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Spender gefunden
23. Dezember 2011 16:13; Akt: 04.01.2012 10:43 Print
«Das schönste Weihnachts-Geschenk»
von Runa Reinecke - Nach Wochen voller Todesangst fällt Laurence Klenk ein dicker Stein vom Herzen: Für die krebskranke Bernerin wurde ein passender Blut-Stammzellen-Spender gefunden.
Wie fühlt es sich an, den Tod vor Augen zu haben, nicht zu wissen, ob man den Christbaum mit den Liebsten zum letzten Mal schmückt? Kaum jemand kann ermessen, wie bedrückend es ist, ein Gefangener im eigenen Körper zu sein, eingesperrt in einem Organismus, der sich aufgrund fehlgeleiteter Mechanismen selbst zerstört.
Laurence Klenk kennt diese ständige Angst. Seit Wochen wird die 34-Jährige von quälender Ungewissheit gepeinigt: Klenk leidet unter einer äusserst seltenen und aggressiven Form von Lymphdrüsenkrebs, einem AILD-Lymphom. Ihr Leben kann nur durch eine Blut-Stammzellen-Spende gerettet werden (20 Minuten Online berichtete).
Wie kann ich Blut-Stammzellen spenden?
Was sind Blutstammzellen, was bedeutet HLA?
Blutstammzellen kommen vor allem im Knochenmark und in den grossen Knochen vor. Sie gelten als Ausgangspunkt für das Abwehrsystem und die gesamte Zellneubildung des Blutes. Eine Transplantation mit sogenannten peripheren Blutstammzellen kann entweder mittels eigenen (autologen) oder fremden (allogenen) Blutstammzellen erfolgen. Die fremden Blutstammzellen werden durch eine Blutentnahme beim Spender gewonnen. «Mit eigenen Stammzellen liegen die Risiken vor allem bei der Toxizität der Behandlung und beim Rückfall des Krebsleidens. Das Rückfall-Risiko ist mit fremden Stammzellen geringer, dafür kommen Abstossungsrisiken hinzu», erläutert Jakob Passweg, Professor und Chefarzt Hämatologie am Universitätsspital Basel, die Probleme, die bei den jeweiligen Verfahren auftreten können. Die Überlebenschance eines Transplantierten liegt laut Passweg bei etwa 60 Prozent. Ob ein Mensch durch eine Stammzellen-Therapie geheilt werden kann, hängt von der Art der Blut-Stammzellen ab und wie gut das HLA-Profil des Spenders zu dem des Empfängers passt.
Beim sogenannten HLA handelt es sich gemäss Dr. med. Grazia Nicoloso von der Stiftung Blut-Stammzellen Schweiz um bestimmte Merkmale (Antigene), mit deren Hilfe das Immunsystem eigene von fremden Zellen unterscheiden kann. Um eine Abstossungsreaktion beim Blutstammzellen-Empfänger zu vermeiden, müssen diese Merkmale möglichst vollständig übereinstimmen. Da einige Menschen über sehr seltene HLA-Merkmale verfügen, ist es wichtig, dass sich möglichst viele Spender in einer weltweit abrufbaren Datenbank registrieren lassen. Hier können auch Sie sich registrieren.
(rre) Wieso ist es so schwierig, einen passenden Spender für einen Krebspatienten zu finden? Wie läuft eine Registrierung ab? Wie wahrscheinlich ist es, dass ich für eine Spende (Blutabnahme) aufgeboten werde? Diese und weitere Fragen beantwortet Grazia Nicoloso, ärztliche Leiterin der Stiftung Blut-Stammzellen im Interview.
Seit heute Morgen um 9:00 Uhr hat die Zeit des Bangens für die junge Mutter ein Ende: Im Inselspital Bern wurde ihr mitgeteilt, dass die Chemotherapie gut angeschlagen hat und aktuell keine tumorartigen, vergrösserten Lymphknoten mehr nachweisbar sind. Doch damit nicht genug der guten Nachrichten. Für Laurence Klenk konnte ein passender Spender gefunden werden: «Ich kann kaum in Worte fassen, wie gut es mir jetzt geht. Nach den vielen Chemotherapie-Zyklen und den damit verbundenen Nebenwirkungen ist diese Nachricht eine riesige Erleichterung», freut sich die Oberärztin, die jetzt selbst Patientin ist.
