Tattoo-Entfernung

12. Mai 2014 07:08; Akt: 12.05.2014 07:08 Print

«Die Schmerzen sind schon ziemlich heftig»

von Ruben Assenberg - Dank Hightech kann heute ein Tattoo ohne bleibende Spuren entfernt werden. Doch das lässt sich nicht auf die Schnelle noch vor der Badesaison beheben: rund ein Jahr ist nötig.

2,5 Millionen Schweizer sind Tattoo-Träger. Unter ihnen befinden sich einige, die sich von ihrem Tattoo trennen möchten. (Video: R.Assenberg/M.Simon)
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Zur vollständigen Entfernung der «Altlasten» sind laut dem Geschäftsführer der Tattoo-Entfernungspraxis, Adrian Gsell, in Abständen von einem Monat 8 bis 12 Behandlungen nötig. «Weil sich die Behandlung über mehrere Monate verteilt, gibt es auch keinen saisonalen Trend», erzählt Gsell, der selbst mehrere Tattoos trägt. «Fast 70 Prozent aller Kunden, die sich unter die Laserstrahlen wagen, sind Frauen.»

Auch bei den Stars findet die Tattoo-Entfernung grossen Anklang. Angelina Jolie liess ihr Liebestattoo aus der Beziehung mit ihrem ehemaligen Partner Billy Bob Thornton weglasern. So zieren heute die Längen- und Breitengrade der Geburtsorte ihrer Kinder mit Brad Pitt den Oberarm. Auch Heidi Klum ist ein Opfer der Liebestattoo-Falle. Der Name ihres Ex-Mannes Seal wurde kurzerhand mit den Laserstrahlen entfernt.

Die Farbpigmente, die beim Stechen eines Tattoos unter die Haut gelangen, werden mit der Zeit von körpereigenen Zellen eingeschlossen. Das hindert den Körper daran, die Farbpigmente abzubauen. Durch die Laserstrahlen werden die Zellen erhitzt und zum Platzen gebracht – die Farbe kann entweichen und wird vom Immunsystem des Körpers abgebaut.

KV-Lehrling Kelvin, der extra aus Bern anreist, um die übergrossen Engelsflügel, die seinen Rücken zieren, entfernen zu lassen, sitzt schon zum zweiten Mal mit verzerrtem Gesicht auf dem Behandlungsstuhl. «Die Schmerzen sind schon ziemlich heftig, aber nach jeder Behandlung steigt die Motivation, das Tattoo endlich los zu sein», gibt der KV-Lehrling zu. In zwei Monaten wird er die Prozedur wieder über sich ergehen lassen, mit der Aussicht, schon bald ohne Flügel auf dem Rücken in die Badesaison starten zu können.