Schweinegrippe

12. April 2010 18:58; Akt: 12.04.2010 19:08 Print

WHO hinterfragt Pandemie- ManagementWHO hinterfragt Pandemie- Management

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde vorgeworfen, die Schweinegrippe übertrieben zu haben. Nun verspricht sie eine umfassende Untersuchung.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Die WHO will den Umgang mit der Schweinegrippe analysieren und daraus Lehren für künftige Pandemien ziehen, versprach Generaldirektorin Margaret Chan am Montag in Genf bei der Eröffnung einer dreitägigen Expertentagung. «Wir wollen wissen, was gut lief. Wir wollen wissen, was schief lief und - idealerweise - warum. Wir wollen wissen, was man hätte besser machen können und wie», sagte Chan. Sie wolle eine «ehrliche, kritische und transparente» Untersuchung.

Auf der WHO-Konferenz wollen Fachleute herausfinden, wie die Organisation mit der im Frühjahr 2009 ausgebrochenen Pandemie umgegangen ist. Die Experten sollen zudem Vorgaben für den Umgang mit kommenden Pandemien erarbeiten.

Ein erster Bericht soll bereits der Generalversammlung der WHO Mitte Mai vorgelegt werden. Der Schlussbericht ist für Januar 2011 geplant.

Kritiker: WHO wurde manipuliert

Kritiker werfen der WHO vor, überzogen auf das Virus reagiert zu haben. Der WHO sei von der Pharmaindustrie manipuliert worden, erklärten diese.

Chan betonte, die WHO halte stets wachsam ein Auge darauf, dass Interessenkonflikte vermieden würden. Das Expertengremium sei unabhängig und setze sich gleichermassen aus Fachleuten aus Industriestaaten und Entwicklungsländern zusammen.

Zugleich verteidigte Chan die Ausrufung des Pandemie-Alarms im Juni vergangenen Jahres. Da das H1N1-Virus in 213 Ländern aufgetreten sei, sei auch die Ausbreitung wirklich global gewesen, sagte die WHO-Chefin.

Bisher wurden nach Laboranalysen weltweit etwa 17 500 Tote durch das mutierte Virus nachgewiesen. Dies sind weit weniger Opfer als normalerweise bei saisonalen Grippewellen. Viele Länder hatten aufgrund der WHO-Warnungen Millionen von Impfdosen angeschafft, die nun vernichtet werden müssen.

Der WHO-Sonderberater für Grippe-Pandemien, Keiji Fukuda, gestand am Montag Fehler in der Kommunikation der UNO-Organisation und bei der Definition der Stufen des Pandemie-Alarms ein.

Schweiz macht eigene Überprüfung

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wollte die Selbstanalyse der WHO nicht kommentieren. BAG-Sprecher Jean-Louis Zürcher verwies am Montag nur auf den Überprüfungsprozess in der Schweiz, der am Laufen ist. Einen solchen hatte Gesundheitsminister Didier Burkhalter im Januar angeordnet. Die Resultate sollen Ende April oder Anfang Mai vorliegen.

In der Schweiz war der Pandemie-Alarm am 5. Februar aufgehoben worden. Nach Schätzungen des BAG kamen hierzulande zwischen einer und eineinhalb Millionen Menschen mit dem H1N1-Virus in Kontakt. Mindestens 561 Menschen mussten hospitalisiert werden, 18 Menschen starben.

(sda)

Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren