Kampf gegen Pickel

26. September 2012 06:30; Akt: 26.09.2012 10:30 Print

Viren sollen Akne-Bakterien töten

Bis zu 90 Prozent der Menschen leiden unter einer Form von Akne. Wo sie durch das Propionibacterium acnes ausgelöst wird, könnte bald ein neu entdecktes Virus für Linderung sorgen.

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Mit einem von einem Virus produzierten Enzym wollen US-Forscher dafür sorgen, dass Akne-Patienten wieder zu einer glatten Haut kommen. (Bild: Colourbox/Laurence Mouton/AltoPress/Maxppp)

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US-Forscher haben eine ungewöhnliche, aber effektive Waffe gegen Akne entdeckt: ein Virus. Es ist für den Menschen harmlos und darauf spezialisiert, die Pickel auslösenden Bakterien zu befallen und zu töten. Andere Hautbakterien lässt es dagegen unbehelligt.

Das mache dieses zu den Bakteriophagen gehörende Virus zu einem vielversprechenden Werkzeug gegen hartnäckige Akne, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin «mBio». Man könne ein Medikament aus dem Virus selbst entwickeln oder aber den Wirkstoff der Viren isolieren, der die Bakterien abtöte.

Die elf untersuchten Phagen erwiesen sich als absolut spezifisch für Propionibacterium acnes. Das mache diese Viren besonders geeignet, um sie gegen Akne einzusetzen.

Gemäss ersten Analysen produziert der Bakteriophage ein Enzym, das die Zellwände der Akne-Erreger zerstört. Als Folge sterben die Mikroben. Die Forscher arbeiten bereits daran, diese Substanz zu isolieren und wollen als Nächstes prüfen, ob auch das Enzym allein gegen Akne hilft.

Keine sichere und wirksame Behandlung

Auslöser der Pickel, an denen gemäss den Forschern bis zu 90 Prozent der Bevölkerung leiden, können Hormone, fettige Haut oder das Immunsystem, aber auch das Bakterium Propionibacterium acnes. «Akne betrifft Millionen von Menschen, dennoch gibt es bisher kaum Behandlungen, die sicher und effektiv sind», sagt Studienleiter Robert Modlin von der University of California in Los Angeles.

Antibiotika wie Tetracyclin würden inzwischen so häufig gegen die Hautkrankheit eingesetzt, dass viele Akne-Bakterien bereits resistent gegen diese Mittel seien. Andere Wirkstoffe wie Isotretinoin könnten dagegen schwere Nebenwirkungen auslösen, darunter Hautentzündungen, Haarausfall und Leberschäden.

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«Check up» stellt bereits erhältliche Behandlungsmöglichkeiten gegen Akne vor. (Video: TeleZüri)

(sda)