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19. April 2017 10:15; Akt: 24.04.2017 10:22 Print

«Ja, es ist krass, aber so esse ich gerne»

Nicht nur sein Trinkverhalten ist aussergewöhnlich: Der beste Schweizer Goalie über Rotwein, Pasta und Fussballer, die nach den Ferien gebüsst werden.

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Nicht nur das Essen ist wichtig für ihn, sondern auch die passenden Getränke: Nati-Goali Yann Sommer bei Dreharbeiten für eine Kochshow. (Bild: zvg)

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Herr Sommer, was essen Sie als Profisportler an einem Tag mit zwei Trainings?
Zum Zmorge war ich zuhause und habe Kastanienflocken mit Mandelmilch aufgekocht und Beeren dazugegeben. Getrunken habe ich Wasser. Am Mittag gabs Gemüse und eine Beilage, am Abend etwas mit Proteinen, etwa Fleisch oder Fisch.

Tönt krass gesund. Das reicht für einen Tag voller Sport?
Ja, es ist krass (lacht). Das reicht. Früher habe ich mich nicht so ernährt und hätte nie gedacht, dass ich gerne so esse. Ich versuche, mich gesund zu ernähren und esse viel.

Essen ist wichtig, trinken auch. Zum Zmorge gabs heute Wasser. Keinen Kaffee?
Kaffee trinke ich sehr selten.

Und zum Training, gibts da literweise isotonische Getränke oder auch mal eine Cola in der Pause eines wichtigen Spieles?
Nein. Süssgetränke vermeide ich, da ich wenn möglich Zucker weglasse. Ich trinke Wasser ohne Kohlensäure.

Zucker sind Kohlenhydrate und Sportler brauchen Kohlenhydrate. Wie kommen Sie zu dieser Energie?
Als Sportler ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Ich esse Süsskartoffeln, Reis oder Pasta, das sind für mich gute Kohlenhydrate.

Pasta ist ein Klassiker unter Ausdauer-Sportlern. Das Essen heute tönte sehr glutenfrei. Gilt das auch für Pasta?
Für eine Zeit lang ernährte ich mich glutenfrei, das ist aber vorbei. Wenn Pasta, dann «richtige».

Von Rennvelofahrern hört man, dass sie auch mal Pasta zum Zmorge essen. Mussten Sie das auch schon?
Ja, wenn ein Spiel um 13 Uhr beginnt, dann gibts um halb zehn schonmal Pasta.

Wie oft gibts Spaghetti und Co.?
Das ist sehr unterschiedlich. Immer wieder in Hotels und zu Hause. Dort koche ich sie gerne mit frischen Crevetten oder selbstgemachtem Pesto. Man kann sehr viel machen mit Pasta.

Was gibts dazu?
Bei den Eltern etwa Penne mit gutem Fleisch. Für mich reicht ein guter Teller Pasta mit einer feinen Sauce als Hauptmahlzeit.

Wie kamen Sie zu Ihrer Ernährung, ist das moderner Fussballer-Food?
Das ist sehr individuell und jeder im Team entscheidet selber, wie er sich ernährt. Ich mache das so, weil ich Beschwerden hatte. Nach diversen Tests stellte ich die Ernährung um und steigerte so mein Wohlbefinden. Auf diese Weise habe ich die Energie, die ich brauche.

Ernährten Sie sich früher so ungesund?
Nein, aber nicht so bewusst. Und ich wusste nicht, dass Antibiotika den Darm kaputt machen können. Bei dem Thema will ich nicht missionieren, das soll jeder selber so handhaben, dass es passt. Für mich gehört der Körper zum Beruf, er ist mein Kapital und braucht den passenden Treibstoff. Es ist wie beim Auto: Einen Benziner befüllt man auch nicht mit Diesel.

Wie streng achten Sie auf das Essen, sind Ausnahmen möglich?
Der Kopf ist auch wichtig und damit auch der Genuss. Ich esse gerne Pasta, Schokolade oder auch mal einen guten Burger und Fries dazu.

Das tönt wie eine Belohnung.
Das kann man so sagen. Bei intensiven Phasen mit Spielen bin ich streng, dazwischen und in den Ferien liegt mehr drin.

Zu Pasta oder Burger, gibts da auch mal Wein und Bier?
Ich bin ein Genussmensch und schätze zu einem feinen Essen ein gutes Glas Rotwein. Bier trinke ich nicht.

