Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Impfschutz
09. November 2012 22:22; Akt: 12.11.2012 10:19 Print
Damit Opas Husten die Enkel nicht krank macht
von Claudia Hoffmann - Neuerdings sollen sich auch Erwachsene gegen Keuchhusten impfen lassen – und so Säuglinge vor der gefährlichen Krankheit schützen.

Hatschi! Ansteckende Krankheiten werden häufig durch Husten oder Niesen übertragen. (Bild: colourbox)
Schwere Hustenattacken über Wochen hinweg sind ein typisches Anzeichen von Keuchhusten. Die ansteckende Kinderkrankheit ist wieder auf dem Vormarsch. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit seit diesem Jahr auch Erwachsenen, sich impfen zu lassen.
Impfen aus SolidaritätImpfen nützt nicht nur dem Individuum, sondern der gesamten Bevölkerung. Geimpfte (grün) sind in der Regel besser vor Ansteckung geschützt. Wenn sie die Krankheit nicht bekommen, können sie diese auch nicht weitergeben. Dadurch sinkt gleichzeitig das Ansteckungsrisiko der Ungeimpften (grau). Denn wenn diese von vielen Geimpften umgeben sind, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie auf einen der wenigen Infizierten (rot) treffen und sich anstecken. Dieses Phänomen nennt man Herdenschutz. Es funktioniert allerdings nur, wenn der Anteil der Geimpften gross genug ist – bei Masern beispielsweise 95 Prozent.
(Bild: M. Goetz/istock) «Erwachsene sollten sich vor allem zum Schutz der Kinder impfen lassen.»
Ulrich Heininger
Leitender Arzt am Uni-Kinderspital Basel und Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Impffragen. «Wissen»
in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.
Denn: «Während bis vor einigen Jahren hauptsächlich Kinder erkrankten, sind es jetzt immer mehr Erwachsene», sagt der Kinderarzt und Impfexperte Ulrich Heininger vom Uni-Kinderspital Basel. Im vergangenen Jahr waren vier von zehn Erkrankten über zwanzig Jahre alt.
Lebensbedrohlich für Säugllinge
Bis vor kurzem hat man auf eine Auffrisch-Impfung bei Erwachsenen verzichtet. Denn für sie ist Keuchhusten zwar sehr unangenehm, aber nicht gefährlich. «Erwachsene merken trotz Husten zum Teil nicht einmal, dass sie die Krankheit haben», sagt Heininger. Anders bei Kleinkindern: Besonders für Säuglinge unter sechs Monaten kann die Krankheit lebensbedrohlich sein. Sie können einen Atemstillstand erleiden, an dem sie im schlimmsten Fall sterben – und dies, obwohl sie bereits eine erste Impfdosis erhalten haben. Denn es dauert mehrere Monate, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.
In dieser Zeit können sich die Kleinen zum Beispiel bei Eltern, Grosseltern oder Betreuungspersonen anstecken. «Daher sollten sich Erwachsene vor allem zum Schutz der Kinder impfen lassen», sagt Heininger. Zielgruppe für die Impfung sind junge Erwachsene und alle Personen, die Kontakt mit Säuglingen haben.
Ob allerdings tatsächlich mehr Erwachsene der Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit folgen, lässt sich noch nicht sagen. Bisher liegen dazu keine Zahlen vor. Die Keuchhustenimpfung ist auch Thema am derzeit stattfindenden Schweizer Impfkongress in Basel.

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt

















