Heuschnupfen

18. März 2010 20:40; Akt: 26.07.2010 15:52 Print

Pollen-Alarm: Jetzt geht es wieder los!Pollen-Alarm: Jetzt geht es wieder los!

Nun laufen sie wieder um die Wette - die Nasen der Pollenallergiker. Aber ist ein Heuschnupfen wirklich völlig harmlos? 20 Minuten Online sprach mit dem Berner Allergologen Arthur Helbling.

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«Birkenpolle, wo bist du?» wunderten sich noch im April die Heuschnupfen-Allergiker. Eine Frage, die sich mittlerweile geklärt haben dürfte: Denn seit Anfang Mai nimmt der Sekretfluss in Schweizer Allergikernasen wieder seinen gewohnten Lauf.

20 Minuten Online sprach mit Professor Arthur Helbling, einem ausgewiesenen Spezialisten auf dem Gebiet der Allergologie und der klinischen Immunologie.

20 Minuten Online: Die Schweiz schnieft und niest ...

Arthur Helbling: «Das stimmt. Tatsächlich haben die Konsultationen und Patientenanfragen wegen der Pollenallergie in den vergangenen 10 Tagen – also seit die Regenperiode beendet ist – massiv zugenommen. Wir werden mit Anfragen via Telefon und mit E-Mails überhäuft.»

20 Minuten Online: Woran erkennt man eine Pollenallergie? Gibt es unverkennbare Merkmale?

Helbling: «Das Unverkennbare an einer Pollenallergie ist, dass sie ganz saisonal wiederkehrend und plötzlich auftritt. Betroffene werden an sonnigen und windigen Tagen von einem Beissen in der Nase und den inneren Augenwinkeln überrascht. Oft läuft die Nase und Niesreize treten ununterbrochen auf. Eine weitere Begleiterscheinung ist eine Entzündung des Rachens und damit verbundene Schluckbeschwerden. Die Allergie geht ausserdem oft mit einem stärkeren Ohrendruck einher. Auch Atembeschwerden und ein Spannen und Beissen auf der Haut (vor allem an den Augenlidern, Wangenknochen und Ellenbogen) können auftreten.»

20 Minuten Online: Wie entsteht eine Pollenallergie?

Helbling: «Ausgelöst wird sie durch Eiweisse der Pollen einer meist windbestäubten Pflanze. Sie lagern sich auf den Schleimhäuten der Nase, der Augen, des Rachens und der Lunge ab. So entsteht bei Kontakt der Effekt des Niesreizes, das Tränen der Augen und der verstärkte Sekretfluss in der Nase. Je nach Allergiequelle (Baumpollen, Gräserpollen) und Menge des Pollenanflugs können die Symptome länger oder weniger lang anhalten.»

20 Minuten Online: Welche Pollenallergien treten am häufigsten auf?

Helbling: «Zu den häufigsten Allergiequellen gehören fast alle Sorten der Gräserpollen. Ihre Konzentration in der Luft ist zurzeit hoch. Dazu gehören auch die Edelgräser wie der Roggen. Die Grasblütenzeit in tieferen Lagen dauert in der Regel von Mitte Mai bis Ende Juli; im Gebirge beginnt die Blütenphase etwas später.
Das Auftreten von Birkenpollen-Allergien ist besonders bei Nord- und Mitteleuropäern sehr häufig. In diesem Jahr hat sich die Blütezeit durch den feuchtkalten April etwas verschoben. Normalerweise sind die Wochen rund um Ostern für Birkenpollenallergiker besonders beschwerlich, während die Gräserpollenallergiker um Pfingsten herum stärker betroffen sind.»

20 Minuten Online: Sind Pollenallergien gefährlich? Wie können sie behandelt werden?

Helbling: «Meist entscheidet der Patient - je nach Leidensdruck – ob er eine Allergie behandeln will oder nicht. Wer starke Beschwerden hat, sollte sich unbedingt von einem Facharzt behandeln lassen. In besonders akuten Fällen ist ein Antihistaminikum (also ein herkömmliches antiallergisches Medikament) nicht immer ausreichend. Dann muss dem Patienten mit einem antientzündlichen Medikament – zum Beispiel mit Cortison – geholfen werden. Gefährlich ist eigentlich nur das plötzliche Auftreten eines akuten Asthmaanfalls. Es gibt sehr selten Todesfälle wegen einer Atemwegsallergie. Kreuzreaktionen mit Lebensmitteln hingegen können tückisch sein. Sie können ganz unerwartet auftreten und gelegentlich mit schweren Allgemeinreaktionen wie Schock einhergehen. Bei einer Pollenallergie kann eine Hyposensibilisierung hilfreich sein.»

