Hautkrebs-Diagnose

31. März 2011 12:00; Akt: 04.04.2011 16:05 Print

Klebestreifen statt Skalpell

Verdächtige Hautveränderungen werden oft vorsorglich mit dem Skalpell beim Hautarzt entfernt. Diese Mini-OP könnte schon bald in vielen Fällen überflüssig sein. Möglich machts ein Klebeband.

Hautkrebs oder nicht? Dieses Klebeband hilft bei der Diagnose.
(Quelle: Foxnews.com)
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Jedes Jahr erkranken in der Schweiz etwa 1900 Menschen am sogenannten malignen Melanom. Der Krebsliga zufolge gehört der sogenannte schwarze Hautkrebs zu einer der häufigsten Erscheinungen bösartig veränderter Gewebszellen. Rund ein Drittel aller Patienten ist zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre alt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten ist Hautkrebs bereits früh erkennbar. Neu gebildete oder Veränderungen an bereits vorhandenen Muttermalen (Vergrösserungen, Formveränderungen, Verfärbungen etc.) sollte man aus diesem Grund genau beobachten. Gewissheit darüber, ob ein Muttermal entfernt werden muss, kann nur die Untersuchung beim Hautarzt geben.

Entdeckt der Dermatologe eine verdächtige Hautveränderung, dann wird diese Hautpartie mit einem Skalpell herausgeschnitten und anschliessend im Labor untersucht. Im Zuge des Heilungsprozesses entsteht später einer kleine Narbe. Durchgeführt wird die Mini-OP mit einer lokalen Betäubung. Je nach Befund - also Krebs oder nicht - wird der Hautarzt mit dem Patienten gegebenenfalls weitere Behandlungsschritte besprechen.

Die Klebeband-Prozedur: Schmerzfrei und unblutig

Viele dieser entfernten Hautflecken, die sich im Nachhinein als harmlos herausstellen, bleiben vielleicht schon bald unberührt. US-Forscher haben ein Diagnoseverfahren entwickelt, das den Hautkrebs mit Hilfe eines Haftstreifens - ähnlich einem handelsüblichen Klebeband - erkennt. Dazu wird der Klebestreifen auf die zu untersuchende Hautpartie gedrückt und anschliessend abgezogen. Danach werden die auf dem Streifen haftenden Hautzellen auf Krebszellen untersucht. Erst wenn verdächtige Hautzellen gefunden werden, greift der Arzt zu Betäubungsspritze und Skalpell.

Noch befindet sich das Klebeband in der Testphase. Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend. Ob, beziehungsweise wann es in den Hautarztpraxen zum Einsatz kommt, ist bis dato noch unklar.

Dick eincremen und nicht zu viel Sonne

Immerhin, dem Hautkrebs lässt sich vorbeugen: Meiden Sie ausgiebige Sonnenbäder, benutzen Sie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und schützen Sie Ihre Haut mit lichtundurchlässiger Kleidung, beziehungsweise einem Sonnenhut. Menschen mit heller Haut, hellem Haar und mehreren Muttermalen haben ein deutlich erhöhtes Hautkrebsrisiko und sollten deshalb ein bis zwei Mal im Jahr den Dermatologen aufsuchen. Aber auch für Menschen mit dunklerer Haut ist es ratsam, den Vorsorge-Check mindestens einmal im Jahr in Anspruch zu nehmen.

Weitere Informationen zum Hautkrebs finden Sie bei der Krebsliga Schweiz.

(rre)