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Gähnen
07. Dezember 2011 22:42; Akt: 08.12.2011 00:38 Print
Müde Freunde stecken rasch an
Dass Gähnen ansteckend ist, war bekannt. Neu ist, dass man sich von Freunden und Familienmitgliedern viel leichter anstecken lässt als von Fremden.
Gähnen ist ansteckend. Und von Familienmitgliedern und Freunden lassen wir uns viel leichter «infizieren» als von Fremden. Das zeigt eine Studie von italienischen Forschern, die im Fachmagazin «PLoS ONE» erschienen ist.
Gähnen ist vor allem von Familienmitgliedern und Freunden ansteckend.
Gähn-Attacken folgten den Empathie-Mustern bei emotionalen Bindungen, berichten die Wissenschaftler um Elisabetta Palagi von der Universität Pisa: Am häufigsten sei Gähnen in der Familie ansteckend, danach unter Freunden, dann bei Bekannten - und ganz zum Schluss erst bei Fremden.
Die Empathie - also die Fähigkeit, Gefühlsregungen anderer Menschen zu erkennen und darauf zu reagieren - ist entscheidend für ein vielschichtiges Sozialverhalten. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass sogenannte Spiegelneuronen als Netzwerk von Nervenzellen in verschiedenen Hirnregionen uns automatisch ein Lächeln erwidern lassen.
Gähnverhalten untersucht
Schon lange gab es die Vermutung, dass es auch bei ansteckendem Gähnen solche empathische Verbindungen gibt. Nur belegt war es bisher nicht. In diese Lücke stossen Palagi und ihre Kollegen mit ihrer Untersuchung, bei der sie über ein Jahr lang 109 Erwachsene in ihrem gewohnten Umfeld beobachteten.
Die 56 Frauen und 53 Männer stammten aus Europa, Nordamerika, Asien und Afrika. 480 Aktionen haben die Forscher schliesslich ganz genau ausgewertet - inklusive des Winkels, von dem aus das erste Gähnen von Beobachtern zu sehen war.
Autisten ahmen nicht nach
Das Ergebnis blieb immer gleich: Die soziale Bindung war jedes Mal entscheidender als Geschlecht, Nationalität oder die jeweilige Situation. Wenn sich Menschen nahe stehen, ahmen sie das Gähnen sogar noch schneller nach als bei guten Bekannten, wie die Forscher herausfanden.
Der Nachahmer-Effekt funktioniert aber nur, wenn Empathie bei einem Menschen ausgeprägt ist. Bei kleinen Kindern funktioniert er noch nicht, ebenso wenig bei Menschen mit Störungen wie Autismus.
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Forschung
Wer finanziert solche Forschungsprojekte?
'Gähn-Studie'
Dazu hätte es keine italienische Studie gebraucht, um dies festzustellen! Denn dass das Gähnen ansteckend sein kann, habe ich schon längst selber festgestellt! Da können wildfremde Menschen auf der Strasse oder im Einkaufsladen gähnen, dies lässt mich kalt. Sobald jedoch ein Familienmitglied, Freund oder im Geschäft eine sich gegenseitig gut gesinnte Person gähnt, steckt mich dies umgehend an. Also nichts neues auf dem Planeten Erde!!!
Nicht neu
Diese Erkenntnis ist nicht neu, sondern schon länger bekannt. Hunde "gähnen" auch nur zusammen mit anderen Hunden die sie kennen. Die meisten Menschen dann der Hund würde tatsächlich gähnen, was er aber gar nicht tut. Er signalisiert damit anderen Hunden in der Gruppe das alles okay ist und sich keiner Aufregen soll. Das würde auch erklären, weshalb sich Menschen auch nur in ihrer "Gruppe" leichter anstecken lassen.