Suchtmonitoring

08. Oktober 2012 11:41; Akt: 08.10.2012 12:23 Print

Jeder fünfte Schweizer trinkt zu viel

Ein grosser Teil der Bevölkerung schaut oft zu tief ins Glas: Junge neigen zum Rauschtrinken, alte zu chronischem Alkoholkonsum. Dafür gibt es immer weniger Raucher.

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20 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz trinkt zu oft oder regelmässig zu viel Alkohol. Während bei den Älteren eher das chronische Trinken ein Problem darstellt, dominiert bei den Jugendlichen das Rauschtrinken.

26 Prozent der 15- bis 19-Jährigen sowie 39 Prozent der 20- bis 24-Jährigen trinken sich mindestens einmal im Monat in den Rausch. Knapp 8 Prozent der 65- bis 74-Jährigen konsumieren chronisch zu viel Alkohol. Zu diesem Schluss kommt das Suchtmonitoring Schweiz, ein System, das den Drogenkonsum in der Schweiz erfasst.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlichte am Montag erste Resultate. Diese zeigen weiter, dass der Tabakkonsum seit zehn Jahren abnimmt. Knapp ein Viertel der Bevölkerung in der Schweiz raucht noch. Vor zehn Jahren konsumierte noch jeder Dritte Tabakwaren.

Auch das Passivrauchen geht zurück. Waren im Jahr 2002 noch 35 Prozent der Bevölkerung dem Passivrauch ausgesetzt, sind es heute gut 5 Prozent. Trotzdem bleibe «der Tabakkonsum die Hauptursache für vermeidbare, frühzeitige Todesfälle», schreibt das BAG in seinem Communiqué.

Das Suchtmonitoring Schweiz wird seit Januar 2011 durchgeführt. Es basiert auf einer repräsentativen Befragung der Schweizer Bevölkerung zum Thema Sucht und Konsum psychoaktiver Substanzen. Jährlich werden rund 11'000 Personen ab 15 Jahren zu ihrem Konsum von Alkohol, Tabak, Cannabis und anderen Substanzen befragt.

Illegale Drogen: Cannabis zuoberst

Beim Konsum illegaler Substanzen dominiert Cannabis. Vor allem bei 15- bis 24-Jährigen ist das Kiffen beliebt. In dieser Altersgruppe gaben 17,5 Prozent an, in den letzten zwölf Monaten Cannabis zu sich genommen zu haben.

Andere illegale Substanzen werden eher in geringem Ausmass eingenommen. 0,7 Prozent der Befragten konsumierten in den letzten zwölf Monaten Ecstasy, 0,5 Prozent LSD, 0,3 Prozent nahmen Speed oder Amphetamine zu sich.

Aus den Umfragen ging auch hervor, dass es oft nicht beim Konsum einer einzigen Substanz bleibt: Rund 9 Prozent der Bevölkerung weisen einen erhöhten Konsum von mindestens zwei Substanzen auf. Bei 20- bis 24-Jährigen sind es gar rund 17 Prozent. Demnach werden am häufigsten Alkohol und Zigaretten zusammen konsumiert.

Drogenkonsum fördert Gewalt

Ein weiteres Augenmerk der Befragung galt dem Umgang der 15- bis 29-Jährigen mit psychoaktiven Substanzen an Wochenenden und den damit verbundenen Problemen wie Gewalt oder Verkehrsunfälle.

Es zeigte sich, dass diejenigen, die exzessiv Alkohol oder Cannabis konsumierten, öfter in Handgreiflichkeiten und Schlägereien verwickelt waren als diejenigen, die keinen exzessiven Konsum aufweisen.

