Gesund und nachhaltig

19. August 2014 11:16; Akt: 19.08.2014 11:16 Print

Essen ist heute mehr denn je eine Lebenseinstellung

von Fee Riebeling - Essen muss nicht mehr nur satt machen. Vielmehr soll es gesund und nachhaltig sein. Kurz: Man beschäftigt sich mit Lebensmitteln und deren Zubereitung.

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Schauspielerin Gwyneth Paltrow leidet an einer Gluten- und Laktose-Intoleranz und ernährt sich ausschliesslich von Gemüse. das verschaffe ihr ein besseres Körpergefühl, sagt sie. Der Verzehr von Gluten (in Weizen, Roggen, Dinkel u.a. Getreidesorten enthalten) kann Unverträglichkeiten auslösen und zu einer Autoimmunerkrankung führen. Rund 1 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist davon betroffen. In Hollywood ist die glutenfreie Ernährungauch bei Models wie Miranda Kerr schwer angesagt. verzehren nur Produkte von Tieren, nicht aber die Tiere selbst. So finden sich zwar Eier, Milch und Honig auf ihren Teller, aber nicht Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Neben den klassischen Vegetariern gibt es zudem noch die Ovo-Vegetarier, die auf Milchprodukte verzichten, und die Lacto-Vegetarier, die keine Eier konsumieren. verzichten auf Nahrung tierischen Ursprungs. Dazu gehören Eier, Tiermilch und Honig genauso wie die daraus hergestellten Lebensmittel. Zudem lehnen sie auch die Nutzung tierischer Produkte ab. Das reicht von Daunen über Lederschuhe bis zum Wollpullover. Auch Seifen aus tierischen Fetten sind tabu. gehen noch einen Schritt weiter als die Veganer. Sie wollen mit ihrer Lebensweise verhindern, dass auch Pflanzen ihretwegen leiden. Deshalb essen sie nur solche pflanzlichen Produkte, deren Gewinnung die Pflanzen nicht schädigen. Dazu zählen Fallobst, Nüsse und Samen. Bei Honig machen manche Frutarier eine Ausnahme. lehnen Fleischkonsum ab, essen aber Fisch. Auch Honig, Eier und Tiermilch sind erlaubt. Punkto Krebs- und Weichtiere gehen die Meinungen von Pescetariern auseinander: Einige essen sie, andere nicht. sind der Meinung, dass ab und an ein Stück Fleisch schon erlaubt ist. Allerdings geht es den meisten bei dieser Ernährungsweise weniger um den Erhalt tierischen Lebens als um ihre eigene Gesundheit. konsumieren grundsätzlich alle Arten von Lebensmitteln - vorausgesetzt sie wurden während der Verarbeitung nicht über 40 Grad erhitzt oder sind roh. Auf diese Weise sollen die lebenswichtigen Vitamine und Enzyme erhalten bleiben. essen, was andere wegwerfen. Dies nicht aus der Not heraus, sondern aus Überzeugung. Weiter essen sie Selbstangebautes, Geschenktes und Gefundenes. Mit dieser Ernährungsweise wollen sie auf das Konsumverhalten ihrer Mitmenschen hinweisen. verzichten der Gesundheit zuliebe weitgehend auf Kohlehydrate. Auf dem Speiseplan stehen vor allem viel Gemüse, Salate, Früchte und reichlich eiweisshaltige Nahrung wie Fleisch, Geflügel und Fisch, Milchprodukte und Nüsse sowie Hülsenfrüchte. Ebenfalls konsumiert werden hochwertige Fette und Öle. Logi steht für «Low Glycemic and Insulinemic» (deutsch: «niedriger Blutzucker- und Insulinspiegel»). essen ausschliesslich solche Lebensmittel, von denen angenommen wird, dass sie schon in der Steinzeit verfügbar waren: vor allem (Wild-)Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Schalentiere, Eier, Obst, Gemüse sowie Kräuter, Pilze, Nüsse, Esskastanien und Honig. Zu vermeiden sind Milch und Milchprodukte, ausserdem Getreide und Getreideprodukte. Auch industriell verarbeitete Nahrungsmittel sind tabu.

