Nützlicher Eingriff

18. März 2012 20:21; Akt: 22.03.2012 15:11 Print

Schützt eine Beschneidung auch vor Krebs?

Weniger Vorhaut = weniger Infektionen: Beschnittenen Männern bleiben Erkrankungen wie HIV eher erspart. Vieles deutet gar darauf hin, dass eine Beschneidung Prostata-Krebs vorbeugen könnte.

Bildstrecke im Grossformat »
Verschiedene Faktoren stehen im Verdacht, Krebserkrankungen zu begünstigen. Nachfolgend einige Beispiele... . Viele Sonnenschutzmittel enthalten gesundheitlich bedenkliche Stoffe. Trotzdem gilt: Lieber dick mit einer Creme mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen und somit das Hautkrebsrisiko minimieren. Sogenannte Azofarbstoffe werden auch zum Tätowieren verwendet. Sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Alkohol wird - wenn auch nur indirekt - zum Krebsrisiko: Seine Abbauprodukte können den Körper schädigen. Eine deutsche Studie brachte es ans Licht: Kinder, die in der Nähe von Atomkraftwerken aufwachsen, haben ein grösseres Risiko an Blutkrebs zu erkranken. Die genetische Disposition kann das Krebsrisiko erhöhen, wie zeigt. Schlanke Menschen leben gesünder - und verringern ihr Krebsrisiko (). Feuerwehrmänner leben auch langfristig wegen riskanter Einsätze gefährlich: Sie kommen regelmässig mit krebserregenden Stoffen in Kontakt. Diätexperten raten zum regelmässigen Verzehr von Fisch, Gemüse und Früchten. Wer viel rotes Fleisch (also Rind, Schwein, etc) zu sich nimmt und nicht auf eine ausgewogene Ernährung achtet, erhöht sein Darmkrebsrisiko. Das Rauchen eines Joints ist 20 Mal so krebserregend wie das Qualmen einer normalen Zigarette. Dies besagt eine Studie des Medizinischen Forschungsinstituts in Wellington, Neuseeland. Sogar in Kochutensilien wurden krebserregende Stoffe gefunden. gibts mehr zum Thema. Sogar Menschen, die regelmässig nachts arbeiten müssen, sind . Durch Raps erzeugter Treibstoff ist mit Vorsicht zu geniessen, wie in zu lesen ist.

Krebs, eine schreckliche Zivilisationskrankheit.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Gebärmutterhalskrebs und Kopf-Hals Tumoren stehen häufig in Verbindung mit einer vorangegangenen Infektion. Darüber hinaus gibt es auch einen Zusammenhang zwischen bestimmten Erregern und der Entstehung von Prostatakarzinomen. Aus unterschiedlichen epidemiologischen Studien geht hervor, dass gerade bei einer bestehenden Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse) das Prostatakrebs-Risiko bei rund 80 Prozent liegt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit Bakterien und Viren wie Mycoplasmen, Chlamydien, Trichomonaden, HPV und HIV für diese Infektionen verantwortlich sind.

Um herauszufinden, ob eine Beschneidung (Zirkumzision) nicht nur das Risiko einer HIV-Infektion, sondern auch das zur Entstehung eines Prostatakarzinoms mindern könnte, werteten Urologen aus dem US-amerikanischen Seattle zwei bevölkerungsbezogene Fall-Kontrollstudien aus. Eine dieser beiden Arbeiten wurde bereits veröffentlicht.

Besserer Schutz dank Hornhaut

Die Wissenschaflter untersuchten Daten von 1754 Männern zwischen 35 und 74 Jahren, die an Prostatakrebs erkrankt waren und 1645 Personen, die nicht darunter litten.

Bei der Mehrzahl der beschnittenen Studienteilnehmer erfolgte die Zirkumzision bereits kurz nach der Geburt (bei 91 Prozent), wie in der Ärzte Zeitung zu lesen ist.
Im Vergleich zu den unbeschnittenen Männern, hatten die beschnittenen Probanden ein um 15 Prozent geringeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.

Die protektive Wirkung ist - so wird vermutet - auf die Verhornung am Penis zurückzuführen, die nach der Entfernung der Vorhaut entsteht.
Die Studie wurde im medizinischen Fachjournal Cancer veröffentlicht.

(rre)