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Infektionskrankheiten
26. März 2009 11:34; Akt: 26.03.2009 12:35 Print
Schweizer stecken sich immer öfter beim Sex an
Das BAG schlägt Alarm: Immer mehr Menschen in der Schweiz stecken sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten an. Oft bleiben Ansteckungen mit Chlamydien, Syphilis oder Gonorrhö (Tripper) aber längere Zeit unerkannt und unbehandelt.
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Hintergrund: Die häufigsten Geschlechtskrankheiten
Die Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten hat in den vergangenen zehn Jahren fast über alle Altersgruppe hinweg rasant zugenommen. So hat sich die Zahl von 1999 bis 2005 teilweise verdoppelt bis verdreifacht, wie Linda Nartey vom BAG auf Anfrage der AP sagte. Auch die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass kein Ende des Aufwärtstrends in Sicht ist. So stieg die Zahl der gemeldeten Infektionen mit Chlamydien von 3493 im Jahr 2003 auf 6178 im Jahr 2008. Seit Jahresbeginn wurden ebenfalls bereits 1249 Fälle gemeldet - 54 mehr als in der entsprechenden Periode des Vorjahres.
Syphilis
Dasselbe gilt für die Syphilis-Erkrankungen. Seit Jahresbeginn wurden 196 Infektionen gemeldet, verglichen mit 177 in der Vorjahresperiode. Die Zahl der Gonorrhö-Infektionen nahm von 521 Fällen im Jahr 2003 auf 984 Fällen im Jahr 2007 zu. Im vergangenen Jahr gingen die Erkrankungen mit 964 Fällen leicht zurück, bleiben aber wie auch in den ersten elf Wochen des laufenden Jahres auf einem hohen Niveau.
Weniger Safer Sex
Die Zunahme ist laut Nartey nicht eindeutig zu begründen. In der Schweiz gehe man wie im internationalen Umfeld davon aus, dass die individuelle Prävention durch die Umsetzung der «Safer-Sex-Regeln» abnehme. Möglicherweise würden aber wegen zunehmender Aufmerksamkeit auch mehr Tests durchgeführt und deshalb mehr Infektionen entdeckt.
Sexuell übertragbare Infektionen, insbesondere Chlamydia-Infektionen, können ohne Symptome verlaufen und deswegen über längere Zeit unerkannt bleiben. Denn ohne Symptome bleibt meist auch ein Arztbesuch aus. Sexuell aktiven Frauen kann anlässlich der jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung ein Test angeboten werden. Diese Gelegenheit fehlt hingegen bei den Männern. Laut Nartey will das BAG die Prävention gegen sexuell übertragbare Krankheiten intensivieren.
Verzicht auf Schutz
Ein Drittel verzichtet beim Geschlechtsverkehr «in der Hitze des Gefechts» auf Schutz, wie Thomas Lyssy von der Aids-Hilfe Schweiz sagte. Bei den Ansteckungen von heterosexuellen Männern und Frauen im Alter zwischen 35 und 45 Jahren werde oft davon ausgegangen, dass die Personen in ihrem Umfeld nicht von HIV betroffen seien. «Sie denken, dass nur Homosexuelle und Drogenabhängige betroffen sind», sagte Lyssy. Die stark angestiegen Zahl der Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bestätige dies.
(dapd)

