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Eigentlich könnte der Mensch nach Herzenslust schlemmen, praktisch alles ist verfügbar. Trotzdem landet nicht alles auf dem Teller. Denn der Mensch isst heute bewusster als noch vor einigen Jahren und hinterfragt zusehends Herstellung und Inhaltsstoffe.

Grund dafür sind unter anderen die zahlreichen Food-Skandale, die das Vertrauen in die Lebensmittelindustrie erschüttert haben, wie Gammelfleisch, Dioxin in Eiern, Etikettenschwindel und zuletzt die mit Bakterien verseuchte Wurst. Das hat viele Menschen veranlasst, sich mit den Produkten auseinanderzusetzen und die Speisen wenn möglich selbst zuzubereiten.

Eine Rolle spielen auch neue Erkenntnisse der Forschung. Das Wissen um Allergien, Unverträglichkeiten und ganz allgemein die Abläufe im Körper machen eine immer spezifischere Auseinandersetzung mit Essen überhaupt erst möglich.

Angebote in Hülle und Fülle

So ist Essen für manche zu einer Lebenseinstellung geworden. Dabei sind den verschiedenen Ernährungsphilosophien keine Grenzen gesetzt. Für den einen sind regionale Produkte wichtig, andere schwören auf die fleischlose Küche und wieder andere haben Kohlehydrate völlig aus ihrer Ernährung gestrichen. Viele achten auf das Bio-Label.

Wie auch immer die Vorlieben geartet sind: Gleichgesinnte finden sich online – entweder in sozialen Netzwerken oder auf Blogs. Ausgetauscht werden Rezepte, Durchhalte- und Literaturtipps. Foodporn-Fans werden auf Fotoplattformen wie etwa Instagram oder Pinterest fündig.

Alles, was das Herz begehrt

Doch auch offline ist die Tendenz klar: Supermärkte passen ihr Angebot an und haben neben lokalen, regionalen und biologischen auch sogenannte Slow-Food-Produkte im Programm. Selbst nicht normkonforme Obst- und Gemüsesorten sind erhältlich. Auch immer mehr Restaurants sind auf alle möglichen Wünsche vorbereitet. Manche haben sich sogar vollständig spezialisiert, etwa auf vegane Küche.

Wer trotzdem lieber selbst den Kochlöffel schwingt, kann das ebenfalls tun. Unterstützung findet er in den zahlreichen Kochbüchern, die auf den Markt kommen. Doch anders als der «Tiptopf» erinnern sie von ihrer Aufmachung her eher an Design- oder Bildbände. Das wundert nicht: Schliesslich isst das Auge mit.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick Cound am 19.08.2014 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kann dies bestätigen.

    Ich beobachte dies in meinem Bekanntenkreis, ja selbst bei meinen Eltern im hohen Alter, auch vermehrt: Viele kaufen viel bewusster ein und ernähren sich grundsätzlich gesünder als auch schon. Ich finde die Entwicklung ist absolut zu begrüssen, auch wenn vor allem bezüglich Bio-Labeln längst nicht alles Gold ist was glänzt. Womit die grossen Verteiler aber gewaltig Punkten können wäre es den elenden (Plastik)Verpackungen endlich mal den Kampf anzusagen! Nicht nur unserer Umwelt- sondern definitiv auch unserer Gesundheit zuliebe.

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  • rofl mündig am 19.08.2014 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    super......

    Das ist doch gut so. Vor allem wenn es auch regionales zu kaufen gibt. Wo ich immer noch Problem habe ist das ganze Bio Theater, letztlich grossenteils eine Abzocke, sonst nichts.

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  • Aras am 19.08.2014 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Bio-Illusion

    Wo BIO drauf steht, muss nicht zwingend auch BIO drin sein! Heute sind die Verfahren, sowie die notwendigen Merkmale einer Produktion, damit ein Produkt als BIO klassifiziert werden darf, in sehr seltenen Fällen noch an dem ursprünglichen BIO-Gedanke angelehnt. Für jeden Konsument, der beim Einkaufen auf die BIO-Label achtet, lege ich die Doku von ARTE "Die Bio-Illusion - Massenware mit Öko-Siegel" sehr ans Herzen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ENU am 19.08.2014 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwindel

    Gesundes und nachhaltiges Essen, so ein Blödsinn, so eine doofe Lebenseinstellung. Wir werden mit Lebensmittelfarben, künstlichen Zusätzen, Präsentationsschwindel in den Läden durch Lichteffekte noch und nöcher an der Nase herumgeführt.

