Studie

07. Dezember 2016 21:22; Akt: 07.12.2016 21:22 Print

Auch Gelegenheitsraucher sterben früher

Die Annahme, dass ein paar Zigaretten pro Woche deutlich weniger schädlich sind als eine Schachtel am Tag, ist weit verbreitet – aber falsch.

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Raucher sterben früher. Was für Kettenraucher gilt, ... ... stimmt auch für Gelegenheitsraucher, wie eine US- Studie zeigt. Für die Studie hatte das Team des Nationalen Krebsinstituts der USA die Daten von über 290'000 Amerikanern ausgewertet. Darunter waren gut 22'000 Raucher, ... ... 156'000 Ex-Raucher und ... ... 111'000 lebenslange Nichtraucher. Rund 1500 der Raucher konsumierten im Mittel seit jeher ein bis zehn Zigaretten pro Tag. Lebenslang weniger als eine Zigarette pro Tag war es bei 159 Befragten. Nach der Befragung wurde der Gesundheitszustand der Teilnehmer fortlaufend bis 2011 erfasst. Mehr als 37'300 von ihnen starben in diesem Zeitraum. Für Menschen, die langfristig ein bis zehn Zigaretten täglich rauchen, liege die Gefahr, früher zu sterben, um 84 Prozent höher als bei lebenslangen Nichtrauchern, erklären die Forscher. Von den 111'473 berücksichtigten lebenslangen Nichtrauchern starben demnach 9821 (9 Prozent) an Krebs, Herz-Kreislauf- oder Lungenkrankheiten – Erkrankungen, bei denen es prinzipiell einen Zusammenhang zu Tabakkonsum gibt. Bei den eine bis zehn Zigis pro Tag Rauchenden waren es 232 der 1493 Teilnehmer (16 Prozent). Dass Rauchen nicht nur der Lunge massiv zusetzt, sondern auch zu gefährlichen Veränderungen in anderen Organen führt, zeigte erst kürzlich die Studie eines internationalen Forscherteams. Es hatte im Erbgut von mehr als 5000 Tumoren verschiedener Arten nach Mutationen gesucht. Dabei zeigte sich ... ... dass je mehr Zigaretten ein Krebspatient geraucht hatte, desto mehr Mutationen konnten in seinem Tumor ausgemacht werden. Besonders extrem war der Effekt bei Lungenkrebs: Wer täglich eine Schachtel Zigaretten raucht, sorgt allein in einer Lungenzelle für durchschnittlich 150 Mutationen pro Jahr. Doch auch andere Krebsarten werden durch das Rauchen begünstigt: Im Kehlkopf verursachte die gleiche Menge Tabakrauch 97 Extra-Mutationen pro Zelle, im Rachen 39, im Mund 23, in der Blase 18 und in der Leber sechs.

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Auch Gelegenheitsraucher schrauben ihr Risiko für einen vorzeitigen Tod langfristig merklich hoch. Das zeigt eine Studie aus den USA. Selbst Menschen, die im Mittel weniger als eine Zigarette pro Tag rauchen, haben demnach ein höheres vorzeitiges Sterberisiko als lebenslange Nichtraucher.

Umfrage
Rauchen Sie?
31 %
19 %
1 %
22 %
27 %
Insgesamt 12136 Teilnehmer

«Die Ergebnisse der Studie stützen die Warnungen, dass es kein gesundheitlich sicheres Level beim Rauchen gibt», sagt Hauptautorin Maki Inoue-Choi vom Nationalen Krebs-Instituts der USA (NCI). Die Ergebnisse sind im Fachjournal «JAMA Internal Medicine» erschienen.

Über 290'000 Studienteilnehmer

Weltweit sterben jährlich nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO rund fünf Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens.

Für die Untersuchung wurden Daten von über 290'000 zum Studienstart 59 bis 82 Jahre alten Amerikanern ausgewertet, die 2004/05 zu ihrer Rauchhistorie befragt worden waren. Darunter waren gut 22'000 Raucher, 156'000 Ex-Raucher und 111'000 lebenslange Nichtraucher.

Rund 1500 der Raucher konsumierten im Mittel seit jeher ein bis zehn Zigaretten pro Tag. Lebenslang weniger als eine Zigarette war es bei 159 Befragten. Nach der Befragung wurde der Gesundheitszustand der Teilnehmer fortlaufend bis 2011 erfasst. Mehr als 37'300 von ihnen starben in diesem Zeitraum.

