«Tödliche Bedingungen»

21. Juni 2017 11:36; Akt: 22.06.2017 13:13 Print

Forscher rechnen mit deutlich mehr Hitzetoten

Hohe Temperaturen können nicht nur alten und kranken Menschen sowie Kleinkindern schaden, sondern auch Gesunden – mit immer öfter tödlichen Folgen.

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Hohe Temperaturen setzen dem menschlichen Körper ordentlich zu und können sogar zum Tod führen. Hawaiianische Forscher befürchten, dass in Zukunft die Zahl der Toten steigen könnte. Doch man kann sich vorsehen. So hilft es beispielsweise, sich im aufzuhalten. Dies ist vor allem am Nachmittag wichtig, wenn es am heissesten ist. Auch die kann einiges leisten: Sie sollte am besten aus heller Baumwolle oder Leinen gefertig sein sowie luftig und locker sitzen. Denn treffen die Sonnenstrahlen direkt auf die Haut, wärmen sie den Körper stärker auf als wenn noch ein Stück Stoff dazwischen ist. Zudem nimmt die Kleidung den Schweiss gut auf und die Luft zirkuliert besser um den Körper und hilft so, diesen kühl zu halten. Auch lohnt es sich, helle Farben zu wählen: Sie reflektieren die Sonne stärker als dunkle Töne. Auch ein kühler Rückzugsort ist hilfreich: Deshalb sollten Sie die , wenn es draussen noch nicht allzu heiss ist. Danach ist es jedoch ratsam, sie geschlossen zu halten und die Storen runterzulassen. So heizen sich die Räume tagsüber weniger auf. Auf den Einsatz von können Sie getrost verzichten. Entgegen der landläufigen Meinung verwirbeln die nämlich nur die eh schon warme Luft und bringen damit entsprechend wenig. Zudem verbrauchen sie jede Menge Energie. Wenn die Temperaturen auch im Innern unerträglich werden, lohnt es sich, alle . Denn selbst im Stand-by-Modus wärmen sie die Luft weiter auf. Ebenfalls vermeiden sollten Sie während des Tages. Wer sich sportlich betätigen will, macht das besser am frühen Morgen oder Abend, wenn die Luft kühler ist. Auch die Jogging-Runde in den Wald zu verlegen, bringt einiges. Ganz wichtig während Hitzeperioden ist ausreichend Schaf. Damit der dann auch erholsam ist, sollten folgende Tipps befolgt werden. Kalt duschen erfrischt nur kurzfristig. Denn durch die Kälte ziehen sich die Gefässe zusammen und der Körper kann die Wärme nicht mehr so gut abtransportieren. Eine hingegen erweitert die Gefässe, die Poren öffnen sich und die Hitze kann entweichen. Hungrig ins Bett soll niemand gehen. Aber auf kohlehydrathaltiges und besonders fettiges Essen sollte dem guten Schlaf zuliebe kurz vor der Bettruhe verzichtet werden. Besser sind, die nicht schwer im Magen liegen. Während Sie tagsüber viel Wasser trinken sollten, empfiehlt es sich mehr zu sich zu nehmen. Ansonsten müssen Sie nachts ständig raus und können nicht durchschlafen. Vor dem Zubettgehen sollten Sie . Der hilft zwar kurzfristig beim Einschlafen, ist aber längerfristig kontraproduktiv, denn wer einen Schluck zu viel genommen hat, erlebt in der zweiten Nachthälfte überwiegend Traumschlaf - und der ist wenig erholsam. Deutlich hilfreicher sind da . Beide versorgen den Körper mit Flüssigkeit und helfen beim Abkühlen. Auch, denn das Nikotin verengt die Gefässe und der Körper kann die Wärme schlechter abgeben. Wenn Sie es nicht lassen können, verzichten Sie zumindest in den zwei Stunden vor dem Zubettgehen auf Zigaretten. Auch wenn es Ihnen schwerfällt: . Wenn Sie schwitzen, können Sie sich leicht erkälten. Das Oberbett können Sie getrost beiseite legen. Am besten eignen sich dafür aus Naturfasern. Diese sind luftdurchlässig und atmungsaktiv, dadurch schwitzt man unter der Decke nicht so rasch. Neben geeignet. Alle drei kühlen leicht. Leinen hat zudem eine keimtötende Wirkung. Um eine Erkältung zu vermeiden, sollten Sie auch nicht nackt schlafen, sondern sich. Hinzu kommt, dass der Körper durch Schwitzen bis zu einem halben Liter Flüssigkeit verliert. Leichte Kleidung kann diese gut aufsaugen. Ist es draussen kühler als drinnen, sollten Sie auch – allerdings nur auf Kippstellung. Ansonsten kann die Zugluft zu einem steifen Nacken oder Schulterschmerzen führen, weil der Körper an diesen Stellen auskühlt. Für zusätzliche Kühlung sorgen auch mit Eiswasser befüllte Wärmflaschen. Doch Vorsicht ist geboten: Legen Sie sie nur an Arme oder Beine – auf dem Bauch kann die Kühlung zu Nierenproblemen führen. Ob Lampen, Fernseher oder Laptop:. Ansonsten heizen sie den Raum zusätzlich auf und machen alle anderen Kühlungsbemühungen zunichte. Auch wenn der Schlaf trotz aller Massnahmen auf sich warten lässt: , die können Nebenwirkungen haben. Ausserdem ist es im Sommer grundsätzlich so, dass wir durchschnittlich weniger Schlaf brauchen, weil wir im Gegensatz zum Winter genügend Licht abbekommen.

