Studie

21. Juni 2016 03:43; Akt: 21.06.2016 11:38 Print

Akademiker erkranken häufiger an Hirntumoren

Forscher kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Je höher die Schulbildung, desto grösser das Risiko auf einen Hirntumor.

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«Überraschendes Ergebnis, das nicht einfach zu erklären ist»: PET/CT-Scan. (Archivbild) (Bild: AFP/Yasuyoshi Chiba)

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Hochschulabsolventen erkranken häufiger an Gehirntumoren als Menschen mit geringer Schulbildung. Zu diesem unerwarteten Befund kommt ein internationales Forscherteam in einer Studie, die das Fachblatt «Journal of Epidemiology» am Dienstag veröffentlichte. Es handle sich um ein «überraschendes Ergebnis, das nicht einfach zu erklären ist», sagte der Hauptautor der Studie, Amal Khanolkar vom Londoner Institute of Child Care, der Nachrichtenagentur AFP.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Hirntumor-Risiko bei Menschen mit mindestens dreijähriger Universitätsbildung 19 Prozent über dem Risiko jener Menschen liegt, die bereits nach neun Jahren die Schule verlassen haben. Bei Frauen liegt das Risiko sogar um 23 Prozent höher.

Daten von 4,3 Millionen Menschen ausgewertet

Für die Studie werteten die Forscher die Krankenakten von 4,3 Millionen Menschen in Schweden aus den Jahren zwischen 1993 und 2011 aus. Sie konzentrierten sich dabei auf drei unterschiedliche Arten von Hirntumoren und den Bildungsstand der betroffenen Patienten.

Bei allen drei untersuchten Tumorarten lag das Erkrankungsrisiko bei Akademikern höher als bei Patienten mit geringerer Bildung. Am ausgeprägtesten war dieser Zusammenhang bei den besonders gefährlichen Gliom-Tumoren, die meist zum Tod führen.

Lebenswandel wurde nicht untersucht

Eine Erklärung für diesen Zusammenhang lieferten die Forscher nicht. Möglich seien Umweltfaktoren oder Lebenswandel der Patienten, was aber nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchung gewesen sei, sagte Khanolkar.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem der gefürchteten Gliom-Tumore zu erkranken, ist ohnehin gering – ungeachtet des Bildungsstands. Bei Menschen mit geringerer Bildung dokumentierten die Wissenschaftler fünf Fälle pro 3000 Menschen. Bei Akademikern waren es sechs pro 3000.

(chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 21.06.2016 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    erst kürzlich...

    ...fanden Wissenschaftler heraus, dass es schwierig ist Drehtüren zuzuschlagen.

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  • Chris am 21.06.2016 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Begrenzter Horizont

    Wieder mal typisch für die westliche Medizin. 2-4 Faktoren untersuchen und den ganzen Rest, mit dem ein Körper funktioniert, ausser Acht lassen. So etwas von unseriös und panikmacherisch. Klar das Motto: publish or perish.

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  • Tumorschädel am 21.06.2016 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handwerker oder Kopfwerker?

    Raucher bekommen Hals-/Lungenprobleme, Vielfrasse bekommen Diabetes und Fettleber, Geräteturner verschleissen ihre Gelenke. Wie kommt man drauf dass 'Hirner' nicht auch irgendeinen Preis zahlen? Jedes Werkzeug hat Verschleiss

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zwei Stein am 22.06.2016 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nur bei Akademiker ?

    Ich bin Akademiker. Denke. Denke. Denke, Danke. Bin inzwischen über 90 und mein Gehirn funktioniert immer noch.

  • Dave am 22.06.2016 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Kausalität verwechselt?

    Da wird wohl mal wieder die Kausalität verwechselt. Es scheint mir doch eher sehr unwahrscheinlich dass die Anfälligkeit auf Gliom-Tumore sich bei gesteigerter Denkbelastung erhöht. Es ist wohl wahrscheinlicher das jemand mit erhöhten kognitiven Fähigkeiten auch ein vom Durchschnitt leicht abweichendes Hirn hat, was ihn einerseits zu höheren kognitiven Fähigkeiten befähigt aber anderseits halt das Tumor-risiko erhöht.

  • Unnutz am 22.06.2016 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch logisch...

    Als Akademiker verteht man plötzlich die Zusammenhänge, die so oder so keinen Sinn machen. Da bekommt man nun mal einen Tumor... denn das hält kein Hirn aus ;-)

  • carlo jacobi am 22.06.2016 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hr

    Wieder eine typische Nonsensstudie. Erstens: je grösser die untersuchte Zahl, desto eher lässt sich jeder Unsinn "beweisen". Zweitens handelt es sich um die relative Häufigkeit. Der letzte Satz ist der entlarvende: 5 von Dreitausend gegen 6 von Dreitausend. Die absolute Häufigkeit zeigt, dass die Studie ohne praktische Folge ist. Aber man hat wieder mal eine Studie veröffentlichen können!

  • Helen am 22.06.2016 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nichtssagend

    Lebensstil wurde nicht untersucht, alle anderen Faktoren nicht untersucht, diese Studie ist einfach nur nichtssagend.