Impfschutz

09. November 2012 22:22; Akt: 12.11.2012 10:19 Print

Damit Opas Husten die Enkel nicht krank macht

von Claudia Hoffmann - Neuerdings sollen sich auch Erwachsene gegen Keuchhusten impfen lassen – und so Säuglinge vor der gefährlichen Krankheit schützen.

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Hatschi! Ansteckende Krankheiten werden häufig durch Husten oder Niesen übertragen. (Bild: colourbox)

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Schwere Hustenattacken über Wochen hinweg sind ein typisches Anzeichen von Keuchhusten. Die ansteckende Kinderkrankheit ist wieder auf dem Vormarsch. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit seit diesem Jahr auch Erwachsenen, sich impfen zu lassen.

Denn: «Während bis vor einigen Jahren hauptsächlich Kinder erkrankten, sind es jetzt immer mehr Erwachsene», sagt der Kinderarzt und Impfexperte Ulrich Heininger vom Uni-Kinderspital Basel. Im vergangenen Jahr waren vier von zehn Erkrankten über zwanzig Jahre alt.

Lebensbedrohlich für Säugllinge

Bis vor kurzem hat man auf eine Auffrisch-Impfung bei Erwachsenen verzichtet. Denn für sie ist Keuchhusten zwar sehr unangenehm, aber nicht gefährlich. «Erwachsene merken trotz Husten zum Teil nicht einmal, dass sie die Krankheit haben», sagt Heininger. Anders bei Kleinkindern: Besonders für Säuglinge unter sechs Monaten kann die Krankheit lebensbedrohlich sein. Sie können einen Atemstillstand erleiden, an dem sie im schlimmsten Fall sterben – und dies, obwohl sie bereits eine erste Impfdosis erhalten haben. Denn es dauert mehrere Monate, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.

In dieser Zeit können sich die Kleinen zum Beispiel bei Eltern, Grosseltern oder Betreuungspersonen anstecken. «Daher sollten sich Erwachsene vor allem zum Schutz der Kinder impfen lassen», sagt Heininger. Zielgruppe für die Impfung sind junge Erwachsene und alle Personen, die Kontakt mit Säuglingen haben.

Ob allerdings tatsächlich mehr Erwachsene der Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit folgen, lässt sich noch nicht sagen. Bisher liegen dazu keine Zahlen vor. Die Keuchhustenimpfung ist auch Thema am derzeit stattfindenden Schweizer Impfkongress in Basel.