Muttermilch

11. April 2017 11:23; Akt: 11.04.2017 11:23 Print

Was Babys stark macht, soll nun Krebs heilen

Natürliches Heilmittel: Forscher haben einen Bestandteil menschlicher Muttermilch so umgebaut, dass er Krebszellen bekämpfen kann.

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In Muttermilch ist alles drin, was Babys in den ersten Monaten brauchen. Nun sollen auch Erwachsene vom Besten für Neugeborene profitieren. Forscher um Dagmar Zweytick von der Universität Graz sind daran, ein neuartiges Krebsmedikament zu entwickeln, das aus einem Eiweissmolekül der Muttermilch gewonnen wird.

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Das sogenannte Lactoferrin ist Teil der angeborenen Immunabwehr des Neugeborenen, die über die Muttermilch gestärkt wird. Es kann der Abwehr von Bakterien und Pilzen dienen, indem sich das positiv geladene Molekül gegen die Membranhülle körperfremder Zellen richtet und diese zerstört.

Tumore schwinden

Durch das Einwirken von Zweytick und ihren Kollegen kann das Molekül nun noch mehr: «Wir haben es verstärkt und umgebaut, sodass es Krebszellen aufspüren und zerstören kann», so die Forscherin nach ersten erfolgreichen Tests mit Mäusen: Bei den behandelten Tieren zeigte sich ein starker bis vollständiger Rückgang der Tumore.

Gesunde Körperzellen dagegen werden vom modifizierten Lactoferrin links liegen gelassen. Das ist die optimale Eigenschaft für die zielgenaue Behandlung von Krebs, bei der ausschliesslich die kranken Zellen angegriffen werden sollen.

Patent bereits angemeldet

Das Muttermilch-Molekül kann synthetisch hergestellt werden. Noch wird ausschliesslich die Behandlung von schwarzem Hautkrebs und Krebs im Gehirn (Glioblastom) getestet. «In Zukunft soll es aber als Therapie gegen jede Form von Krebs eingesetzt werden», so die Hoffnung der Forscher.

Auch wenn die Tests an Menschen noch ausstehen: Zweytick und ihre Kollegen haben das modifizierte Molekül bereits zum Patent angemeldet.

(sk/fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R.J am 11.04.2017 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll gemach

    Gratuliere dem Forscherteam. Als nächster Schritt wäre es toll wenn Sie es zu einem humanen Preis der Allgemeinheit zur verfügung stellen würden, damit die Pharmalobby es nicht kauft und verschwinden lässt oder ein riesen Geld damit verdient.

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  • Mr Burns am 11.04.2017 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Irgendeine Pharmafirma word das Patent schon aufkaufen und es gewisst irgendwo in ihreb Katakomben verschwinden lassen. Damit auch ja schön weiter viel Geld mit überteuerten Krebsmedikamenten verdient werden kann...

  • Werner am 11.04.2017 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Finde es auch Super, Gratulation an das Team. Aber Mr. Burns wird wohl recht behalten. Glaube auch nicht das die Pharmaindustrie das für gut heisst. Eigentlich Traurig, die die uns Helfen wollen machen uns erst Krank.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 12.04.2017 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Mittel recht,

    wenn es dsrum geht, Krebs zu besiegen. Ein weierer neuer Forschungsansatz.

  • Lars am 12.04.2017 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Das kann Dope schon lange

    Toll, dass können Pflanzen schon lange: Man googelt "CBD" oder "THC" in Verbindung mit "Cancer, Krebs". Cannabis lässt grüssen!

  • Karl am 12.04.2017 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pharma Firmen

    Die Pharma Firmen werden es aufkaufen und unter den Teppich kehren. Das muss verhindert werden! Man kann nicht ewig an der Chemotherapie und an der Strahlentherapie festhalten, die viel zu aggressiv sind!

  • Andrea am 12.04.2017 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Naturstoffe kann man nicht patentieren

    Wer die Pharmaindustrie kennt, der weiss, dass besagter Bestandteil der Muttermilch schon von Natur aus Krebs bekämpft. Die Pharma Industrie hat ihn umgebaut, dass sie ihn patentieren und verkaufen können.

  • Mary Jane am 11.04.2017 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cannabis?

    Wiso probieren es die forscher nicht mal mit Cannabis? hat ja schon vielen Menschen geholfen und denke sie werden damit auch schnelleren fortschritt machen

    • Urs2 am 12.04.2017 10:13 Report Diesen Beitrag melden

      Die Frage ist...

      wer bezahlt die Forscher?? Diese "steuern" sie auch. Es bracht Pioniergeist unter den Forschern sonst geht gar nichts...

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