Schweiz in Alarmbereitschaft

05. November 2017 14:22; Akt: 06.11.2017 13:42 Print

«Schlimmste Grippewelle seit Jahrzehnten»

Der Bund verzeichnet deutlich mehr Grippefälle als in den Vorjahren. Darüber hinaus erzielt der diesjährige Impfstoff nicht die gewünschte Wirkung.

storybild

Erkrankungen in der Schweiz nehmen zu: Eine Praxisassistentin in Zürich verabreicht einem Patienten die Grippeimpfung. (Archiv) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Laut einer Erhebung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) haben sich im vergangenen Jahr fast 10'000 Menschen mit der Grippe angesteckt. Das entspricht dem Zehnfachen des fünf Jahre zuvor ermittelten Wertes. Dieser Anstieg überrascht auch die Fachleute.

Trotz der aktuell hohen Zahlen könnte es noch schlimmer kommen. Eine Grippewelle, die seit einigen Monaten Regionen auf der Südhalbkugel heimsucht, könnte sich nach Europa ausbreiten. In Australien litten überdurchschnittlich viele Menschen an Grippe, 52 Personen starben. Lokale Zeitungen schrieben von der «schlimmsten Grippewelle seit Jahrzehnten».

Impfstoff schützt nicht optimal

Trotz vorsichtiger Prognosen gehen Wissenschaftler davon aus, dass den Norden im Winter erwartet, was der Süden hinter sich hat, schreibt die «Sonntagszeitung». Das BAG registrierte in den letzten vier Wochen 13 positive Grippetests, was bereits auf eine Zunahme hindeutet – in den letzten fünf Jahren waren es im selben Zeitfenster im Durchschnitt nur sieben Fälle.

«Werden die Viren, die zuvor in Australien wüteten, auch bei uns dominant, müssen wir mit hef­tigen Erkrankungen und vielen Fällen rechnen», zitiert die «Sonntagszeitung» Mark Witschi, den Leiter der Sektion Impfempfehlungen beim BAG. Erschwerend komme hinzu, dass der diesjährige Impfstoff zwar die richtigen Viren im Visier hatte, aber trotzdem nicht optimal vor der Erkrankung schützen konnte, wie die Entwicklung auf der Südhalbkugel zeige.

Impfung trotzdem empfohlen

Deshalb seien präventive Massnahmen wie Händewaschen oder in ein Papiertuch niesen und husten besonders wichtig, sagt Witschi. Bei Grippesymptomen solle man unbedingt zu Hause bleiben. Und obwohl die Impfung nicht die gewünschten Effekte erzielt, empfiehlt der BAG-Mitarbeiter sie: «Die Krankheit ist dann weniger heftig und verläuft eher ohne Komplikationen – zudem schützt der Geimpfte dadurch auch seine Mitmenschen.»

(chi)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 05.11.2017 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache

    Das hiess es schon vor einem Jahr, dass es die Schlimmste seit wie lange ist. Alles panikmache!

    einklappen einklappen
  • beast am 05.11.2017 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    panikmache

    noch kurz panik machen und den bürger verängstigen, in der hoffnung man kann noch kräftig geld scheffeln mit sinnlosen impfungen oder medis. mich jedenfalls zwingt keine grippe in die knie.

    einklappen einklappen
  • Glücksmonsterli am 05.11.2017 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1000 Menschen?

    Fast 1000 Menschen mit Grippe angesteckt!? Da hat wohl einer ein paar Nullen vergessen!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr. M. Vorausgedacht am 05.11.2017 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Alarm Grippewelle

    Eigenartig, dass man schon vor der Grippewelle weiss, dass es die schlimmste sein wird. Vor einigen Jahren sagte man auch es würden ca. 20'000'000 Menschen an der Vogelgrippe-Pandemie sterben. Wisst ihr woher die das wissen? Ach, kauft genug Desinfektionsmittel, Seife, Mundschutz usw. man weiss ja nie!

  • Nurse am 05.11.2017 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Pro-Pflegende

    Jat sich jemand von den Gegnern der Pflege,schon mal gefragt,wie das ganze aus der Sicht der Pflege aussieht?Die Impfung ist def. nicht die Lösung!Wie soll sich eine gesunde Pflegende schützen,wenn ihr ins Gesicht genossen,gehustet ect.wird? Besucher die sich nicht an getroffene "Hygienerichtlinien für alle" halten? Wenn das gesunde Personal mit Mundschutz anzutreffen ist,wird reklamiert es sei unpersönlich oder die Pflege übertreibt. Wieso ist die Pflege eigentlich immer an allem Schuld?Wieso müssen Pflegende arbeiten trotz Krankschreibung vom Arzt?Ach ja: das Gesundheitswesen ist zu teuer...

    • AlsoNurse am 05.11.2017 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nurse

      Vorallem braucht die Impfung 1-2 Wochen bis sie wirkt, kriege ich in dieser Zeit bezahlten Urlaub damit ich Niemanden anstecke :D Letztes Jahr wurde bei uns die Maskenpflicht für Nichtgeimpfte eingeführt. Frisch geimpfte mussten aber keine Masken tragen. Was für mich aus oben genannten Grund keinen Sinn macht da sie ja doch noch ansteckbar sind... Achja und Besucher mussten ebenfalls keine Masken tragen, ebenso sinnlos. Ich komme mit Maske ins Zimmer und das Kind vom Besuch hustet dem Patienten ins Gesicht... welch Ironie

    einklappen einklappen
  • Igel am 05.11.2017 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist los

    Ich seit 20Jahren keine Grippe. Keine Impfung kein Husten/Halsweh. Bin ich so Krank das ich nichts mehr bekomme?

  • wianve am 05.11.2017 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger ist mehr . . .

    Habe über 20 Jahre in der Offizin einer Apotheke gearbeitet und nicht wenige Grippeerkrankte bedient. Ohne Impfung war ich fast die Einzige, die nie an Grippe erkrankte. Hygiene ist wichtig. Ein Geimpfter kann genauso Virenträger sein, wenn er die Hände nicht wäscht und seine Kleider nicht sauber hält. Zudem verändern sich die Viren und es ist nur eine Annahme, welche Viren zuschlagen könnten. Man weiss es schlicht nicht im Voraus. Falsch ist es auch sofort Hustenstiller und Nasentropfen und Fiebersenker zu verwenden. Verzögern die Grippe!

  • Nicole am 05.11.2017 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben Hygiene

    Also mein Mann und ich, waren in den letzten 20 Jahren jeder 2 bis 3 mal mit Grippe im Bett. Unser Sohn heute 11 Jahre, war in seinem bisherigen Leben 2 mal mit Grippe zu Hause. Um uns herum sind alle ständig krank und haben alle irgendwelche Allergien. Unser Sohn konnte, wie auch wir auch, im Dreck spielen und Sand essen...., er und wir wurden auch nicht alle 5 Minuten mit sterilen Tüchern abgewischt. Wir machen uns selber krank, mit der übertrieben Hygiene und die Pharmaindustrie profitiert davon.