  • vegivegi am 19.08.2014 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz...

    Die Definition von Vegetariern ist nicht ganz korrekt, denn Vegetarier essen keine Tiere UND nichts, was von GETÖTETEN Tieren stammt, d.h.: keine Gelatine und keine Produkte, die Gelatine enthalten und auch KEINEN Käse, in dem tierisches Lab (ein Enzym, was aus den Mägen toter Kälber entnommen wird) drin ist. Die meisten Käsesorten haben, leider, tierisches Lab, andere z.B.: mikrobielles oder es wird z.B.: Zitronensäure eingesetzt (Ricotta). Ein RICHTIGER Vegetarier weiss das:-):-).

    • Anna am 20.08.2014 00:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ovo- vegi oder lacto- vegi?

      In der Bildstrecke oben mal nachzuschauen ;-) also der Allgemeine Begriff Vegetarier wird ja Unterteilt mit Ovo-Vegi ,Lacto- Vegi

    • Radikk am 20.08.2014 06:17 Report Diesen Beitrag melden

      Vegetarier oder Vegan?

      Meinst du nicht Vegan?

    • vegivegi am 20.08.2014 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Richtige Definition

      @Radikk Nein, ich meine nicht vegan. Veganer essen NICHTS, was von Tieren stammt - gar keine Milchprodukte, keine Milch, keinen Honig, keine Eier. GAR nichts, was einen tierischen Ursprung hat. Vegetarier essen Honig, manche trinken Milch und essen Eier. Veganer nicht.

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  • andi am 19.08.2014 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    hinaus denken

    hier geht es nicht um das eigene Wohl und die eigene Lust. Leider ist die Welt überbevölkert und wenn jeder auf diesem Planet diese egoistische Meinung vertreten würde, einfach zu konsumieren/ gebrauchen, worauf man Lust hat, dann würden wir den Weltuntergang sogar noch miterleben. Denkt mal ein bisschen über das eigene Ego und Wohlbefinden hinaus. Das fängt schon beim bewussten Essen an (regional, umweltfreundlich, tierlieb).

    • vegivegi am 20.08.2014 14:07 Report Diesen Beitrag melden

      Alles klar:-)?

      @Anna Du hast es nicht ganz richtig verstanden. Ovo-Vegetarier verzichten auf Milch und Milchprodukte, essen aber Eier. Lakto-Vegis verzichten auf Eier, konsumieren aber Milch und Milchprodukte. Als richtiger Vegetarier isst man keinen Käse, in dem tierisches Lab drin ist, auch wenn man sonst Milchprodukte verzehrt und somit ein Lakto-Vegetarier ist.

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  • Gerry am 19.08.2014 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Intolleranz

    Im Prinzip soll doch jede/r selber entscheiden wie er/sie isst und was er/sie isst. Keiner hat das Recht jemandem zu sagen wie er/sie sich ernähren soll. Also spart eure Energie für euch selbst, denn andere vom eigenen Lebensstil überzeugen zu wollen zeugt von intolleranz.

  • Isabelle am 19.08.2014 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles Gold was glänzt, aber ..

    ich vertraue trotzdem auf Bio. Aber nur, bei Produkten aus der Region . Biotomaten aus den Niederlanden nützten einem herzlich wenig. Was ich jedoch niemals esse sind industriell verarbeitete Produkte: überzuckerte Weizenflocken oder Suppen aus der Tüte lasse ich links liegen. Koche und backe oft selbst, treibe viel Sport, ab und zu gönne ich mir mal eine Sünde. Liebe traditionelle Hausfrauenrezepte, künstlicher Fleischersatz käme mir nie und nimmer ins Haus, ich liebe Fleisch und es ist mir völlig wurscht, dass Tiere dafür sterben müssen. Fressen und gefressen werden:So ist die Natur.