Deutlich erhöhtes Risiko

Für Menschen, die langfristig ein bis zehn Zigaretten täglich rauchen, liege die Gefahr, früher zu sterben, um 84 Prozent höher als bei lebenslangen Nichtrauchern, erklären die NCI-Wissenschaftler in einer Mitteilung.

Von den 111'473 berücksichtigten lebenslangen Nichtrauchern starben demnach 9821 (9 Prozent) an Krebs, Herz-Kreislauf- oder Lungenkrankheiten – also Erkrankungen, bei denen es prinzipiell einen Zusammenhang zu Tabakkonsum gibt. Bei den eine bis zehn Zigaretten pro Tag rauchenden Teilnehmern waren es 232 der 1493 Teilnehmer (16 Prozent).

Eine häufige, aber nicht die einzige Todesursache war demnach Lungenkrebs. Ex-Raucher verbesserten ihre Lebenserwartung umso mehr, je früher sie das Rauchen aufgegeben hatten.

Wenig Daten zu Gelegenheitsrauchern

Die geringe Zahl erfasster Raucher, die weniger als eine Zigarette täglich konsumieren, schränke die Aussagekraft der Daten für diese Gruppe stark ein, geben die Forscher zu bedenken. Für die 159 Menschen fehlten zudem detailliertere Angaben zum Rauchverhalten: Konsumieren sie eher eine Zigarette alle zwei Tage oder einmal in der Woche zehn bei Partys?

Zudem gebe es Unsicherheiten, weil sich die Befragten an ihr Rauchverhalten vor etlichen Jahrzehnten erinnern mussten.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Murer am 07.12.2016 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ewig...

    ... diese Angstmacherei! Bin selber Nichtraucher, mein Urgrossonkel aber hatte dauernd etwas qualmendes im Mund und wurde 106 Jahre alt! Aber es gibt doch für alles Studien: Trinken Sie gerne ein Glas Wein? Huch - Risiko Alkoholiker - Leberkrebs! Verwöhnen Sie Ihre Partnerin gerne mit der Zunge? Huch - Risiko Zungenkrebs! Einfach nur noch einfältig, diese Berichte!

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  • Pady am 07.12.2016 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder stirbt

    auch nicht Raucher sterben ;)

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  • Stefan am 07.12.2016 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Hab ich ein Glück!

    Ich bin froh, dass ich das Rauchen hinter mir habe. Ich empfehle jedem, damit aufzuhören.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • tamy am 08.12.2016 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    nichts neues

    auch nicht Raucher sterben, früher oder später!

  • Teresa Mutter am 08.12.2016 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Profit durch Angst

    Was sicher funktioniert: jegliches Geschäft das auf Angst basiert. Davon profitieren Pharmaindustrie, Aerzte, Banken, Versicherungen u.v.m. Ich denke, Mann/Frau sollte ganz einfach den verschiedenen Diktaten keine Macht verleihen und das Leben nach eigenem Gutdünken gestalten.

    • Heinz der Gärtner am 08.12.2016 20:25 Report Diesen Beitrag melden

      Sehr gut gesagt...

      ...und trifft für die Politik zu 1000% zu!

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  • O.Th. am 08.12.2016 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe das Verbot

    Ach ja und wie viel Menschen sterben eher weil sie im Büro ständig den Feinstaub vom Drucker einatmen, die Gifte der Landwirtschaft essen, an allen möglichen Berufskrankheiten sterben usw. Das Leben ist ständig vom Tode bedroht, daher sollte jeder so leben wie er es möchte, hört endlich auf einem alles zu vermiesen. Mach das nicht, tue dies nicht, alles Müll, genieße Dein Leben, sterben musst Du so oder so.

  • Zeitzeuge am 08.12.2016 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bildung & Rauchen & Gesundheit

    Passivraucher in Restis wo die Türe zum Raucherraum ständig offen ist ... Bravo Gastronomie ... In Raucherzimmer sollte es keinen Abzug geben ... Raucherwaren verteuert und KK Prämien 5x höher ... Und Studien braucht kein Mensch, sondern sind Beschäftigungsprogramme von Arbeitslosen Mathematikern !

  • Liron am 08.12.2016 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Genaues Ergebnis

    Es sollte heissen "Auch Gelegenheitsraucher sterben früher ... oder später". (-: