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Gefahr Schweinegrippe
18. November 2009 12:50; Akt: 18.11.2009 15:21 Print
«Säuglinge haben null Abwehr»
von Runa Reinecke - In Basel starb ein fast fünf Monate altes Baby an den Folgen der Schweinegrippe. 20 Minuten Online befragte den Immunologen Beda Stadler, wie die Kleinsten vor dem Virus geschützt werden können.
Das Baby, das in Basel Opfer der Schweinegrippe wurde, litt offenbar an einem Herzfehler und einer Immunschwäche. Gegenüber 20 Minuten Online erklärte der Berner Immunologe Prof. Beda Stadler, wie Eltern ihre Kinder schützen können und wann man mit den Kleinen unbedingt einen Arzt aufsuchen muss.
«Fieber ist ein unverkennbares Warnsignal», weiss der Immunologe Beda Stadler. (Bild: Keystone) Schweinegrippe-Impfung:
Nach einer Impfung gegen das Schweinegrippe-Virus tritt die Immunisierung nicht sofort ein: Der Schutz besteht erst etwa zwei Wochen nach der Impfung. Innerhalb dieser zwei Wochen kann man selbst an Schweinegrippe erkranken, aber auch das Virus an andere Menschen weitergeben.
20 Minuten Online: Ab wann müssen sich Eltern mit ihrem Kind unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben?
Beda Stadler: Eine Grippe erkennt man bei einem Kind relativ gut. Ein unverkennbares Alarmsignal ist hohes Fieber – dann muss rasch ein Arzt aufgesucht werden. Symptome wie diese soll man grundsätzlich ernst nehmen. Was oft verkannt wird: Auch in den letzten Jahren sind Kinder an der normalen Grippe verstorben – das war allerdings nie eine Meldung wert. Dabei verläuft eine Grippe bei einem von 1000 infizierten Menschen äusserst kritisch.
Warum ist das Grippe-Virus gerade für Säuglinge so gefährlich?
Bei einem fünf Monate alten Kind trifft das Grippevirus auf null Abwehr. Da der Impfstoff erst jetzt für Risikogruppen erhältlich ist, konnte die Mutter nicht während der Schwangerschaft immunisiert werden – ein Schutz, der auch auf das Kind im Mutterleib übergeht. Bei einem drei Monate alten Säugling hat das Kind noch die Hälfte des Immunschutzes der geimpften Mutter, nach sechs Monaten ist immer noch ein gewisser Schutz vorhanden.
Warum kann man Kinder unter sechs Monaten nicht gegen Grippe impfen lassen?
Das wäre überhaupt nicht günstig, denn das Kind bekommt einen Teil des Immunsystems schon über die Nabelschnur der Mutter verabreicht. Impft man das Kind, so würden die Antikörper gegen den Impfstoff vorgehen. Die Antikörper würden dem Kind anschliessend also fehlen. Ein Problem, das man nicht nur bei Grippeimpfungen hat: Früher wurden Kinder unter einem halben Jahr nicht geimpft, heute beginnt man mit einigen Impfungen schon nach 2 Monaten.
Was können Eltern und das Umfeld tun, damit ein Kind nicht angesteckt wird?
Je mehr Menschen geimpft sind, desto geringer ist das Risiko für die Kleinen. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass Eltern achtsam sind und den Kontakt ihrer Kinder einschränken, also die Kinder nicht von jedem auf den Arm nehmen lassen.
Die Kinder also wegsperren?
Wie ein rohes Ei sollte man die Kinder nicht behandeln. Wichtig ist, dass man sie vor einer Tröpfcheninfektion – zum Beispiel vor hustenden und niesenden Personen oder grossen Menschenansammlungen - schützt.
Gegen einen Spaziergang mit den Kleinen ist aber nichts einzuwenden?
Im Kinderwagen sind die Kleinen eigentlich gut geschützt: Das Virus kann bei Tageslicht durch die UV-Strahlung nicht lange überleben.

