Darf es auch mal mehr als ein Glas sein, sieht man Yann Sommer auch mal beschwipst?
Klar, das gibt es auch mal in den Ferien oder wenns passt, aber ich übertreibe es nicht.

Dürfen Profi-Fussballer zunehmen oder ist das streng reglementiert?
Einmal im Monat wird Fett gemessen und jeder gewogen. Wenn man plötzlich ein paar Kilo zunimmt, muss man das anschauen. Wir trainieren aber so viel, dass man kaum grosse Schwankungen hat. In den Ferien darf man nicht zu viel zunehmen.

Sonst muss man Extratrainings einlegen?
Es gibt Klubs, in denen man Bussen zahlen muss.

Wurden Sie auch schon gebüsst?
Nein.

Überwachen Sie Ihren Kalorien-Konsum?
Nein, gar nicht.

Wie sieht es mit Sonderwünschen aus, es ernähren sich wohl nicht alle Spieler im Club gleich.
Wir haben einen Ernährungsberater bei Gladbach, der für das Buffet schaut, auch auswärts in Hotels. Er nimmt auch Anregungen auf, ergänzt das Angebot zum Beispiel mit Süsskartoffeln.

Und in der Nati, schickt da jeder seinen Menüplan an Teamkoch Emil Bolli?
Mit Emil ist es cool, mit ihm kann man reden und er ist immer bereit, etwas auszuprobieren. Früher hatten wir ein alteingesessenes Buffet, mit neuen Spielern hat sich die Mannschaft aber gewandelt. Vor der EM etwa gab es neue Sachen, am Morgen etwa glutenfreie Müesli. Für den Koch ist es heutzutage komplizierter.

Was kochen Sie selber am liebsten?
Nichts bestimmtes. Ich schätze gutes Fleisch, einen guten Fisch, Gemüse vom Markt. Hauptsache es ist frisch.

Und als Dessert? Gibt es gesunde «Sünden»?
Ich bin ein grosser Schoggi-Fan. Das ist zwar Zucker, muss aber ab und an sein.

Wie siehts aus mit Snacks zwischendurch?
Drei Mahlzeiten reichen mir. Und wenn nicht, dann sehe ich das entspannt, esse spontan Nüsse oder was es in der Garderobe hat.

Haben Sie Fragen zur Ernährung von Profi-Sportlern? Schreiben Sie in die Kommentarspalte. Die besten Fragen stellen wir Emil Bolli, dem Teamkoch der Schweizer Fussball-Nati. Veröffentlicht werden sie in der kommenden Woche.

Diesen Beitrag erstellte Commercial Publishing Tamedia in Zusammenarbeit mit Barilla.

(ep)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Redback am 19.04.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    nur 3 Mahlzeiten am Tag. Ich würde das bei so viel Training kaum aushalten. Aber wie Yann gesagt hat, Essen ist eine Kopfsache. Gutes Interview.

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  • Brian am 19.04.2017 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    FC Sion

    Als ich das Interview gelesen habe, ist mir spontan der Mannschaftsbus des FC Sion in den Sinn gekommen, den ich am Samstag Abend auf dem Parkplatz vom McDonald's in Fuchsberg entdeckt habe. Auf dem Heimweg von Vaduz gab es da wohl eine kleine Pause :)

  • Redback am 19.04.2017 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Was und wann

    Eine Frage hätte ich. Was sollte man vor dem Training z.B. Fussball essen? Wie viele Stunde vor dem Spiel sollte man gegessen haben damit das Essen nicht hoch kommt?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonym am 19.04.2017 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach dem Spiel

    Wie siehts nach einem Abendspiel aus? Gibt es da spät am Abend noch ein volles Menü?

  • Typhoeus am 19.04.2017 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supergerichte

    Sollte jeder so nachmachen. Nicht nur für Topsportler. Nach einem Jahr bidt Du so wie er.

  • Fabian am 19.04.2017 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bürki genau so gut 

    Wieso schreibt man der beste Schweizer Torwart? Roman Bürki ist genau so gut

  • Viktor am 19.04.2017 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Der beste Schweizer Goalie?!

    Schon komisch, beim Kicker-Ranking ist er meist hinter Hitz und Bürki. Da mach wohl Kicker was falsch, oder die beiden anderen haben nicht so ein grosses Mundwerk.....

  • Frau am 19.04.2017 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bin halt auch nur ne Frau

    Ok, hab nur rein geklickt, weil er so ein Schuss ist.