Peinliche Krankheiten

04. Februar 2010 12:28; Akt: 04.02.2010 12:28 Print

Wenn es untenherum juckt und schmerztWenn es untenherum juckt und schmerzt

Ob Geschlechtskrankheit, Blähungen oder häufiger Harndrang. Nicht jeder wird mit solchen «intimen Beschwerden» beim Arzt vorstellig, leider: Denn hinter der vermeintlichen Peinlichkeit kann eine ernsthafte Erkrankung stecken.

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Mundgeruch (Halitosis) ist unangenehm, vor allem für das Gegenüber. Das Problem: Der Betroffene bemerkt häufig selbst nicht, dass er aus dem Mund müffelt. Häufig hilft es, die Zahnreinigung sorgfältiger auszuführen und Zahnzwischenräume mit Zahnseide zu behandeln. Auch die Zunge bedarf stets einer gründlichen Reinigung. Sollte sich der Mundgeruch nicht bessern, unbedingt einen Zahnarzt oder einen Gastroenterologen aufsuchen. Letzterer kann ausschliessen, dass dem unangenehmen Geruch ein Magenleiden zugrunde liegt. Der Darm ist einer der intimsten Bereiche des menschlichen Körpers. Wen wundert es da, dass viele Erkrankungen dieses Bereichs lieber ignoriert werden. Wer unter einer Darmfissur leidet - also einer rissartigen Verletzung am After - sollte aber unbedingt mit dem Hausarzt über das Problem sprechen. Die Ursachen für eine Analfissur sind unterschiedlich: Sie kann durch zu harten Stuhl, Hämorrhoiden oder anale Sexualpraktiken entstehen. Darmwinde entstehen, wenn man schwer Verdauliches isst. Doch Blähungen, auch Flatulenz genannt, können von chronischer Natur sein. Wer ständig unter Völle- und Druckgefühl im Unterbauch leidet, sollte der Ursache für die unangenehmen Luftansammlungen auf den Grund gehen. Mögliche Gründe: Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Reizdarm oder das Schlucken von Luft. Hämorrhoiden sind Gefässerweiterungen - man könnte sie auch die «Krampfadern des Enddarms» nennen. Besonders Schwangere und Menschen im Alter ab 50 Jahren sind von der Erkrankung betroffen. Zu den Risikofaktoren gehören langes Sitzen, zu wenig Bewegung, zu wenig Flüssigkeitsaufnahme (Wasser), Übergewicht und ballaststoffarme Ernährung. Schleimige, blutige Ausscheidungen und Afterjucken können Hinweise auf Hämorrhoiden sein. Eine Abklärung beim Arzt ist ratsam, da sich auch verschiedene Darmkrebserkrankungen durch Blut im Stuhl bemerkbar machen können. Schwitzen ist etwas ganz Normales: Die Schweissdrüsen sind unsere «Klimaanlage» und schützen uns vor dem Überhitzen. Bei Menschen mit Hyperhidrose übertreiben es die Schweissdrüsen mit der Produktion von Flüssigkeit - das sieht und riecht man. Immerhin: Es gibt Deos, die den übermässigen Schweissfluss etwas in Schach halten können - doch nicht immer reicht das: Wer aufgrund seiner krankhaften Transpiration leidet, kann sich vom Dermatologen über Therapiemassnahmen in Kenntnis setzen lassen. Zu diesen gehören die bereits erwähnten Deodorants, Botox oder das operative Absaugen einiger Schweissdrüsen. Kondome schützen - nicht nur vor Aids und Hepatitis: Zahlreiche Erkrankungen werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Hierzu zählen: Gonorrhoe (Tripper), Syphilis (Lues), Chlamydien, Herpes genitalis und Kondylome (Feigwarzen). Letztere entstehen durch eine Infektion mit dem krebserregenden Papilloma-Virus (HPV). Deshalb: Regelmässig zur Kontrolle beim Frauenarzt. Männer sollten bei Jucken, Brennen oder Schmerzen ihres Geschlechtsteils den Urologen aufsuchen. Wichtig: Den Partner immer wegen der Ansteckungsgefahr über die Krankheit informieren! Unangenehm aber ungefährlich: Die Filzlaus. Übertragen wird die Pediculosis pubis bei engem Körperkontakt - häufig über den Geschlechtsverkehr, denn im Schamhaar fühlt sie sich besonders wohl. Wenn es untenherum oder an anderen behaarten Körperstellen juckt und krabbelt: Nichts wie zum Hautarzt! Dort gibts auf Rezept ein Mittelchen, das den Tierchen den Garaus macht. Akne ist besonders bei Teenagern weit verbreitet. Auch wenn sie das Gesicht nicht gerade schmücken: Für Pickel muss sich niemand schämen, denn sie entstehen in der Regel nicht durch mangelnde Hygiene. Häufig spielt ein hormonelles Ungleichgewicht, das die Talgproduktion in den Poren ankurbelt, eine grosse Rolle. Wer unter den Hautveränderungen leidet: Auf keinen Fall selbst im Gesicht herumdrücken, lieber einen Dermatologen aufsuchen. Nur so lässt sich das Problem bei starker Akne ohne Entzündungen oder grössere Narbenbildung in den Griff kriegen. Häufiger und vor allem plötzlicher Harndrang - das heisst, weit mehr als acht Toilettengänge innerhalb von 24 Stunden? Keine reine Alterserscheinung: Auch junge Menschen und sogar Kinder können unter Blasenschwäche leiden. Bei Auftreten der Beschwerden ist es auf jeden Fall sinnvoll, den Hausarzt über den starken Harndrang zu informieren. Er kann die Ursache abklären - und die ist in vielen Fällen behandelbar. Er fühlt sich wohl, wenn es warm und feucht ist: Der Fusspilz. Macht er sich erst einmal durch Jucken und Nässen zwischen den Zehen bemerkbar, muss ein Antimykotika, also ein Anti-Pilz-Präparat aus der Apotheke ran.

Von wegen «zu intim»: Hinter so manchem vermeintlich peinlichem Symptom kann eine ernsthafte Erkankung stecken, die ärztlicher Aklärung bedarf.

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