FMH-Präsident

09. Januar 2011 14:44; Akt: 09.01.2011 15:19 Print

«Wir sind vom Ausland abhängig»«Wir sind vom Ausland abhängig»

Die Zahl der ausländischen Ärzte steigt rasant. Und Besserung ist nicht in Sicht: Zwei von drei Allgemeinärzten sind über 57 - und die Politik schlafe, kritisiert der FMH-Präsident.

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Der Ärztemangel in der Schweiz wird immer akuter. «In den Spitälern arbeiten fast 40 Prozent der Ärzte mit ausländischem Diplom», bestätigte Jacques de Haller, der Präsident der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) einen Bericht der «SonntagsZeitung» und von «Le Matin dimanche». Nachwuchsmangel bereite ihm grosse Sorgen.

Mit 2000 Diplomen wurden im letzten Jahr 20 Prozent mehr anerkannt als im Rekordjahr 2009. 20 Minuten Online hatte bereits zuvor berichtet, dass nach den Deutschen auch immer mehr Osteuropäer und Griechen eine Anstellung in Schweizer Spitälern finden.

Falls die Anzahl Studienplätze für Humanmediziner nicht um 20 Prozent angehoben würden, stünde die Schweiz in fünf bis zehn Jahren vor grossen Problemen, sagte de Haller. Denn zwei Drittel aller Allgemeinärzte seien über 57 Jahre alt. «Wir sind vom Ausland abhängig», stellte er fest.

Heute stehen an den Schweizer Universitäten 1048 Studienplätze in der Humanmedizin zur Verfügung. Gemäss de Haller braucht es aber jedes Jahr 1200 neue Studierende. Auf diese Weise würden jedes Jahr statt 650 rund 800 neue Ärzte ihr Diplom in der Schweiz machen.

Kritik an der Politik

Obwohl das Problem bekannt sei, handle die Politik nicht, kritisiert der FMH-Präsident. Das sei ein Grund, weshalb er nun selber in die Politik einsteigen wolle. Jacques de Haller kandidiert bei den Nationalratswahlen 2011 für die Berner SP.

Von den 1969 ausländischen Ärzten und Apothekern, die 2010 ihr Diplom in der Schweiz anerkennen liessen, kommen 45 Prozent aus Deutschland. Das zeigt die neuste Statistik der Schweizer Medizinalberufungskommission. Weil die Arbeitsbedingungen in Deutschland verbessert würden, gingen aber viele Deutsche wieder zurück, sagte de Haller.

Je rund 12 Prozent der ausländischen Ärzte sind Italiener und Franzosen. Immer mehr Gesuchsteller kommen aus Griechenland, Tschechien, Polen oder Ungarn. So sind beispielsweise neu in der Schweiz 145 Ärzte und Apotheker aus Griechenland zugelassen. Das sind 34 Prozent mehr als 2009.

(sda)

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  • Don Mafia am 12.01.2011 03:41 Report Diesen Beitrag melden

    So krank ist kein Volk ...

    Man/frau rechne: 7.5 Mio Zwangs-Versicherte bei durchschnittlich CHF 300.- Prämie/mtl. plus Jahres-Franchise, plus Selbstbehalt, plus Zusatzvers. macht Suma sumarum +/- CHF 2.5 Mrd/mtl oder 30 Mrd p.a. !!! Wer hat dieses Geld ? So (teuer) krank kann ein Volk von 7.5 Mio Nasen gar nicht sein! Zuviele verdienen sich eine "goldene" Nase ...!

  • Abwägender Leser am 10.01.2011 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Chrüsimüsi

    Die FDP will nur noch die Besten aus dem Ausland. Die Banken wollen möglichst viel Gewinn auch mit Devisenspekulationen erzielen. Besonders die Wirtschaft jubelte die Personenfreizügigkeit hoch. Nun haben wir eine Frankenstärke. Fazit SECO: "Arbeitslose als Preis des Frankens"...

  • Franz am 10.01.2011 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Arzt-Löhne + KK-Kosten müssen runter

    damit mehr Schweizer-Ärzte ausgebildet werden können, somit müssen wir auch nicht mehr auf ausländische Kräfte angewiesen sein. BR Burkhalter FDP, soll entlich am richtigen Ort sparen, und nicht beim Schweizer-Volk Abzocken.

    • Aquadrat am 10.01.2011 22:35 Report Diesen Beitrag melden

      Arzt-Löhne

      Absoluter Blödsinn. Die Löhne sind gemessen an der Arbeit & Verantwortung miserabel. Aber anscheinend ist den Schweizern (wie den meisten Mitteleuropäern) die Behandlung ihres Geldes mehr wert (in Form von Managerboni) als die Behandlung ihrer Kranken!

    • Hans am 11.01.2011 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      Arzt-Löhne...

      Lieber Franz. Als Assistenzarzt mit einer 50 Stunden Arbeitswoche inklusive Nacht-, Abend- und Wochenenddiensten verdiene ich zur Zeit brutto 38.- Franken in der Stunde. Und das mit 4 Jahren klinischer Erfahrung. Ist das wirklich übertrieben viel? Geld sparen kann man lediglich mit Leistungskürzungen, was dann aber niemand ernsthaft will.

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