Keine Verbesserungen

21. April 2017 18:07; Akt: 21.04.2017 18:07 Print

Gehirnjogging-Apps bringen nichts

Gehirnjogging soll die grauen Zellen frisch halten. Das versprechen die Anbieter solcher Angebote. Aber an solchen Verheissungen ist nicht viel dran.

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Wer sein Gehirn regelmässig fordert, hat länger Freude daran. Deshalb trainieren viele Menschen ihr Denkorgan mithilfe von Sudokus, Kreuzworträtseln und speziellen Gehirnjogging-Apps.

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Ihre Hoffnung: degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz vorbeugen zu können. Schliesslich versprechen die Anbieter genau das.

Knobeln für die Wissenschaft

Für die Nutzer der digitalen – und häufig kostenpflichtigen – Angebote haben Forscher um Neil Charness von der Florida State University schlechte Nachrichten: Ihnen zufolge hat Gehirnjogging keinen nachweisbaren Effekt auf Gedächtnisleistung und Erinnerungsvermögen.

Für die im Fachjournal «Frontiers in Aging Neuroscience» veröffentlichte Studie teilten die Forscher die Teilnehmer in zwei Gruppen auf und massen deren Gedächtnisleistung. Dann absolvierte die eine ein Gehirnjogging-Spiel, die andere beschäftigte sich währenddessen mit einem Zahlen- oder Kreuzworträtsel. Bei allen Probanden wurde dabei das Arbeitsgedächtnis trainiert.

Anschliessend untersuchten Charness und seine Kollegen, ob sich das Training des Arbeitsgedächtnisses positiv auf andere geistige Fähigkeiten wie Logik, Erinnerungsvermögen oder Verarbeitungsgeschwindigkeit ausgewirkt hat.

Aerobic bringt mehr

Das Ergebnis ist ernüchternd: So hatte keine der beiden Trainingsvarianten messbare Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung der Probanden. Das Versprechen der Anbieter von Gehirnjogging-Apps wird offenbar nicht gehalten, teilte die Hochschule mit.

Auch von Kreuzworträtseln und Sudokus hält Charness nicht viel, denn auch dort fände kein Transfer der Leistungen statt: «Kann man, wenn man besser im Kreuzworträtseln wird, sich auch besser daran erinnern, wo die Schlüssel liegen? Die Antwort ist wahrscheinlich Nein.»

Sich seinem Schicksal ergeben muss sich dennoch niemand, wie Charness erklärt: «Wer seine geistigen Fähigkeiten verbessern möchte, sollte lieber Aerobic-Stunden nehmen.» Schliesslich hätten Studien gezeigt, dass sich körperliche Betätigung positiv auf das Gehirn und seine Leistungen auswirkt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • susu am 21.04.2017 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    andere Meinung

    Nun da bin ich anderer Meinung. ich benutze solche Apps selber und sehe von Woche zu Woche grosse Verbesserungen. wohlgemerkt: ich habe eine Nervenerkrankung welche meine Hirnleistung verschlechtern kann...

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  • Herr Max Bünzlig am 22.04.2017 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    muss ich wirklich Wissen, wer 788 Kaiser von Preisgau war

  • Typhoeus am 21.04.2017 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektronische Gehirnwäsche mit Tumblerefekt

    ist schwachsinnig und dann noch im Alleinganh. Besser an unterhaltsamen Gesprächen teilnehmen und ein gutes Buch lesen. Das fordert fss Gehirn mehr und bereitet Freude. Enorm wichtig für eine ausgeglichene Psyche.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig am 22.04.2017 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    muss ich wirklich Wissen, wer 788 Kaiser von Preisgau war

  • M. Gerber am 21.04.2017 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    N-Back

    Vielleicht bringen "lustige" Mini-Games nichts, aber die Wirksamkeit von z.B. dem Dual N-Back Training nach Jäggi/Buschkühl (oder so ähnlich, mag das jetzt nicht recherchieren) ist belegbar.

  • marko 32 am 21.04.2017 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glaube

    Glaube ich auch

  • Typhoeus am 21.04.2017 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektronische Gehirnwäsche mit Tumblerefekt

    ist schwachsinnig und dann noch im Alleinganh. Besser an unterhaltsamen Gesprächen teilnehmen und ein gutes Buch lesen. Das fordert fss Gehirn mehr und bereitet Freude. Enorm wichtig für eine ausgeglichene Psyche.

  • susu am 21.04.2017 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    andere Meinung

    Nun da bin ich anderer Meinung. ich benutze solche Apps selber und sehe von Woche zu Woche grosse Verbesserungen. wohlgemerkt: ich habe eine Nervenerkrankung welche meine Hirnleistung verschlechtern kann...

    • z.sabani am 21.04.2017 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @susu

      ja.. aber das ist eine wissenschaftliche erkenntnis. eine meinung ändert nichts an der tatsache.

    • Trui am 21.04.2017 21:29 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht verwechseln

      Sie können meinen aber Wissen ist etwas anderes.

    • Jacqueline am 21.04.2017 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @susu

      Ich würde sagen weiter so, denn sitze auch in einem solchen Boot und merke den Unterschied. Zudem wurden die Forschungen auf irgendwelchen Personen gemacht und nicht auf spezifischen Gruppen

    • Sigmund Freud am 22.04.2017 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @susu

      Sie verbessern sich schon bei dieser spezifischen Aufgabe, aber die Frage ist, ob es einen Transfereffekt auf ähnliche alltagsrelevante Leistungen gibt... Schon viele Studien haben gezeigt, dass dies nicht der Fall ist, ausser evtl. bei sog. n-back Aufgaben und einer generellen Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses...

    • Sepp Wanner am 22.04.2017 20:14 Report Diesen Beitrag melden

      @susu Übung macht den Meister

      Natürlich verbessert man sich im Lösen dieser Rätsel. Aber auf Anderes hat das keine Auswirkung habe ich selber festgestellt. Auch wenn ich im Kwr. besser werde vergesse ich dennoch genau so oft Dinge im täglichen Leben oder lerne generell deswegen nicht ringer.

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