Vorhofflimmern

24. Juli 2017 20:17; Akt: 24.07.2017 20:17 Print

Überstunden sind schlecht fürs Herz

Nicht nur ein falscher Lebensstil, auch übermässig lange Arbeitszeiten bringen die Pumpe aus dem Takt. Das zeigt eine Studie aus Grossbritannien.

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den gefährlichsten und tödlichsten. Als Auslöser von Herzrhythmusstörungen, Insuffizienzen oder Arteriosklerose gilt vor allem ein falscher Lebensstil. Dazu gehört Rauchen, fettreiche Ernährung und mangelnde Bewegung. Auch Stress trägt seinen Teil dazu bei.

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Nun deutet eine Studie von Londoner Forschern darauf hin, dass auch Überstunden das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Konkret scheinen sie das Risiko für Vorhofflimmern (siehe Box) zu erhöhen, wie das Team um Epidemiologe Mika Kivimaki vom University College im «European Heart Journal» (kann hier nach der Veröffentlichung heruntergeladen werden) schreibt.

40 Prozent höheres Risiko

Das zeigt die Auswertung der Daten von rund 85'500 Menschen aus Grossbritannien, Dänemark, Schweden und Finnland, die sich während zehn Jahren für verschiedene Studien hatten begleiten lassen. Sie gaben unter anderem Auskunft zu ihren Arbeitszeiten und ihrer Gesundheit.

Konkret erkrankten im Studienzeitraum 1061 Teilnehmer an Vorhofflimmern, wobei jene Probanden, die mehr als 55 Stunden pro Woche arbeiteten, weitaus häufiger betroffen waren als die, die es auf 35 und 40 Stunden brachten: Ihr Risiko, die Herzrhythmusstörung zu entwickeln, war demnach um 40 Prozent grösser – und das, nachdem die Wissenschaftler andere Risikofaktoren herausgerechnet hatten.

Das könnte erklären, warum Menschen, die viel arbeiten, häufiger einen Schlaganfall erleiden, so Kivimaki und seine Kollegen.

Kritik an der Studie

Davon sind jedoch nicht alle überzeugt: Bakhtawar Mahmoodi und Lucas Boersma vom St. Antonius Hospital im niederländischen Nieuwegein finden, es sei noch zu früh, um endgültige Schlüsse zu ziehen.

Die Mediziner kritisieren, dass das Team um Kivimaki nur ein einziges Mal – zu Beginn der Studie – nach den Arbeitszeiten gefragt hat. Zudem seien keine Fragen zur Art der Tätigkeit oder nach Schichtarbeit gestellt worden. Das müsse in weiteren Studien nachgeholt werden.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • George am 24.07.2017 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Studie ist definitiv nicht falsch

    Vor 15 Jahren war das noch nicht bekannt - nicht einmal Stress wurde damals als Risikofaktor angesehen Die Studie hat aber sicher was dran - hatte ich doch im Alter von 47 und 48 je einen Infarkt - damals gemäss Aerzten mit Null Risikofaktor / gearbeitet habe ich aber ueber 80 Std pro Woche - ohne Freitage ueber mehrere Monate - obschon ich meine Arbeit liebte, es war kein Muss, war mein Herz dann doch anderer Meinung

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  • silent am 24.07.2017 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    Dr. med.

    Ich bin Asisstenzärztin und habe einen vom Bund rechtlich anerkannte diktierte Arbeitszeit von 10.5 Stunden täglich .... ohne Überstunden gerechnet....

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  • Sepp am 25.07.2017 04:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Schweizer

    Wir haben seit 6 Wochen angeordnete Überstunden, wir müssen mindestens 4 pro Woche und soviel wie möglich machen. Dauer unbestimmt. Wer nicht mitmacht, erreicht seine Ziele nicht und wird wohl der nächste sein, dem gekündigt wird. In der Schweiz werden die Arbeiter zu Tode gehetzt

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kompressor am 26.07.2017 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raubbau am Körper

    ja und dann kommt noch Schichtarbeit dazu, dauernde AZG verstösse(Lenkzeitverstösse) , pausen die vom Personal nicht gemacht werden, und die dies machen werden als nicht teamfähig betitelt! Personal das beschuldigt wird ,obwohl die Chefs stehlen, Personaldaten fälschen auf kosten der allgemeinheit Sitzungen abhalten (Tennis, Yacht, Ferienhäuser usw.) ja solche Sachen sind nicht gut für das Herz und die allgemeine Gesundheit in einer Firma! Glaube irgendwann wird es herauskommen wo unsere Prämien- und Steuergelder versickern.

