Rasanter Professor

13. Oktober 2011 19:25; Akt: 13.10.2011 16:59 Print

Der Professor steht auf Pop und KurvenDer Professor steht auf Pop und Kurven

von Martina Huber - Beruflich unterrichtet Heiko Freund junge Popmusiker, in der Freizeit fährt er Autorennen. Ob in der Musik oder auf der Rennstrecke: Immer strebt er nach Perfektion.

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Der rasende Professor: Heiko Freund in seinem Lotus Elise. (Bild: Michael Schroer)

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Das Rennen beginnt im Kopf: Heiko Freund stellt sich die Strecke vor, überlegt, wo er wie stark abbremsen und beschleunigen wird. Erst dann drückt er aufs Gaspedal seines gelben Lotus Elise 111R. Auf gerader Strecke erreicht er damit schon mal 220 Kilometer pro Stunde. Aber um Geschwindigkeit geht es ihm nicht: «Schnell fahren kann jeder. Das Spannende sind die Kurven.» Dort heisst es nämlich: den idealen Bremspunkt finden – also genau so abbremsen, dass er im richtigen Augenblick wieder beschleunigen kann. «Mit regulärem Autofahren hat das nichts zu tun», sagt Freund. Vielmehr fühle es sich an wie Schlittschuhlaufen oder Snowboarden. Das Auto gleite über die Fahrbahn, genau im Grenzbereich zwischen festem Halt und freier Drift. «Ich strebe stets nach der perfekten Runde».

Das verbindet sein Hobby mit seinem Beruf: Denn auch als Musiker strebt er stets nach Perfektion. Heiko Freund ist
Musiker dabei, sich auf ein langfristiges Überleben im Business vorzubereiten. Früher hatte er daneben keine Hobbys.

Erst spät entdeckte er seine Leidenschaft fürs Autorennfahren – per Zufall. Im Jahr 2006 erfuhr er, dass in Hockenheim (D) auch Amateure die Rennstrecke ausprobieren können. Spontan meldete er sich zu einem Wochenendkurs. «Als ich da das erste Mal vor einem Lotus stand, lachte ich. Dann hat es mir den Ärmel reingenommen». Seither fährt er an mehreren Wochenenden im Monat Rennen in der Amateurliga, auf privaten und professionellen Rennstrecken, in der Schweiz und im nahen Ausland. Unter der Woche fährt er mit dem Lotus auch zum Einkaufen – und lernt dabei nicht selten einen Vater mit Kind oder einen Rentner kennen, der den gelben Renner bestaunt. Bisweilen erlaubt er auch mal jemandem, sich reinzusetzen. Denn trotz seines rasanten Hobbys ist und bleibt sein Auto für Freund ein Gebrauchsgegenstand.