Was kostet die Welt?

12. Juli 2010 11:32; Akt: 12.10.2010 10:43 Print

Reisen ohne einen RappenReisen ohne einen Rappen

von Patrick Holenstein, Students.ch - Für Studenten und Schüler beginnt die schönste Zeit des Jahres: Ferien. Doch oft ist das Budget kleiner als die Reiselust. Etwas erleben kann man trotzdem.

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Wenn man sich unter Studierenden umhört, erfährt man sehr schnell, dass es einige Möglichkeiten gibt, die ein Abenteuer versprechen und trotzdem das Portemonnaie nicht allzu sehr schmälern. Ob man fremde Couches benutzt oder für die Unterkunft im Land «chrampft», Hauptsache ist, dass man etwas erlebt. Zwei Studierende erzählen von ihren Erfahrungen.

Von Couch zu Couch

Roman R., Journalismusstudent aus Zürich, schwört auf Couchsurfing. «Bei dieser Art des Reisens erfährt man nicht nur allerhand über die Einheimischen und ihre Lebensweise, sondern man lernt auch eine Stadt aus ihrer ganz persönlichen Perspektive kennen. Und die findet man in keinem Reiseführer.» Die Idee ist simpel, praktisch und zudem noch günstig. Auf www.couchsurfing.com einloggen, Profil erstellen, definieren ob und zu welchen Bedingungen man bereit ist, das heimische Sofa zur Verfügung zu stellen und fertig.

Jetzt kann aus den abertausenden Sofas, die in den Wohnzimmern rund um den Globus stehen, gewählt werden. Bei Bedarf – und sofern verfügbar – kann entlang der geplanten Reiseroute auf fremden Sofas genächtigt werden. Für viele liegt der Reiz auch darin, dass Reisende im eigenen Daheim zu Gast sind. «Es ist ein wenig wie umgekehrtes Reisen. Die Gäste bringen die grosse weite Welt zu dir nach Hause», erzählt Roman weiter.

Gastgeschenke gehören zum guten Ton

Inzwischen sind weltweit über 1 Million Menschen bei der Community registriert. Rund 36 Prozent der Mitglieder bieten ihre Sofas tatsächlich für Übernachtungen an. Bei Couchsurfing geht es jedoch nicht in erster Linie um die kostenlose Schlafgelegenheit. Die Idee hinter dem Projekt ist den Betreibern wichtiger. Couchsurfing soll den globalen Zusammenhalt und den interkulturellen Austausch fördern. «Aber das Schönste ist das Gefühl, man habe auf der ganzen Welt Freunde», berichtet Roman begeistert.

Ein ungeschriebenes Gesetz ist, dass man den «Freunden» kleine Gastgeschenke wie Souvenirs aus dem Heimatland mitbringt. Ebenfalls gehört es zum guten Ton, dass man sich – sofern das der Gastgeber erwünscht – am Alltag beteiligt. Das kann vom Abwaschen über das Helfen beim Einkaufen bis zum Kochen gehen. Natürlich darf man gern mit einem Gericht aus der Heimat auftrumpfen, denn auch hier soll der Kulturaustausch zum Zuge kommen.

Jobs gehen unter der Hand weg

Aber wieso nicht gleich einen Teil der Ferien mit Arbeit im Urlaubsland selbst verdienen? Sandra D., die kürzlich ihr Diplom in Soziologie abgeschlossen hat, schwärmt: «Ich war letztes Jahr in Neuseeland und habe mir eine Zeit lang mit Jobs Kost und Logis verdient. Die Erfahrungen, die ich beim Bewirtschaften einer Farm machen durfte, möchte ich keinesfalls missen.» Meist werden solche Jobs im Land selber allerdings unter der Hand vergeben und es bedarf ein wenig Glück, um an solche einfachen Arbeiten zu kommen. Als Gegenleistung sind, wie im Fall von Sandra, oft Unterkunft und Essen gedeckt, was das Budget entlastet. Allerdings sind solche Jobs meist an einen Ort gebunden und lassen ein Herumreisen im Land kaum zu. So wundert es nicht, dass Sandra erklärt: «Ich hab wirklich kaum Schweizer kennengelernt, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machten.»

Billig reisen - Ihr Tipp

Wie haben Sie die weite grosse Welt erkundet, als Ihr Budget noch klein war? Berichten Sie von Ihren Erfahrungen und geben Sie jungen Menschen Tipps, wie sie mit kleinem Geld trotzdem ihrem Reisefieber frönen können.

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  • arbeiter am 20.07.2010 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    ich verstehe..

    ..beide seiten. jedoch muss gesagt sein, dass es sehr viele 'langzeit'studenten gibt, welche einfach von mami und papi finanziert werden um möglichst lange zu studieren. andererseits, und diese haben meinen vollen respekt, gibt es diese (wahrscheinlich die mehrheit) die studieren und arbeiten. ich persönlich hätte gerne studiert, nur war dies aus finanziellen gründen in der familie leider nicht möglich. ich sage immer: lieber 4-6 jahre studieren, dann 40 jahre arbeiten, als nur 45 jahre arbeiten! Leider ist das mit den stipendien wirklich ein glücksspiel (siehe anderer beitrag!).

  • TC Suter am 14.07.2010 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    1 Jahr Australien

    Wir waren 1 jahr auf reisen in australien. davon besuchten wir 1 monat die sprachschule in Sydney & lebten bei einer gastfamilie. Für Flug srachschule und Camper benötigten wir knapp 25.000 chf. mit den restlichen 25.000 sind wir dieses jahr gut über die runden gekommen. klingt nach viel. gerechnet sind dies jedoch nur knapp 70 CHF pro tag für 2 personen für verpflegung unterkunft und hygiene. wir haben viel wild campiert & dann an öffentlichen duschen am Strand geduscht. zeltplatz gab es meist nur zum Wäschewaschen & selber kochen ist das a & o. schöne natur zum bestaunen gibt es kostenlos.

  • hoho am 13.07.2010 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Neid

    Da spricht aus vielen einfach der Neid! Ich habe leider nicht studiert und bereue es jetzt zutiefst. Ihr Studenten könnt stolz auf euch sein! ich glaub euch gern, dass es finanziell schwierig ist, aber dafür könnt ihr euch später sehr viel leisten das ist wichtiger!