Bern

08. November 2010 23:05; Akt: 08.11.2010 23:28 Print

Spermienkiller aus dem Supermarkt

Der Kunststoffweichmacher Bisphenol A (BPA) schädige Spermien massiv, sagt eine neue Studie. Dennoch soll er nicht verboten werden.

Fehler gesehen?

Brustkrebs, Unfruchtbarkeit, Diabetes – schon länger wird vor möglichen Auswirkungen von Bisphenol A gewarnt. Eine neue Studie an chinesischen Arbeitern kommt nun zum Schluss, dass BPA in erhöhter Konzentration auch Spermien massiv schädigen kann: Ein vierfach erhöhtes Risiko für eine reduzierte Spermienzahl und eine doppelte Wahrscheinlichkeit für eine eingeschränkte Beweglichkeit ermittelte der Forscher De-Kun Li im Auftrag einer amerikanischen Versicherung. Der Kontakt mit BPA ist fast unvermeidlich: Der Weichmacher steckt in Plastikverpackungen von Lebensmitteln, in der Beschichtung von Konservendosen oder im Papier von Kassabons. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist jedoch der Ansicht, dass die «Einnahme von Bisphenol A durch Lebensmittel kein Risiko» darstelle. Und Ernesto Engel, Geschäftsführer des Kunststoffverbandes Schweiz, erklärt: «BPA ist sicher! Studien, die das Gegenteil behaupten, taugen nicht für eine wissenschaftliche Risikobewertung.»

Natalie von Götz von der ETH widerspricht: «Ich finde die Resultate schon bedenklich.» Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz fordert Konsequenzen: «Das Thema ist seit Jahren auf dem Tisch. Wir finden, das BAG sollte seine Haltung endlich überdenken.»

(zos/20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fredi Ammann am 09.11.2010 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Spermienkiller aus dem Supermarkt

    Liebe Redaktion in diesem Artikel habt Ihr ein paar Böcke geschossen: 1. Bisphenol-A (BPA) ist kein Weichmacher, sondern ein Hauptbestandteil für die Herstellung von Polycarbonat-Kunststoff (PC)und Epoxidharzen. 2. PC wird nicht nur für Schoppenflaschen, sondern für die meisten Plastikschüsseln im Haushalt verwendet. Bei den Schoppenflaschen gibt es schon lange Alternativen ohne BPA wie z.B. Glas, Polypropylen (PP) und Polyamid (PA). Glas ist schwer, PP über 120°C nicht formbeständig und PA teurer. Freundliche Grüss Fredi Ammann

  • Peter Müller am 09.11.2010 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Korruption

    Das Ausmass der Korruption beim BAG ist bedenklich! Die Pharma-Multis könnten auch gleich selber entscheiden, welche Produkte zugelassen werden und welche nicht! Die winken alles durch, was die Kollegen bei der Pharma von Ihnen bewilligt wollen!

  • Michael Preisig am 09.11.2010 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Relevant ist nur die Gesundheit

    Lieber Herr Ammann Bisphenol A hat diverse negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Punkt. Weichmacher mag eine unpräzise Bezeichnung sein. Ob's nun als Hauptbestandteil von PC-Kunststoffen oder als Antioxidans in meinen Körper gelangt, interessiert mich als Laie nicht im geringsten. Danke an 20 minuten, dass ihr solche Themen aufgreift!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael Preisig am 09.11.2010 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Relevant ist nur die Gesundheit

    Lieber Herr Ammann Bisphenol A hat diverse negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Punkt. Weichmacher mag eine unpräzise Bezeichnung sein. Ob's nun als Hauptbestandteil von PC-Kunststoffen oder als Antioxidans in meinen Körper gelangt, interessiert mich als Laie nicht im geringsten. Danke an 20 minuten, dass ihr solche Themen aufgreift!

    • Fredi Ammann am 17.11.2010 07:54 Report Diesen Beitrag melden

      Spermienkiller aus dem Supermarkt

      Lieber Herr Preisig. Mir ging es nicht darum, Bisphenol-A (BPA) zu verharmlosen, da dessen Auswirkungen seit vielen Jahren unter Fachleuten und auch dem BAG bekannt sind. Es macht aber einen riesigen Unterschied, ob etwas als Ausgangsstoff für einen Kunststoff oder als Weichmacher eingesetzt wird. Als Weichmacher wäre BPA schon lange verboten worden. In Polycarbonatprodukten wird es freigesetzt, sobald die Oberfläche rauh ist. Alternativprodukte gibt es schon lange. Ich wollte das Problem nicht verharmlosen. BPA sollte viel ernster genommen werden. Fredi Ammann

    einklappen einklappen
  • Peter Müller am 09.11.2010 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Korruption

    Das Ausmass der Korruption beim BAG ist bedenklich! Die Pharma-Multis könnten auch gleich selber entscheiden, welche Produkte zugelassen werden und welche nicht! Die winken alles durch, was die Kollegen bei der Pharma von Ihnen bewilligt wollen!

  • Fredi Ammann am 09.11.2010 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Spermienkiller aus dem Supermarkt

    Liebe Redaktion in diesem Artikel habt Ihr ein paar Böcke geschossen: 1. Bisphenol-A (BPA) ist kein Weichmacher, sondern ein Hauptbestandteil für die Herstellung von Polycarbonat-Kunststoff (PC)und Epoxidharzen. 2. PC wird nicht nur für Schoppenflaschen, sondern für die meisten Plastikschüsseln im Haushalt verwendet. Bei den Schoppenflaschen gibt es schon lange Alternativen ohne BPA wie z.B. Glas, Polypropylen (PP) und Polyamid (PA). Glas ist schwer, PP über 120°C nicht formbeständig und PA teurer. Freundliche Grüss Fredi Ammann