Medizinische Studie

15. Februar 2015 19:45; Akt: 16.02.2015 14:01 Print

Schweizer Sperma hat eine schlechte Qualität

Neue Daten zeigen, dass jeder sechste Schweizer Mann nur vermindert zeugungsfähig ist. Als Grund wird ein veränderter Hormonhaushalt vermutet.

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Immer weniger Spermien tummeln sich in der Spermienflüssigkeit. Mit Folgen für die Zeugungsfähigkeit. (Bild: Keystone/AP)

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Die Fruchtbarkeit der Männer sinkt seit ein paar Jahrzehnten weltweit stetig. Diese Erkenntnis besorgt die Reproduktionsmediziner, denn der Anteil an Männern, die als vermindert zeugungsfähig gelten, steigt ebenso rapide an.

Der wichtigste Parameter der männlichen Fruchtbarkeit ist die Spermiendichte. Während diese in den 40er-Jahren noch durchschnittlich über 100 Millionen Spermien pro Milliliter Spermienflüssigkeit aufwies, liegt sie in den europäischen Ländern heute nur noch zwischen 40 und 60 Millionen.

Stabilisierung auf tiefem Niveau

In der Schweiz scheint sich die Spermiendichte der Männer in den letzten Jahren zu stabilisieren. Dies berichtet der «SonntagsBlick» mit Verweis auf eine Studie der Universität Lausanne von Ende 2014, welche gegenüber einer Studie von 2007 eine konstante Spermiendichte feststellte.

Mit 47 Millionen Spermien liegt das Schweizer Sperma im internationalen Vergleich allerdings auf dem drittletzten Platz. Nur Deutschland und Spanien schneiden noch schlechter ab.

Sechstel der Schweizer vermindert zeugungsfähig

Besonders prekär ist die Situation für diejenigen Männer, deren Spermiendichte unter 15 Millionen pro Milliliter Spermienflüssigkeit liegt. Sie gelten als vermindert zeugungsfähig. Rund ein Sechstel der jungen Schweizer Männer ist davon betroffen.

Diese Männer können möglicherweise ein Kind zeugen, doch die Wartezeit könnte ein Jahr oder länger betragen. Im schlimmsten Fall wird eine teure In-vitro-Fertilisation nötig.

Drogen und Chemikalien als mögliche Ursachen

Als Grund für die sinkende Spermienkonzentration nimmt die Forschung die Einwirkung von Chemikalien und Hormonen an, die den Hormonhaushalt der Männer verändert.

Kosmetikprodukte, Weichmacher und Medikamente könnten dafür verantwortlich sein. Auch Rauchen, Alkohol, Cannabis und Übergewicht wirken sich negativ auf die Spermiendichte aus.

(fbs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roko am 15.02.2015 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Grund zur Panik

    Die Schweiz ist so oder so kein Familien freundliches Land, von dem hehr ist das kein Grund zur Besorgnis.

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  • Beobachter am 15.02.2015 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank an

    unseren Wohlstand und dessen Auswirkungen.

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  • Rolf Kohler am 15.02.2015 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    niemals Vater!!

    vor ca. 6 Jahren bekamm ich die traurige Nachricht, ich könnte nie Vater werden auf die natürliche Art meine Spermien sind zu wenig und zu langsam...hmmm Gestern um 06.56h Uhr bin ich aber stoltzer Vater einer zuckersüssen Tochter geworden...so viel zum Thema..vertrau nie einem Arzt oder einer Diagnose.

Die neusten Leser-Kommentare

  • meister schütze am 16.02.2015 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein problem

    alsi ich hatte sozusagens 2 schüsse und 2 volltreffer. obschon sie zwischendurch die pille nahm, damit beim obligatorischen nicht jedesmal der storch kam. ich hab mich dann unterbinden lassen damit ich inbekümmert schiessen kann.

  • mutti am 16.02.2015 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach neee

    wurde auch als Steril diagnostiziert und bin mittlerweile Mutter von 2 Kindern XD willkommen im Club und gratuliere

  • Freier Mensch am 16.02.2015 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach fahren lassen

    Wird sich dann zeigen ob man(n) zeugungsfähig ist oder nicht. Bisschen schwierig bei ONS. Grosse Gefahr von Geschlechtskrankheiten und unerwünschter Brut. Die kann ja heutzutags problemlos abgetrieben werden. GV mit Kondom ist etwa so gut wie Rindsfilet mit Plastikverpackung verspeisen.

  • Olympia Saft am 16.02.2015 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Red Bull Kids

    Das sind wohl die Energy-Drink-Süchtigen, welche mit 12-Jahren bis über 30ig täglich X Dosen in sich rein schütten. Ich ernähr mich gesund, treibe Sport, kein Problem mit Fruchtbarkeit.

    • baba am 16.02.2015 17:48 Report Diesen Beitrag melden

      nutzlos wenn du....

      und vergiss nicht das Handy nicht ständig in deiner Hosentasche mit rumzutragen denn dann nützt auch deine ganze gesunde Ernährung und der Sport nix...

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  • Jörg Loser am 16.02.2015 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Pille

    Und nicht vergessen, die von den Antibabie Pillen im Urin ausgeschieden Hormone, welche von den Kläranlagen immer (!) noch nicht von dem Trinkwasser ferngehalten werden wollen!

    • Souffleur am 16.02.2015 14:21 Report Diesen Beitrag melden

      Hormone

      @jörg: hatte darüber mal ein interessantes gesprüch mit dem kantonschemiker. es sind ja nicht nur die hormone in der Pille sondern alle Hormone und von denen nehmen wir ja nicht wenig zu uns. Schauen sie mal schulfotos von ihnen an und sie bemerken den unterschied von damals zu heute an den mädchen. heute sehen die mit 14 oft aus wie 25. Voll entwickelt. Damals war das noch nicht so.

    • Brun/Chemiker am 16.02.2015 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      Nur Teilweise Richtig

      Kläranlagen können die Hormone nicht entfernen, doch nach der Kläranlage ist ja noch kein Trinkwasser entstanden. Zudem Werden die grossen Kläranlagen mit einer weiteren Reinigungsstufe ausgestattet um diese Substanzen abzubauen oder zu binden. Aber Kostenpunkt für die Anpassung der 100 grössten ARA ca. 1.2 Milliarden!!! moderne Anlagen zur Trinkwassererzeugung arbeiten mit Aktivkohlefilter und Ozonierung, wodurch die Hormone weitestgehend umgewandelt und gebunden werden. Problematisch sind vor allem die Substanzen in Kunststoffen welche Hormonaktiv sind, wie Bisphenol A

    • Jörg Loser am 16.02.2015 16:28 Report Diesen Beitrag melden

      Danke Herr Brun

      Danke Herr Brun, interessante Ausführungen. Kann ich daraus schliessen, dass man uns Bürgern also aus Kostengründen noch Hormonverseuchtes Trinkwasser serviert. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

    • Lisa am 16.02.2015 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hormone

      Genau das ist die Wahrheit und niemand will sie hören...

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