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Dick ist nicht ungesund
07. November 2012 21:50; Akt: 08.11.2012 11:32 Print
«Dicke sollen sich nicht schuldig fühlen»
von Deborah Sutter - Entgegen jahrzehntelanger Forschung soll Dicksein nicht ungesund sein. Experten fordern nun ein Umdenken in der Prävention von Übergewicht.

Auch diese Frau entspricht nicht dem gängigen Schlankheitsideal. (Bild: Keystone/AP/Jonathan Short)
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Bisher galt der Grundsatz «dick gleich ungesund»: Eine neue Studie zeigt nun aber das genaue Gegenteil – vorausgesetzt das Fett sammelt sich nicht nur an der Taille an. «Mit leichtem Übergewicht, also bis etwa Body Mass Index 30, ist man gesünder als wenn man ganz schlank wäre», sagt einer der Forscher, Luc Pellerin von der Uni Lausanne. Man lebe länger und sei stressresistenter: «Das läuft der klassischen Sicht entgegen, dass Übergewicht ungesund ist und man es loswerden muss.»
Bildstrecken Vom Pummelchen zum Glamour-GirlBeth Dittos Lästerattacke gegen Lagerfeld und Madonna «Übergewicht ist etwas Gutes», sagen Forscher aus Deutschland und den USA. Denn Dicke hätten mehr Überlebenskraft und seien resistenter gegen Stress. Statistiken zeigen: Dünne Dialysepatienten sterben früher als dicke. Und Dicke, die einen Herzinfarkt hinter sich haben, leben ebenso länger wie dicke Patienten nach schweren Operationen, nach Schlaganfall oder Hirnblutung und Dicke mit Krebs.
Jahrzehntelang wurde behauptet, Dicksein sei ungesund – Sie kommen zu einem ganz anderen Ergebnis...
Luc Pellerin*: Das war eine grosse Überraschung, die wir erlebt hatten: Dicke leben länger und ist eine gesunde Art der Stressbewältigung. Übergewicht ist also sogar etwas Gutes.
Woher kommt denn die längere Lebensdauer und die höhere Stressresistenz?
Das hängt mit unserem egoistischen Hirn zusammen: In Stresssituationen verlangt es vom Körper ausreichend Energie, selbst wenn das auf Kosten der anderen Organe geht. Bei Dicken funktioniert dieser Zugriff des Gehirns auf die Fettdepots nicht. Und darum reagieren sie weniger stark auf Druck.
Sollen wir also eher zulegen als abnehmen?
Wir sollten akzeptieren, dass Übergewicht keine Krankheit ist, sondern dass jeder Mensch schlicht einfach anders gebaut ist. Der soziale Druck, dünn zu sein, wird so eigentlich hinfällig.
sut
*Luc Pellerin ist Hirnstoffwechsel-Spezialist und Professor für Neurowissenschaft an der Uni Lausanne.
Pellerin fordert eine Anpassung der Präventionsbemühungen des Bundes: «Menschen mit leichtem Übergewicht sollten sich nicht länger schuldig und schlecht fühlen», kritisiert Pellerin. Man solle aufhören zu versuchen, alle in die gleiche Form pressen zu wollen. Die jetzige Präventionsstrategie des Bundes beinhaltet TV-Spots, in denen etwa ein Burger zu Gunsten eines Apfels weggelegt wird.
Stadler: «Endlich bekommen die Dicken mal Recht»
Der Immunologe Beda Stadler hält die Präventionskampagnen ebenfalls für übertrieben: «Diese Studie gibt endlich einmal den Dicken Recht und verunsichert die Dünnen. Denn Spass im Leben erreichen die meisten nun mal nur mit Übergewicht – denn unser Urprogramm lautet: Iss so viel, so fett und so süss wie möglich.»
Trotz der Vorwürfe eines propagierten Schlankheitsideals hält Roland Stähli vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Zürich an den gemässigten Präventionsstrategien fest: «Wir sagen nicht, je dünner desto besser. Aber um Adipositas vorzubeugen, sollte Übergewicht bereits im mittleren Stadium stabilisiert werden. Und körperliche Fitness ist ebenso wichtig wie das Gewicht.»
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Bin ich tot?
Gemäss manchen Kommentatoren sollte ich wohl schon lange tot sein, übergewichtig (ungesund, BMI u30), Raucher (sehr ungesund) fahre Motorrad und Velo (gefährlich) und trinke gerne ein Bier (und mehr) mit Kollegen (ungesund). Da frage ich mich wieso ich überhaupt noch lebe (und dazu noch gesund bin). Jedem das seine, ich gebe einem gutes Essen in einer lustigen Runde mit Kollegen jederzeit den Vorzug zu einer Runde Joggen. Wem es mehr Spass macht durch den Wald zu rennen soll das tun, ich halte niemanden davon ab :-) (nicht gesund für die Gelenke...)
Mitmenschen
Was ist schon gesund? Zu dünn sein auch nicht. Aufgrund von Mangelernährung stellen sich auch viele Probleme ein. Ich denke jeder ist für sich selber verantwortlich, bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Alles was man übertrieben betreibt ist ungesund. Sei es Rauchen, Alkohol, Essen sogar Sport. Ich finde es nur schade, dass dickere Menschen so fertig gemacht werden. Schlussendlich zählt der Mensch und nicht sein Gewicht! Lernt den Mitmenschen kennen und nicht sein Aussehen. Wer weiß, vielleicht ist man positiv überrascht:-)
sorry leute..
Wenn ich diese Kommentare so lese, wiess ich nicht ob ich lachen oder weinen soll. Ich selbst (28) bin seit 20Jahren übergewichtig, Höchstgewicht bei 105kg=BMI von über 35. Heute mit 80kg=BMI knapp 30 fühle ich mich pudelwohl. Und ja, ich rauche! Aber ich bin trotzdem gesünder als viele Schlanke die ich kenne! Differenziert doch ein wenig. Ein Schlanker, der sich ungesnd ernährt und keinen Sport treibt ist bestimmt nicht gesünder als eine mollige Person, die sich ausgewogen ernährt und Sport treibt..