Gemäss dem BAG wird es im Verlauf der nächsten Jahre möglich sein, mit dem Suchtmonitoring weitere Entwicklungen und Trends zu erkennen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tommy am 08.10.2012 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stimmt kaum

    Es haben sicher mehr als 17% der 15-24 jährigen einmal gekifft letztes Jahr! Ich bin 19 und kann sagen dass allernindestens die Hälfte der Leute in meinem Alter zumindest einmal in den letzten 12 Monaten irgendein Cannabisprodukt konsumiert hat! Daher legalize it! An den Konsumgewohnheiten der Schweizer würde sich dann kaum etwas ändern. Wer kiffen will tut das jetzt schon.

  • Dagobert am 08.10.2012 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Um es unter diesen Gesetzen nicht durch zu drehen, muss man sich ja täglich besauffen.

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  • Mario B. am 08.10.2012 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ja klar!

    Zuerst das Rauchen jetzt kommt der Alkohol dran. Ich habe mich schon gefragt wie lange es noch geht. Freue mich schon auf die Medien-Hetzkampagne, jetzt wird man bald überall lesen wie schlecht das trinken ist, bis das Volk nach Verboten schreit und man die Alkoholsteuer erhöhen kann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Weede am 09.10.2012 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Alk.

    Ja ne is Klar. Wer sich besauffen will soll es tun, solange man damit nicht hinters Steuer geht, geht es um dein Eigenen Körper und ich denke ab 16 sollte jeder selber bestimmen was damit geschieht.

  • Reinhardt am 08.10.2012 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, das hat man bei der Volksabstimmung gemerkt.

    Ja, das hat man bei der Volksabstimmung gemerkt.

  • Yumaa am 08.10.2012 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Römer im neuen Zeitalter

    solche statistiken zu lesen, fördert eigentlich das wissen dass alles im heutigen zeitalter unmoralisch ist. wir sollten wohl wie roboter funktionieren und einfach unser dasein fristen. völliger quatsch und dies kann ich eh nicht befürworten. lasst uns wie die römer mal richtig "blöd tue", mancher krampf währe besiegt und lässt die menschen einfach sein. moralapostel tagtäglich, auf solches kann ich verzichten.

  • P. Baumann am 08.10.2012 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Dunkelziffer

    Die meisten Jugendlich trinken sich JEDES WE in den Rausch... Nur 1x im Monat wäre ja schön :D

  • A.R. am 08.10.2012 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ne sag auch!!

    Na so was, ist nicht wahr, exzessiver Alkoholkonsum macht aggressiv?! Na das ist ja was ganz Neues!!! Wobei immerhin hat man jetzt die Raucher mal für ein Sekündchen genug gehetzt und kümmert sich mal um Volksdroge Nummer 1 - wobei die halt gesellschaftlich halt tiptop anerkannt ist oder wer kennt sie nicht, die Geschäfts-Apéros, bei denen man Champagner dankend ablehnt und O-Saft will, was ausnahmslos immer mit "ja aber warum dääään?! Bisch Antialkoholiker?" quittiert wird. Aber macht bloss so weiter mit eurer Hetzerei, in 15 Jahren haben wir hier Prohibition. Schöne "freie" Schweiz

    • Jonei am 08.10.2012 16:48 Report Diesen Beitrag melden

      jo nei

      Genau, und Zusätzlich noch mehr wirtschaftliche Probleme und Steuerausfälle!

    • Dani am 08.10.2012 17:46 Report Diesen Beitrag melden

      Wo liegt das Problem?

      Ah also aufhören mit Hetzerei? Dann darf ich ab sofort so schnell fahren wie ich will - das ist meine Freiheit, falls es dich stört musst Du halt etwas besser aufpassen beim überqueren der Strasse. Beim Rauchen welches noch heute in einigen Kantonen Dritte schädigt (Personal in Raucherbeizen) ist es absolut berechtigt etwas dagegen zu tun. Alkoholtrinker die ausrasten und randalieren sind hingegen eher selten, im Normalfall schädigen die nur sich selbst und nicht unbeteiligte Dritte. (Und Alkoholkonsum stinkt nicht). Wohl selber ein rauchender Trinker dass es Dich stört ???

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