Schutz bei Kindern

27. Februar 2012 23:03; Akt: 22.03.2012 15:13 Print

«Hautpolizist» klärt über Hautkrebs auf

von Lorenz Hanselmann - Kinder, die nicht über Hautkrebs aufgeklärt sind, schützen sich am wenigsten vor der Sonne. Experten schlagen eine Sonnencreme-Pflicht vor.

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Sonnenschutz ist bei Kindern besonders wichtig. (Bild: Jaimie Duplass / Fotolia)

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Jedes Jahr erkranken in der Schweiz im Schnitt 15 000 Menschen an Hautkrebs – so viele wie nirgends in Europa. In einer einzigartigen Studie haben Forscher der Universität Basel um Christian Surber nun fast 900 Basler Schüler zum Thema Sonnenschutz befragt. Die Resultate sind erschreckend: Viele schützen sich ­wenig und wissen kaum über Hautkrebs Bescheid. Am schlimmsten ist es bei den Jüngsten: Vier von fünf Drittklässlern wissen nicht einmal, dass man nicht nur im Hochsommer einen Sonnenbrand ­bekommen kann. «Unsere Befürchtungen haben sich leider bestätigt», sagt Surber.

Mitschuld an der Misere tragen die Eltern: Wenn sie mit ihren Kindern nie über Sonnenschutz sprechen, schützen sich diese dreimal weniger. ­Besonders selten tun dies ­Eltern mit schlechter Bildung. Sie cremen ihre Sprösslinge auch nur halb so oft ein. Dabei ist Sonnenschutz bei Kindern ­besonders wichtig: «Sonnenbrände in diesem Alter erhöhen das Melanom-Risiko deutlich», sagt Dermatologe Robert Hunger vom Inselspital Bern.

Für die Forscher ist klar: Kinder müssen besser aufgeklärt werden. «Idealerweise würde analog zum Schulpolizisten regelmässig in die Klassen ein ‹Hautpolizist› gehen», sagt Surber. Allerdings zeigt die Studie auch, dass ­ältere Schüler zwar mehr wissen, sich aber nicht besser schützen (siehe Info-Box). Hunger zweifelt deshalb am Nutzen neuer Kampagnen: «Leider sieht es so aus, dass sich nur dann wirklich etwas ver­bessert, wenn man Sonnenschutz für obligatorisch erklärt.» Vorbild könnte Australien sein: Dort werden Kinder schon mal heimgeschickt, wenn sie keinen Sonnenhut tragen.