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Seuche
14. Dezember 2009 16:06; Akt: 14.12.2009 16:35 Print
Wie gefährlich ist das Q-Fieber?
von Runa Reinecke - Die Symptome verlaufen ähnlich wie die einer Grippe: In den Niederlanden sind sechs Menschen an den Folgen des Q-Fiebers gestorben. Eine Seuche, die vorwiegend unter Ziegen und Schafen grassiert, aber auch Menschen erkranken lässt. Wie gefährlich ist das Q-Fieber für Mensch und Tier? 20 Minuten Online fragte beim Bundesamt für Veterinärwesen nach.
In den Niederlanden grassiert das Q- oder auch Krimfieber. Während sich die Zahl der Infektionen mit dem Bakterium Coxiella burnetii bei uns in Grenzen hält, hat sich die Erkrankung in Holland bereits massiv ausgebreitet. Besorgniserregend: An den Folgen der Infektion sind dort bereits sechs Menschen gestorben. 20 Minuten Online fragte bei Marcel Falk, Sprecher vom Bundesamt für Veterinärwesen in Bern nach, wie gefährlich das Q-Fieber für den Menschen ist und ob wir uns in der Schweiz um die Gesundheit unserer Haustiere sorgen müssen.
Das Bakterium Coxiella burnetii grassiert vorallem unter Schafen. (Bild: Colourbox)
20 Minuten Online: Auf welchem Wege werden die Bakterien übertragen?
Marcel Falk: Beim Tier wird der Erreger speziell bei Geburten und bei Aborten massiv ausgeschieden – damit steigt die Ansteckungsgefahr für andere Tiere. Auch die Übertragung via Zecken ist möglich. Der Mensch wird über den Luftweg infiziert. So können Menschen, die rohe Schafwolle bearbeiten, die Bakterien einatmen.
Welche Symptome zeigen die Tiere?
Meist gar keine. Bei Schafen ist die Erkrankung in der Regel nicht so schnell erkennbar wie bei Kühen. Wenn Tiere weniger fruchtbar sind oder es häufiger zu Tot- oder Fehlgeburten kommt, sollten die Tiere durch einen Veterinär untersucht werden.
Wie ansteckend ist Coxiella burnetii?
Es ist keine Krankheit, die über Kilometer hinweg ansteckend ist, wie beispielsweise die von Mücken übertragene Blauzungenkrankheit (die jedoch Menschen nicht befällt). Menschen können sich infizieren, wenn sie einen direkten Kontakt zum Tier haben oder in und um Ställen arbeiten, das gilt insbesondere für Landwirte.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es bei Coxiella kaum.
Ist das Bakterium nicht für den Menschen gefährlich?
Beim Menschen geht man davon aus, dass rund 50 Prozent aller Träger des Bakteriums keine Symptome zeigen. Bei der zweiten Hälfte verläuft die Erkrankung ähnlich einer milden Grippe. Diese Symptome können bis zu zwei Wochen andauern. Bei einem Prozent aller Infizierten kann es zu einem chronischen Q-Fieber kommen: Das kann für Menschen mit Herzklappenfehlern oder immunsupprimierten Personen gefährlich werden. Auch Schwangere sollten vorsichtig sein, weil es durch die Infektion zu einer Tot- oder Fehlgeburt kommen könnte.
Wo kommt Coxiella bislang vor?
In der Schweiz gibt es maximal hundert Fälle pro Jahr. Diese Zahl ist seit Jahren konstant. In den Niederlanden verläuft die Krankheit derzeit flächendeckend. Dort mussten und müssen einige tausend trächtige Tiere getötet werden.
Gibt es eine Impfung für Tier und Mensch?
Es gibt einen Impfstoff. Für die Schweiz ist dieser aber nicht zugelassen.
Auch Haustiere können sich mit Coxiella anstecken. Eine Gefahr für Hund, Katze oder Meerschweinchen?
In der Schweiz haben wir eine unveränderte Situation: Bislang müssen sich Tierhalter also keine Gedanken machen. Ausserdem verläuft die Erkrankung – ähnlich wie bei Menschen ohne Vorerkrankungen – bei Hunden, Katzen, Kaninchen oder anderen Haustieren ohne Komplikationen und heilt von selbst wieder aus, falls es überhaupt zu Symptomen kommt.
Welche Vorsichtsmassnahmen zum Schutze von Menschen und Tieren sind in der Schweiz geplant?
Es braucht keine für die breite Bevölkerung und Heimtierhalter. Für Nutztierhalter sind es die gleichen wie seit langem. Halter von Schafen, Kühen und Ziegen sollten Häufungen von Aborten aber auf jeden Fall einem Veterinär melden. Schwangere Frauen sollen bei Geburten ihrer Tiere nicht dabei sein. Keine Geburten auf Ausstellungen, Viehschauen, usw.

























