Krankenversicherung

08. Oktober 2010 12:02; Akt: 08.10.2010 16:18 Print

Ärzte für Trennung der Kassen

Die Ärzte in der Schweiz wollen, dass Anbieter von Grundversicherungen nicht gleichzeitig Zusatzversicherungen anbieten dürfen.

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Eine von der FMH unterstützte Gruppe von Ärzten hat letzte Woche eine Initiative gestartet und deren Inhalt am Freitag erläutert. Mit dem Volksbegehren wollen die Ärzte erreichen, dass sich die Krankenkassen entscheiden müssen, welches Geschäft sie betreiben wollen - die obligatorische Kranken-Grundversicherung oder Zusatzversicherungen.

Damit würde nach Ansicht der Ärzte die von ihnen vermutete Quersubventionierung der Zusatzversicherungen durch die Grundversicherung unterbunden. Ausserdem würde der Risikoselektion in der Grundversicherung ein Riegel geschoben, welche die Krankenversicherungen dank Kenntnis der Kundendaten aus den Zusatzversicherungen betreiben können.

Keine Einheitskasse: Wettbewerb nötig

Die Initiative hat laut Angaben des Initiativkomitees nicht eine Einheitskasse zum Ziel. Zwar werde sie dazu führen, dass es weniger Anbieter von Grundversicherungen geben werde, sagte der Präsident der Ärztegesellschaft des Kantons St. Gallen, Peter Widersheim.

Die Konkurrenz zwischen den Kassen sei aber weiterhin möglich. Sie sei auch nötig, da sonst das Konzept der integrierten Gesundheitsversorgung (Managed Care) zum Scheitern verurteilt sei.

Die Ärzte verhehlten nicht, dass sie sich in der Frage der Einheitskasse nicht einig sind. Während die Westschweizer Ärzteschaft eine Einheitskasse befürwortet, stehen die Deutschschweizer dem Anliegen mehrheitlich kritisch bis ablehnend gegenüber.

Die von der Ärztegesellschaft FMH unterstützten Initianten sehen ihr Begehren als Ergänzung zu der am Donnerstag vorgestellten Einheitskasseninitiative der SP und anderer Organisationen. Diese Initiative würde das Ziel einer strikten Trennung zwischen Grund- und Zusatzversicherung ebenfalls erreichen.

(sda)