklar, sagte Fischer.
Weiteren Reformbedarf sehen auch die Studierenden. Sie bemängeln Umsetzungsfehler. Es fehle an Flexibilität und Mobilität, die Qualität leide, und die gewünschte Beschäftigungsfähigkeit sei nur schwer zu erreichen, sagte Andrea Blättler, Mitglied der European Students' Union (ESU), die den Bologna-Prozess europaweit begleitet.
Auch der Übergang vom Bachelor zum Master funktioniere nicht überall. Die Probleme seien europaweit dieselben, sagte die Studierendenvertreterin und forderte dazu auf, die grundlegenden Fragen nochmals zu überarbeiten und zwar gemeinsam mit den Studierenden und «nicht Top-down, denn das funktioniert nicht,» sagte sie.
(sda)
























