Forscher bestätigen

24. Januar 2017 09:12; Akt: 25.01.2017 14:48 Print

Kiffen kann schizophren machen

Wissenschaftler haben erstmals nachgewiesen, dass Cannabiskonsum die psychische Krankheit auslösen kann.

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Cannabis ist die am weitesten verbreitete illegale Droge mit schätzungsweise 182 Millionen Konsumenten im Jahr 2013. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Daniel Karmann)

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Kiffen erhöht tatsächlich das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken. Eine internationale Studie mit Beteiligung von Lausanner Forschern weist einen ursächlichen Zusammenhang nach.

Epidemiologische Daten aus über 40 Jahren haben bereits stark darauf hingewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen Cannabis und dem Schizophrenierisiko besteht - auch abhängig von der Dosis. Aber bisher konnte keine Studie nachweisen, dass Kiffen direkt für das Auftreten der Krankheit verantwortlich war.

Dies ist nun aber mit einer neuen Untersuchung gelungen, an der das Universitätsspital Lausanne (CHUV) beteiligt war. Die Studie basiert auf einer Methode, die als «Mendelsche Randomisierung» bezeichnet wird. Damit lässt sich der Einfluss eines Risikofaktors – in diesem Fall Canabiskonsum – auf das Auftreten von Krankheiten - hier Schizophrenie - untersuchen.

Falsche Schlüsse vermeiden

Mit dieser Methode lassen sich falsche Rückschlüsse vermeiden, zum Beispiel, dass die Wirkung fälschlicherweise für die Ursache gehalten wird - in diesem Fall, dass ein erhöhtes Schizophrenierisiko der Grund für stärkeren Cannabiskonsum sein könnte. Der Trick besteht darin, genetische Marker zu verwenden, die statistisch mit dem Risikofaktor (Cannabiskonsum) in starkem Zusammenhang stehen.

Der Vorteil davon ist die Tatsache, dass diese genetischen Marker angeboren und zufällig in der Bevölkerung verteilt sind. Sie seien zudem nicht durch Umweltfaktoren beeinflusst, wie beispielsweise das familiäre Umfeld oder die sozio-ökonomische Situation, erklärte Studienerstautor Julien Vaucher vom CHUV gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die Wissenschaftler stützten sich auf Daten aus einer Publikation von 2016, die einen Zusammenhang zwischen bestimmten Genvarianten und dem Cannabiskonsum bei 32'000 Studienteilnehmenden nachgewiesen hat. Die gleichen genetischen Marker wurden anschliessend in einem separaten Datensatz gesucht, der Erbinformation von 34'000 Patienten und 45'000 Gesunden umfasste.

Risiko um 37 Prozent erhöht

Durch Kombination dieser Informationen aus zwei separaten Quellen kamen die Forschenden zum Schluss, dass Cannabiskonsum mit einem um 37 Prozent erhöhten Schizophrenierisiko einhergeht. Ähnliche Zahlen hatten auch frühere Beobachtungsstudien ergeben. Darüber hinaus wird der Zusammenhang auch nicht von anderen Faktoren beeinflusst, zum Beispiel Tabakkonsum.

«Diese robusten Resultate ergänzen die zahlreichen Studien auf diesem Gebiet und zeigen, dass die Verbindung zwischen Cannabiskonsum und einem erhöhten Schizophrenierisiko eine ursächliche ist», betonte Vaucher. Sie seien zudem wichtig für die öffentliche Gesundheit, um über die Risiken des Kiffens zu informieren. Gerade weil diese Substanz eine Welle der Liberalisierung erlebt und zunehmend auch für therapeutische Zwecke verwendet wird, brauche es ein genaues Verständnis der Wirkmechanismen. Weitere Studien könnten beispielsweise ermöglichen, Warnhinweise für Gruppen mit hohem Risiko für Schizophrenie oder andere Störungen zu formulieren, so der Lausanner Experte.

Einfluss der Dosis nicht untersucht

Die in der Studie verwendete Methode erlaubte allerdings nicht, das Risiko in Abhängigkeit von der konsumierten Menge, der Art von Cannabis, der Art und Weise der Verabreichung oder dem Alter der Konsumierenden zu bestimmen, gab der Forscher zu bedenken.

Cannabis ist die am weitesten verbreitete illegale Droge mit schätzungsweise 182 Millionen Konsumenten im Jahr 2013. Andere Studien hatten bereits eine Beeinträchtigung der Signalübertragung im Nervensystem nachgewiesen, die mit der Entstehung psychotischer Störungen in Verbindung stehen, sowie einen Einfluss auf die Reifung der Hirnrinde bei Jugendlichen.

Ebenfalls zu der neuen Studie beigetragen haben britische und amerikanische Forschergruppen. Die Ergebnisse sind im Fachblatt «Molecular Psychiatry» erschienen.

(ij/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • I.Ronie am 24.01.2017 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Stimmt gar nicht. Wer kifft hat bloss ständig die Polizei ums Haus und Detektive die einen fangen wollen. Sagt zumindest eine Stimme zu mir.

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  • Erni und Bert am 24.01.2017 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    früher

    Früher war ich Schizophren, aber heute gehts uns gut!

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  • Hugo von Sinnen am 24.01.2017 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Studien

    Wenn "falsche Studien" immer wiederholt werden, werden die Resultate dadurch nicht richtiger.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra meier am 03.02.2017 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    37% wovon??

    37% aller Menschen? 37% aller Cannabiskonsunenten? 37% der Genphänotyträger? Letzteres beträfe bei unserer Schizophrenierate von 1%, wovon 6% Cannabis konsumieren (=0.006% der Bevölkerung), also 37% von 0.006% der Bevölkerung. Sprich: Von 250'000 regelmässigen Kiffern in der CH sind 177 gefährdet. Total. Die Todes(!)rate beim Schwimmen neträgt 47 Fälle. Pro Jahr.

  • Hugo von Sinnen am 02.02.2017 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    Neuste Meldungen!

    by Seshata on 24/01/2017 Welche Medikamente kann Cannabis ersetzen? Medikamente Cannabis und Cannabis-basierte Medikamente können bei bestimmten Erkrankungen sicherer und wirksamer als Standardbehandlungen sein. Patienten, die mit medizinischem Cannabis behandelt wurden, haben danach begonnen, traditionelle Pharmazeutika durch Cannabis zu ersetzen oder um Cannabis zu ergänzen mit sehr vielversprechenden Anfangsergebnissen. Medizinisch 0 0 Welche Medikamente kann Cannabis ersetzen? - Sensi Seeds Blog Cannabis-basierte Medikamente haben bereits begonnen, eine große Vielfalt herkömmlicher

  • orks on the way south am 28.01.2017 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    orks eats orks only

    Dies klare wissenschaftliche Studie ergibt ein Schlussresultat von 67'340'000 Schizophrene Mitbürger/innen. Dann mal los und findet sie!!!

  • kiffer am 25.01.2017 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schzophren ist...

    ...wenn geld für solche unsinnigen studien ausgegeben wird

  • kiffer pro am 25.01.2017 15:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    #läuftbeieuch

    jetzt mal ehrlich... bei so vielen konsumenten auf der ganzen welt (medizinish und selbstmedikation) müssten ja bald 37% shizophrene kiffer umherwandeln.... hhmmm... the walking shizo? und nebenbei... paracetamol unser grippemittel nr1. keiner weiss wieso es wirkt oder was genau es im körper anrichtet.. nichtsdestotrotz legal und rezeptfrei an jeder apotheke erhältlich da big pharma sagt is shon gut das tut euch gut... ja ne is klaar...