Experten schlagen Alarm

27. September 2012 22:58; Akt: 28.09.2012 12:34 Print

Tropische Krankheiten bedrohen Europa

Europa soll den Kampf gegen Moskitos aufnehmen, fordern Experten. Denn die Insekten verbreiten immer öfter tropische Krankheiten wie Malaria, Dengue- oder Chikungunya-Fieber.

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Europa soll verstärkt gegen Moskitos vorgehen - wie dies auf der französischen Insel La Reunion im indischen Ozean schon gemacht wird. (Bild: Keystone/Bob Edme)

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Gefährliche Mücken aus den Tropen breiten sich mehr und mehr auch in europäischen Ländern aus. Experten sehen eine grosse Bedrohung durch Krankheiten wie Dengue oder Chikungunya-Fieber, die von den Moskitos übertragen werden. Sie fordern, den Kampf gegen die Insekten aufzunehmen und die Menschen besser zu schützen.

So werde beispielsweise die Asiatische Tigermücke seit etwa 30 Jahren zunehmend auch ausserhalb Asiens heimisch und habe sich sogar schon in der Südschweiz ausgebreitet. «Aktuell ist sie in 28 Ländern auf allen Kontinenten - ausser Australien und der Antarktis - zu finden», schreibt ein internationales Team um Giuliano Gasperi von der Universität in Pavia (Italien) im Leitartikel des Online- Journals «PLOS Neglected Tropical Diseases».

Auch Malaria wird durch Mücken übertragen. Erst in den 1960er-Jahren gelang es nach etwa 50 Jahren Kampf durch ein «beispielloses Umweltmanagement» und den Einsatz von Insektiziden, Malaria erfolgreich aus Europa zu verdrängen. Heute sind nach Angaben der Forscher viele Malaria-Mücken gegen Insektizide resistent - und deren Einsatz ist aus Umweltschutzgründen ohnehin oft verboten.

Um die Ausbreitung der gefährlichen Mücken einzudämmen, fordern die Wissenschaftler jetzt eine enge Zusammenarbeit von Experten, Gesundheitseinrichtungen und Medien. «Eine fachübergreifende Beobachtung und eine Spezialeinheit, die mit einer informierten Öffentlichkeit zusammenarbeitet, wären wohl die beste Möglichkeit, den Kampf gegen diese neue Bedrohung in Europa zu gewinnen.»

«Knochenbrecher-Fieber»

Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-Virus und eine Reihe anderer tropischer Erkrankungen übertragen. Sie ist eigentlich in den asiatischen Tropen beheimatet - mittlerweile verbreitet sie sich den Forschern zufolge in Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und der Schweiz.

2010 wurden eine Infektion aus Kroatien und zwei aus Südfrankreich bekannt. Ende August 2012 ist ein alter Mann in Griechenland wahrscheinlich an Dengue-Fieber gestorben. Dann wäre er Experten zufolge der erste, der sich dort mit dem «Knochenbrecher-Fieber» angesteckt hätte - so wird Dengue auch genannt, wegen der starken Gelenkschmerzen, die es verursacht.

(sda)