Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
USA
06. März 2009 16:24; Akt: 10.03.2009 00:20 Print
Musste ein Teenager für Organentnahme sterben?
In den USA sorgte in dieser Woche ein Prozess für Aufsehen: Eltern beschuldigen ein Spitalteam, ihren hospitalisierten Sohn vorsätzlich getötet zu haben, um seine Organe entnehmen zu können.
In dieser Woche begann im U.S. District Court von West Pennsylvania ein lang erwarteter Prozess: Michael und Teresa Jacobs beschuldigen die Ärzte eines Spitals, ihren Sohn Gregory umgebracht zu haben. Der 18-Jährige erlitt vor zwei Jahren einen Snowboardunfall und zog sich dabei schwere Hirnverletzungen zu.
Die Eltern sind fest davon überzeugt: Ihr Kind wurde nicht ausreichend medizinisch versorgt. (Quelle: ABCnews.com)
Lebenserhaltende Massnahmen vernachlässigt?
Die Eltern sind fest davon überzeugt, dass das Klinikpersonal Gregorys Tod absichtlich herbeigeführt hatte, indem überlebenswichtige Massnahmen vernachlässigt wurden oder erst gar nicht zum Einsatz kamen. Mitunter soll der Beatmungsschlauch herausgezogen worden sein, der letztendlich - so die Kläger - zum Erstickungstod des jungen Mannes geführt haben soll. Dabei wurde - so die Anschuldigung - ein Ziel verfolgt: Die Entnahme der intakten Organe des Teenagers. Das Ehepaar Jacobs kritisiert, dass ihr Sohn vor Einleitung der Organentnahme nicht offiziell für hirntot erklärt wurde.«Tatsächlich hiess es, Gregory sei für tot erklärt worden - er würde sich nicht mehr erholen. Aus diesem Grund hatten die Eltern eine Erklärung unterschrieben, die den Ärzten die Organentnahme erlaubt», sagt der Anwalt des Klägerpaars, Dennis Boyle in einem Interview mit «ABCnews.com» und ergänzt: «Greg war definitiv nicht hirntot».
Die Gegenseite sieht das anders: In einem Statement des Hamot Medical Centers heisst es, Gregorys optimale medizinische Versorgung sei «rechtzeitig, angemessen und gut dokumentiert» erfolgt.
Das Gericht bestätigte bereits, dass es keine Belege dafür gibt, das Gregory vor der Organentnahme keine Hirn- oder Herzaktivitäten mehr zeigte. Für den Tod ihres Kindes verlangt die Familie Jacobs von der Klinik ein Schmerzensgeld in Höhe von fünf Millionen US-Dollar.
(rre)


