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Das aktuelle Wetter stimmt viele Menschen fröhlich. Doch gibt es auch manche, denen die steigenden Temperaturen ordentlich zusetzen. Gefährdet sind vor allem Kleinkinder, chronisch Kranke und alte Menschen, warnt das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt.

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Künftig könnte das Wetter vermehrt auch kerngesunden Menschen schaden. Das befürchten Forscher der University of Hawaii at Manoa in Honolulu: Laut ihrer Studie werden extreme Hitzewellen zunehmen und mehr Todesopfer fordern.

Zehntausende Tote in den letzten Jahren

Für die im Fachjournal «Nature Climate Change» veröffentlichte Arbeit wertete das Team um Camilo Mora mehr als 30'000 Studien aus den Jahren 1980 bis 2014 aus, die sich mit hitzebedingten Todesfällen beschäftigten.

Darin stiessen sie auf insgesamt 783 Fälle in 164 Städten in 36 Ländern, in denen während Hitzewellen auffällig viele Menschen starben. So starben 2003 in Deutschland und in Frankreich mehrere Tausend Menschen während des Jahrhundertsommers. In Moskau kamen vor sieben Jahren mehr als 10'000 Menschen hitzebedingt ums Leben.

Forscher besorgt

Aus den klimatischen Bedingungen – unter anderem Temperatur, Feuchtigkeit und Windgeschwindigkeit –, die während dieser Phasen herrschten, schlossen Mora und seine Kollegen, ab wann Extremwetter tödlich werden kann: Entscheidend dafür seien vor allem Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit, heisst es in einer Mitteilung.

Der Grund: Steigt die Körpertemperatur über 37 Grad Celsius, kann die Wärme nicht mehr abgegeben werden. Kommt hohe Luftfeuchtigkeit dazu, funktioniert das Schwitzen nicht mehr. Deshalb seien bei hoher Luftfeuchtigkeit auch niedrigere Temperaturen potenziell tödlich, so die Wissenschaftler.

Weil die berechnete Schwelle auf dokumentierten Fällen realer Menschen rund um den Globus basiere, sei sie besonders «verlässlich und relevant», erklärt Co-Autorin Farrah Powell. Es sei erschreckend, wie verbreitet solche tödlichen Bedingungen bereits seien.


So viel extremer kann es werden: Der Zeitraffer zeigt frühere und prognostizierte Hitzewellen. (Video: University of Hawaii)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mischuli am 21.06.2017 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Zeiten ändern sich

    Im Juli werden wahrscheinlich die Temperaturen noch mehr steigen und darauf freue ich mich schon mal gar nicht! Für mich sind schon 30+ Grad eine Qual.

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  • Mister Schlaflos am 21.06.2017 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schlaflos

    Schlafen in dieser Hitze ist der reinste Alptraum!! Gute Tipps?

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  • Carlo Pierro am 21.06.2017 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Bratwurst

    Es gibt keine heissen Temperaturen, nur hohe und tiefe. Deutsche Sprack, schwäre Sprak.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bingibö am 22.06.2017 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichteinmal Klimaanlage

    In der schweiz ist klimaanlage nichteinmal standard, was für ein armes land. Da geht man überteuert shoppen und ist nichteinmal klimatisiert.

    • Stef94 am 22.06.2017 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bingibö

      Klimaanlage ist doch nicht gesund. Das wäre viel uu gefährlich!!

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  • schoggifresser@gmail.com am 22.06.2017 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nackt

    Die Forscher und Gesundheitsdepartemente sollten sich bei dieser Hitze dafür einsetzen, dass Nacktheit überall erlaubt sein muss! Die Haut braucht Kühlung und nicht unnötige Textilien..... Damit wäre schon sehr vielen Hitze empfindlichen geholfen

    • Stef94 am 22.06.2017 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @schoggifresser@gmail.com

      Bin gerade füdli blutt im Bett, jedoch habe ich eine Heizung (Freundin) neben mir. Da fehlt eine A/C taste!!

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  • Anina am 22.06.2017 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaum zu glauben

    Mehrere tausend Tote in einem Sommer! Und wenn jemand an Maserm stirbt der vorher schon einen Herzfehler hatte, wird ein riiiesen Drama gemacht und die grosse Impfpropaganda startet.

  • Fritz Bichelmeier am 22.06.2017 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoioioi

    Havaiianische Forscher glauben, dass es mehr Hitzetote geben könnte. Gott sei Dank haben die das herausgefunden. Auf die Idee wäre ich also bei der Hitze nicht gekommen.

  • Tobias Thalheimer am 22.06.2017 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Forschung

    Das hätte ich euch ohne Forschung sagen können.. Wie viele anderen auch, tja ihr fragt wohl immer die falschen..