Was ist denn das?

18. Oktober 2012 23:42; Akt: 19.10.2012 13:25 Print

Ein Hinterkopf wie ein Hirn

Man könnte meinen, dass die Falten auf dem Hinterkopf eines 21-jährigen Brasilianers der letzte Schrei unter den Tattoo-Trends ist. Aber nein, der junge Mann leidet an einer seltenen Krankheit.

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«Cutis verticis gyrata»: Die Kopfhaut des Patienten ähnelt den Rundungen eines menschlichen Gehirns. (Bild: New England Journal of Medicine)

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Das «New England Journal of Medicine» veröffentlichte am Donnerstag die Arbeit zweier brasilianischer Ärzte. Karen Regina Rosso Schons und Andre Avelino Costa Beber vom Universitätsspital Santa Maria hatten in den letzten zwei Jahren einen 21-jährigen Mann behandelt, der eine sehr merkwürdige Kopfhaut präsentierte. Diese ähnelt den Rundungen eines menschlichen Gehirns.

Beim Patienten hatten sich diese Wölbungen erst im Erwachsenenalter gebildet. Der Mann sei leicht geistig behindert, doch er leide weder an neurologischen noch an psychischen Erkrankungen. Die extradicke Kopfhaut sei mindestens 4 Millimeter tief, berichten die Mediziner. Dabei sei die Haut nicht angeschwollen. Auch handle es sich nicht um tumorartige Geschwülste.

Ein Jahr lang beobachteten die Ärzte die Entwicklung der Krankheit, ohne dass sich dabei irgendetwas verändert habe. Sie diagnostizierten bei dem Patienten schliesslich das seltene Leiden «cutis verticis gyrata». Für den 21-Jährigen stellt die Krankheit keine grössere Belastung dar.

(kle)