20 Minuten Online: Können Pollenallergien auch von alleine wieder verschwinden?

Helbling: «Ja, das Immunsystem kann manchmal gegenüber Allergien - so auch bei Pollenallergien - tolerant werden und die Symptome werden trotz Kontakt nicht mehr verspürt.»

20 Minuten Online: Nehmen wir an, eine Person ist gegen die Pollen von Apfelblüten allergisch. Reagiert sie dann auch auf Äpfel?

Helbling: «Sehr viele Menschen verspüren beim Essen bestimmter Stein- oder Kernobstsorten ein unangenehmes Kribbeln oder Beissen in den Lippen und im Rachenraum. Das ist nichts anderes als eine Vorwarnung unseres Immunsystems. Es rät uns: ’Nicht weiter essen’! Wer doch weiter isst, kann so einen Asthmaanfall, Erbrechen oder schwere Bauchschmerzen riskieren. Tatsächlich gibt es zwischen den Blütenpollen und Früchten oder Gemüse einen Zusammenhang: Die im Blütenstaub enthaltenen Eiweissstoffe sind jenen der Nahrungsmittel immunologisch sehr ähnlich. Das Immunsystem erkennt das gleiche Eiweiss und löst allergische Symptome aus. Dieses Phänomen ist unter dem Begriff Kreuzallergie bekannt.»

20 Minuten Online: Müssen solche Nahrungsmittel partout gemieden werden?

Helbling: «Das ist abhängig von der Symptomlage: Manchmal muss man vorsichtig ausprobieren. Oft wird aber geraten, das betreffende Nahrungsmittel eher zu meiden, aber in kleinen Dosen von Zeit zu Zeit zu probieren. Die Nahrungsmittelallergie ist nicht immer konstant vorhanden. Das Schälen von Früchten kann nützlich sein – auch das Raffeln. Das Kochen bewirkt bei vielen Kern- und Steinobstsorten eine Strukturänderung der Eiweisse – das Nahrungsmittel kann dann ohne Probleme verzehrt werden. Bei Sellerie und Nüssen ist das manchmal schwieriger, da die Allergene zum Teil thermostabil sind.»

20 Minuten Online: Kann sich eine Allergie im Laufe der Zeit auf andere Körperregionen ausdehnen?

Helbling: «Eine allergische Reaktion kann sich tatsächlich verlagern: Manchmal sind zunächst nur die Augen, später die Nase betroffen und plötzlich folgen die Bronchien - wobei die Beschwerden oft bei einer körperlichen Aktivität auftreten (auf den Bus rennen). Einem saisonalen Asthma, also einer Erkrankung der Atemwege, die allergiebedingt auftritt, geht oft ein Schnupfen voraus. Man spricht von einem ’Etagenwechsel’. Es kommt aber auch vor, dass sich das Spektrum der Allergien ausdehnt. Was zunächst mit einer Pollenallergie beginnt, kann sich später zu einer Latex-, Tierhaar- oder Schimmelpilzallergie weiterentwickeln.»

Wie rücken Sie dem lästigen Heuschnupfen zuleibe? Verraten Sie uns Ihre persönlichen Tipps!

Lesen Sie auch bei unserem deutschen Partner stern.de: Hyposensibilisierung - Eine Impfung gegen die Allergie

(rre)

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  • Komplementärmedizin am 15.03.2011 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Bioresonanz

    Mit Bioresonanz völlig beschwerdenfrei seit 2 Jahren :)

  • Kreikon am 11.04.2010 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Desensibilisierung

    Ich bin bereits an der zweiten Desensibilisierung, die erste vor etwa 4-5 Jahren brachte nix. Heute kann man mittels Bluttests besser bestimmen, ob die Desensibilisierung wirken wird oder nicht. Ich habe so einen Bluttest gemacht und das Resultat sieht positiv aus und darum bin ich im Moment wieder am spritzen. UND: Es wird, es vielleicht etwa 60% besser als letztes Jahr.

  • Marina Meier am 24.06.2008 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Tipps

    Am Abend vor dem schlafen gehen die Haare waschen - Pollen setzten sich in den Haaren fest. Kleider die man am Tag an hatte nicht über Nacht im Zimmer lassen. Zweimal wöchentlich Bettwäsche wechseln und vor allem nur in der Nacht das Zimmer lüften...