Kalter Sommer

18. August 2014 11:24; Akt: 18.08.2014 12:38 Print

Klimaerwärmung macht Pause

Die Klimaerwärmung geht weiter, aber sie macht eine Pause. Grund dafür sind unter anderem kurzfristig schwächere Sonneneinstrahlung und Phänomene wie La Niña.

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Bis in die 1990er-Jahre stiegen die globalen Temperaturen markant an. Seit 1998 wurde es auf der Erde aber nur wenig wärmer – und dies, obwohl der Ausstoss an Treibhausgasen weiter zunahm.

Klimaskeptiker nutzten diesen vermeintlichen Widerspruch in den vergangenen Jahren immer wieder, um den Klimawandel als Ganzes oder sein Schadenspotenzial in Frage zu stellen. Die Mehrheit der Klimawissenschaftler betonte aber, dass die kurzfristige «Klimapause» einer langfristigen Erwärmung nicht widerspreche.

Für die Erwärmungspause fanden sie mehrere mögliche Ursachen, die nun erstmals systematisch untersucht wurden, wie die ETH am Montag mitteilte. Verantwortlich für die Studie war Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich.

In seiner Auswertung kommt er zum Schluss, dass für die «Klimapause» vor allem zwei Ursachen verantwortlich sind. Die Resultate sind in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift «Nature Geoscience» veröffentlicht.

La Niña lässt die Temperaturen sinken

Erste Ursache sind natürliche Klimaschwankungen wie El Niño, der für steigende Temperaturen sorgt, und sein Gegenphänomen La Niña. Sie lässt die Temperaturen sinken und war in den vergangenen Jahren besonders aktiv. Ohne La Niña wäre es deutlich wärmer gewesen.

Zweiter Hauptgrund ist laut der Studie, dass die Sonneneinstrahlung in den vergangenen Jahren schwächer war als vorausgesagt. Während die so genannten Sonnenflecken-Zyklen in der Vergangenheit jeweils 11 Jahre dauerten, brachte es die letzte Periode schwacher Sonneneinstrahlung aus unbekannten Gründen auf 13 Jahre.

Mehr Schwebeteilchen – weniger Sonneneinstrahlung

Ausserdem haben mehrere Vulkanausbrüche wie jener des Eyjafjallajökull in Island im Jahr 2010 die Konzentration der Schwebeteilchen in der Atmosphäre erhöht. Dies reduzierte die Sonneneinstrahlung, die auf der Erdoberfläche eintrifft.

Knutti nimmt zudem an, dass die offiziellen Messdaten zu tief sind. Denn zur Berechnung der Durchschnittstemperatur würden nur Messwerte von Wetterstationen am Boden verwendet.

Weil es solche nicht überall auf der Erde gibt, etwa in der Arktis, werden Satellitendaten verwendet. Diese liefern aber keine Angaben über besonders hohe Ausschläge gegen oben. Die Durchschnittstemperatur werde folglich zu tief angegeben.

Kein Grund, an der Klimaerwärmung zu zweifeln

Für den Forscher ist deshalb klar: Trotz Pause gibt es keinen Anlass, an der Klimaerwärmung zu zweifeln. «Wir können die kurzfristigen Schwankungen gut erklären. Sie ändern nichts daran, dass sich das Klima langfristig wegen der Treibhausgasemissionen deutlich erwärmen wird.»

Sobald sich Sonnenaktivität, Schwebeteilchen-Konzentration sowie Klimaphänomene wie La Niña wieder den Werten früherer Jahrzehnte annähern, wird die Erwärmung gemäss Studie weitergehen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hansli Meier am 18.08.2014 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Veränderung

    Fakt ist, dass es Klimaveränderungen gibt. Und ein weiter Fakt ist, dass alle sogenannten Experten keine Ahnung haben wie sich das Klima weiter entwickeln wird. Jeder hat eine andere These. Klar ist, es verändert sich, Punkt.

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  • Dieter Kaiser am 18.08.2014 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hypothesen

    Klimaforscher haben die Hypothese "Klimaerwärmung" aufgestellt. Diese ist mittlerweile fast zu einer Religion geworden. Viele Beobachtungen sind mit der Hypothese nur schlecht in Einklang zu bringen. Wissenschaftler sollten ihrer Glaubwürdigkeit zuliebe in der Lage sein, die eigenen Theorien ernsthaft infrage stellen.

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  • Mike Müller am 18.08.2014 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    "Klimaerwärmung"

    Ich bin kein Skeptiker was Klimaveränderung angeht, doch mich nervt der Begriff Klimaerwärmung. Nur weil statistisch gesehen es im Schnitt wärmer wurde, ist das kein Beleg für eine Erwärmung, es gibt nur Thesen die teils eindrücklich verfilmt wurden, aber nichts eindeutig belegen. Genauso mit dem Zyklus der Sonnenflecken, wer sagt das der Zyklus ewig gleich bleibt? Man weiss es nicht und man wird es auch nicht wissen! Eins ist klar: wir müssen damit leben und uns anpassen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mogli am 18.08.2014 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimawandel

    Um die Wirtschaft anzukurbeln und die Verbraucher zum umdenken zu bewegen, wird uns eingetrichtert unser Konsumverhalten nach ihren Wünschen zu richten.

  • Gringo Gordo am 18.08.2014 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ressourcen

    Welche Ressourcen mir zustehen bestimme ich und niemand sonst. Am allerwenigsten der WWF.

    • Hattori_Hanzo am 19.08.2014 06:24 Report Diesen Beitrag melden

      Nach mir die Sintflut

      Viel egoistischer gehts nicht mehr.

    • Gringo Gordo am 19.08.2014 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hattori

      Genau so wars auch gemeint!

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  • Optimist am 18.08.2014 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Klimaerwärmung bringt auch Positives

    Wenn's wärmer wird, müssen wir weniger heizen und können dadurch fossile Energien sparen!

    • mister wrong am 18.08.2014 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      kurz und prägnant

      hhahaha den habe ich noch nie gehört lach mich tod.:)

    • Miranda am 18.08.2014 21:45 Report Diesen Beitrag melden

      Klimaanlage

      Nützt nicht viel, wenn dann 24h die Klimaanlage läuft, so wie bereits jetzt in Californien USA.

    • mags frisch am 19.08.2014 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Leider nein

      Klimaerwärmung -> Polkappen schmelzen -> mehr Süsswasser im Pazifik -> Golfstrom kommt zum erliegen -> es wird verdammt kalt in Europa, auch im Sommer. Viel Spaß

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  • Fubar am 18.08.2014 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Ausschläge gegen oben?

    Aha, die verwendeten Satellitendaten liefern keine Angaben über besonders hohe Ausschläge gegen oben. Also liefern sie vermutlich auch keine Angaben über besonders hohe Ausschläge gegen unten. Wäre interessant auch diese Seite der Medaille zu sehen... Aber das würde wahrscheinlich der Klima-Hysterie entgegenlaufen.

  • Skeptiker am 18.08.2014 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Natürlicher Ausgleich

    Einerseits werden bei Vulkanausbrüchen viele Klimaschädigende Gase freigesetzt, andererseits vermindern die ebenfalls freigesetzten Schwebepartikel die Sonneneinstrahlung auf die Erde. Perfekt, das gleicht sich sicher schön aus. Dann gilt ähnliches sicherlich auch für Waldbrände und anderweitige Prozesse.