Traumatisches Erlebnis

30. Juli 2010 10:20; Akt: 30.07.2010 10:56 Print

Wenn Angst den Schlaf raubtWenn Angst den Schlaf raubt

Schlimme Erlebnisse bleiben häufig nicht ohne Folgen: Sie können beim Betroffenen eine posttraumtatische Belastungsstörung auslösen, die sich durch Schlafstörungen und Angstträume bemerkbar machen kann.

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Ein erschreckendes Ereignis kann Spuren auf der Seele hinterlassen.
(Bild: Colourbox)

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Die Massenpanik, die während der Loveparade in Duisburg am vergangenen Samstag 21 Todesopfer und weit über 300 Verletzte forderte, liegt fast eine Woche zurück. Die meisten der Raver blieben unverletzt - zumindest äusserlich, denn die Bilder des schrecklichen Ereignisses haben sich bei vielen ins Gedächtnis gebrannt. Und das bleibt häufig nicht ohne Folgen: «Neben Schlaflosigkeit sind übermässige Wachsamkeit, Reizbarkeit, ängstliche Unruhe und Schreckhaftigkeit typische Anzeichen für eine Belastungsstörung», erklärt der Psychiater Andreas Heinz von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin die Symptomatik.

Extreme Erlebnisse wie sexuelle oder andere körperliche Gewalt, Naturkatastrophen oder Unfälle können Menschen tief erschüttern und noch lange nach Abklingen des ersten Schocks quälen. «Oft kommen Erinnerungen an das Geschehen immer wieder hoch, wobei meist bestimmte Auslöser wie Gerüche, Geräusche oder Worte diese sogenannten Flashbacks verursachen», sagt Heinz.

«Betroffene neigen dann dazu, typische Situationen, welche die Erinnerungen auslösen könnten, zu vermeiden.» Manche fliehen regelrecht vor möglichen Auslösern, zudem reden sie ungern über das Ereignis. Dieser Rückzug kann in eine soziale Isolation führen, die die Situation meist verschlimmert.

Zudem verursacht die ständige Alarmbereitschaft oft weitere Probleme, etwa psychosomatische Beschwerden wie Missempfindungen oder Schmerzen im Bereich von Kopf, Herz oder Magen-Darm-Trakt. Darüber hinaus drohen Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit oder Schwermut. Heinz betont, dass auch psychisch gefestigte Menschen eine derartige Störung entwickeln können. Er rät Betroffenen dazu, sich frühzeitig in psychotherapeutische Behandlung zu begeben.

(rre/ddp)