Allroundartikel

02. Februar 2011 19:57; Akt: 03.02.2011 10:00 Print

Tampon, du vielseitiges Watteding

Ob als wichtiger Bestandteil der Monatshygiene oder Utensil zur Versorgung kriegsbedingter Schusswunden: Nicht alle Einsatzbereiche des Tampons sind gleichermassen bekannt.

storybild

Nicht nur während der «Tage der Frau» zu gebrauchen: der Tampon.
(Bild: Colourbox.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Wer hätte gedacht, dass ein so kleines Ding einmal einer der wichtigsten Bestandteile jeder Damenhandtasche werden würde? Nicht zuletzt wegen seiner Grösse - er misst nicht einmal fünf Zentimeter - ist der Tampon der Favorit unter den Monatshygiene-Artikeln.

Etymologisch lässt sich der Begriff Tampon vermutlich auf das Tampion
zurückführen, eine Art Stecker oder Schutzabdeckung für das Gewehr.
Zum Einsatz sollen die tollen Rollen bereits im alten Ägypten gekommen sein. Damals wurde aus dem Mark des Stängels der Papyruspflanze nicht nur Papier zum Schreiben, sondern auch ein Vorläufer des heutigen Tampons hergestellt.

Keine Garantie für «empfängnislose Beflecknis»

Bei den alten Griechen bedienten sich die Damen während ihrer Monatsblutung eines mit Flusen umwickelten Holzstückchens. Das belegen Aufzeichnungen von Hippokrates, dem berühmtesten Arzt des Altertums. In anderen Kulturkreisen soll Ähnliches auch als Kontrazeptivum genutzt worden sein - die Verlässlichkeit des vorzeitlichen Verhüterlis muss aber angezweifelt werden.

Danach wurde das umgangssprachlich auch als «Höhlentorpedo» bezeichnete Produkt stetig weiterentwickelt. Je nach vorhandenem Material durchlief der Vorgänger des aktuellen Modells die evolutionären Fertigungsstationen Wolle, Papier, pflanzliche Faserstoffe oder Gras. Im 20. Jahrhundert erlebte die temporäre Blutungsbarriere dann den Durchbruch: 1929 erfand der amerikanische Arzt den Tampon mit Rückzugskordel und meldete 1931 das entsprechende Patent an.
Damals kam der gepresste Watteartikel nicht nur den Tagen der Frau zugute, sondern wurde auch als Blutungsstiller bei Schusswunden eingesetzt.

Welche zweckentfremdeten Alltagsprodukte kennen Sie?

Auch andere Gegenstände des Alltags lassen sich vielseitig einsetzen. Und weil wir gerade bei den Hygieneartikeln sind: Damenbinden eignen sich hervorragend, um Druckstellen innerhalb des Skistiefels zu vermeiden.
Es muss nicht unbedingt der Tampon oder die Damenbinde sein: Haben Sie einen ähnlichen Tipp für die Zweckenfremdung von Haushalts- oder anderen Waren? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge an community@20minuten.ch.


(rre)