«Die Solidarität darf nicht abebben»
Laurence Klenk hatte grosses Glück: Das sogenannte HLA-Profil des Spenders muss mit dem des Empfängers in möglichst zehn Punkten übereinstimmen, damit es nicht zu Abstossungsreaktionen kommt. Da die junge Mutter über ein besonders seltenes Profil verfügt, blieb die Suche lange ergebnislos. Damit möglichst viele potentielle Spender erfasst werden können, rief 20 Minuten Online Anfang Dezember die Leser auf, sich bei der Stiftung Blut-Stammzellen registrieren zu lassen.
«Es sind die schönsten Weihnachten meines Lebens», erzählt die Bernerin im Gespräch mit 20 Minuten Online. Jetzt heisst es erst einmal Kraft tanken, denn im neuen Jahr steht für Klenk die nächste schwere und riskante Etappe an: Voraussichtlich Anfang Februar begibt sie sich auf die Isolationsstation des Unispitals Basel. Dort bekommt sie eine starke Chemotherapie, eventuell eine Bestrahlung: Das eigene Immunsystem wird «heruntergefahren». Danach erhält sie die Blut-Stammzellen ihres Spenders, die sich langsam im Knochenmark anreichern und ein neues, gesundes Immunsystem aufbauen sollen.
Die junge Medizinerin hat wieder Hoffnung. Eine Hoffnung, die sie gerne mit anderen Patienten teilen möchte, die sich in einer ähnlichen Situation befinden: «Ich wünsche mir sehr, dass die Solidarität nicht abebbt und sich immer noch neue potentielle Blut-Stammzellen-Spender registrieren lassen.»
Wie Sie potentieller Blut-Stammzellen-Spender werden und Menschen wie Laurence Klenk das Leben retten können, erfahren Sie hier.
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Alle 31 Kommentare






























Super!
Das finde ich super! Ich habe vor 5 Jahren auch Stammzellen bekommen, aber von einer Nabelschnur. Ich hoffe, dass ihr Körper das Blut annimmt!!
tja
ich bin auch eingetragener Spender... Alle die diese Geschichte toll finden. tut auch was und.tragt euch ein
Tadaaaa!
Und es gibt doch einen Gott! Ist doch super oder etwa nicht? Ist das das, wo sie einem ins Rückenmark stechen? Das machen sie jedenfalls bei Leukemie so. Na dann, gute Besserung!
Nein!!!!!
Also ins Rückenmark stechen tun sie nie (das hätte eine Querschnittlähmung zur Folge!). Hier gehts um KNOCHEN-Mark, nicht ums RÜCKEN-Mark. Bei Leukämie kann eine Stammzellspende oder eine Knochen-Marks-Spende nötig sein, nie aber ein Stich ins Rückenmark! Die Knochenmarksspende erfolgt im BECKENbereich und für den Spender in Vollnarkose. Weitere Infos auf Merci. PS: Es sind genau solche Fehlinfos, die Leute vom Registrieren und Spenden abhalten
@ Tadaaa
Es kann sein, dass bei einer Leukämie eine Liquorpunktion (LP) notwendig sein kann, das ist ein Stich (unter lokaler Betäubung) in den Rücken. Allerdings nicht wie schon geschrieben ins Rückenmark, sondern tief unten im Bereich der Lendenwirbelsäule, wo kein eigentliches Rückenmark mehr vorhanden ist. Bei der Knochenmarksspende braucht es dann beim SpenderIn eine Form der Anästhesie und die kann, sofern gewünscht, eine Spinalanästhesie sei (wieder so ein Stich in den Rücken, aber nicht ins Rückenmark). Der Aufwand für den/die SpenderIn potentiell ein Leben zu retten, hält sich in Grenzen:-)