  • Nino Bosch am 26.07.2017 02:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin ein Kandidat für die Studie

    Ich eigentlich sportlich. Druck eine Familie zu ernähren. Arbeite mit Zeitdruck, Stress, Überstunden. Wertschätzung eher gering, meine Leistung scheint selbstverständlich. Dann immer weniger Zeit für Sport, Freizeit und Freunde. Nahe am Burn Out und Sinneskrise ! Sonst sehr gesund! Dann zuerst oft müde, dann Vorhoffflimmern-Herzrythmussstörungen. Mit Operation, nach 4 Jahren erster Rückfall Hrythmussstörung, operativ wieder behoben. Ich denke die Arbeit kann wirklich krank machen, die Studie trifft bei mir zu!

  • Benny am 25.07.2017 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld! Hausgemacht

    Das kommt davon, wenn die Mehrheit in der CH rechts wählt. Rechts schaut für die Reichen und Mächtigen, wie z.B. an der Goldküste und nicht für den Mittelstand. Dann wird überall gespart, obwohl Bund, Kanton und Gemeinde finanziell sehr gut da stehen. Wer leidet, die normalen Büezer, die etwa 90--95% der Gesellschaft ausmachen. Die können dann für 2 arbeiten, produzieren Überstunden und fluchen und haben am Schluss einen Herzinfarkt. Auch bei Abstimmungen stimmt die Mehrheit aus Angst gegen mehr Ferien, meist wird für die Elite abgestimmt und nicht für den Büezer: Selber Schuld ihr CH's!!

    • Mike am 25.07.2017 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Benny

      Ähm, im Moment wird nur linker Mist angenommen und umgesetzt, haben Sie das nicht bemerkt? Im Parlament und in der Öffentlichkeit dürfen nur mehr linksgenehme Themen debattiert werden, und die einzige echte bürgerliche Partei kommt gar nie auf eine Mehrheit. Tun Sie nur so, als ob Sie nicht sehen, was abgeht oder sind Sie wirklich so furchtbar unbedarft?

    • Markus im AG am 25.07.2017 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike

      Mike diese Problematik ist nicht neu, sondern Uralt. Schon vor hunderten von Jahren waren die im Club der " Hansen" organisierten Kaufleute die Steuermänner der Gesellschaft zusammen mit der Kirchenobrigkeit. Heute haben diese Wirtschaftskapitäne andere Organisationsnamen aber es geht überall um s gleiche. Neoliberaler Kapitalismus. Ob der überlebt mit immer weniger Geld unten und dafür immer mehr oben ?? Es gab schon immer Superreiche mit Macht und Schlachtbank - Schäfchen.

    • Benny am 25.07.2017 19:07 Report Diesen Beitrag melden

      CH = Obrigkeitsgläubig

      Ja, es stimmt, dass neuerdings eher links abgestimmt wird als rechts, ist aber jetzt relativ neu. In der CH hats sehr lange gedauert, bis viele Bürger gemerkt haben, wie der Hase läuft. Nimmt mich wunder, wie lange es bei CH noch geht, bis sie merken, dass es bei der KK geändert werden muss!

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  • Realist am 25.07.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    So oder so

    Wer bei uns nicht bereit ist, viele Überstunden zu machen, wird lohnmässig "diskriminiert", was insbesondere bei tieferen Einkommen zu Geldsorgen und Existenzängsten führt und ebenfalls ungesund fürs Herz ist.

  • Amina123 am 25.07.2017 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hetze

    nicht nur das längere arbeiten ist schädlich...es ist der ganze stress,der ständig zunimmt... soviel dazu ;)