Amputation

08. August 2017 18:47; Akt: 08.08.2017 18:47 Print

Frau verliert Beine und Arm wegen Insektenstich

Insektenstiche nerven zwar, verheilen aber in der Regel recht schnell. Nicht so bei Sonja Kujas: Sie ist dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen.

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Diese Geschichte aus dem Kölner «Express» sorgt derzeit in Deutschland für Aufregung. Als die Gebäudereinigerin Sonja Kujas im März 2017 den Müll rausbrachte, wurde sie von einem Insekt gestochen. Ein auf den ersten Blick harmloser Vorfall. (Symbolbild) Doch schon kurz darauf schwoll der Stich deutlich an. Später wurde der 43-Jährigen kalt und schwindelig und sie klagte über Gliederschmerzen. (Symbolbild) Ein Rettungswagen brachte sie ins Spital, doch dort wusste man ihr nicht zu helfen. Kujas wurde zurück nach Hause geschickt, wo sich ihr Zustand rapide verschlechterte. (Symbolbild) Ihr Mann brachte sie daraufhin erneut ins Spital, wo sie auf der Intensivstation landete. Nach kurzem Aufenthalt wurde sie ins Uniklinikum verlegt. Dort fiel die 43-Jährige in ein einwöchiges Koma. (Symbolbild) Der Insektenstich hatte bei der Sonja Kujas offenbar zu einer Infektion mit Streptokokken geführt, die eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorrief. Ob die Bakterien durch das Insekt selbst übertragen wurden ... ... oder erst später durch Kratzen übertragen wurden, ist unklar. (Symbolbild) Möglich ist beides, schliesslich haben Erreger bei offenen Wunden leichtes Spiel. (Symbolbild) Die behandelnden Mediziner konnten das Leben der Patientin nur durch Amputation beider Beine und des linken Unterarms retten. Allerdings ist sie nun auf den Rohllstuhl angewiesen. Mit ihrem Schritt in die Öffentlichkeit will Kujas andere Menschen vor einem Schicksal wie dem ihren bewahren. Früh erkannt, können bakterielle Infektionen gut mit Antibiotika behandelt werden. (Symbolbild)

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Bis vor kurzem reinigte Sonja Kujas aus Köln noch Gebäude. Heute sitzt sie im Rollstuhl und ist auf die Hilfe anderer angewiesen: Der Gebäudereinigerin mussten beide Beine und der linke Unterarm amputiert werden. Schuld daran war ein Insektenstich.

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Beim Rausbringen des Mülls hatte das Tier sie am Arm erwischt. Daraufhin schwoll die Stelle stark an. Später wurde der 43-Jährigen kalt und schwindelig. Als dann noch Gliederschmerzen hinzukamen, rief ihre Kollegin den Krankenwagen, berichtet der Kölner «Express».

«Man konnte zusehen, wie ihre Extremitäten abstarben»

Obwohl sich Kujas im Spital übergeben musste und sichtlich angeschlagen wirkte, schickten sie die behandelnden Ärzte nach einer kurzen Untersuchung wieder nach Hause. «Das kann ich bis heute nicht nachvollziehen», sagt Andy Kujas, ihr Mann. Vor allem, da sich der Zustand seiner Frau weiter verschlechterte.

In der Not fuhr er seine Gattin erneut ins Spital, wo sie auf der Intensivstation landete. Nach kurzem Aufenthalt wurde sie ins Uniklinikum verlegt. Dort fiel die 43-Jährige in ein einwöchiges Koma. Es sei schrecklich gewesen, erinnert sich Andy Kujas im «Express»: «Man konnte zusehen, wie ihre Extremitäten abstarben. Arme und Beine liefen schwarz an.»

«Ich bin noch da!»

Der Insektenstich hatte bei Sonja Kujas offenbar zu einer Infektion mit Streptokokken geführt, die eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorrief. Ob die Bakterien durch das Insekt selbst übertragen wurden oder erst später durch Kratzen in den Körper gelangten, ist unklar. Möglich ist beides, schliesslich haben Erreger bei Wunden leichtes Spiel.

Die behandelnden Mediziner konnten das Leben der Patientin nur durch Amputation beider Beine und des linken Unterarms retten. Kujas hat sich mit ihrem neuen Leben arrangiert: «Hey, ich habe überlebt. Ich bin noch da! Das hat mich aufgebaut», zitiert sie die «Kölner Zeitung».

Den Schritt in die Öffentlichkeit habe sie bewusst gewählt, um andere Menschen auf die Möglichkeit von sich infizierenden Insektenstichen aufmerksam zu machen. Früh erkannt, können bakterielle Infektionen gut mit Antibiotika behandelt werden.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berlisch am 08.08.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So viel Kraft

    Die Frau ist ein Engel ! Wer hat denn bitte nach so einer Lebensveränderung so viel Kraft?! Wow sie hat meine volle Bewunderung und Dank das sie Ihr Leben öffentlich gemacht hat.Vielleicht rettet sie somit Leben ...Alles Gute für Sie

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  • Meier am 08.08.2017 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    insektenstich

    Bei insektenstichel ist oberstes Gebot :NICHT KRATZEN! Dann gibt es keine hautöffnung. Ich trage immer tigerbalsam bei mir und schmiere das großflächig über den Stich. hilft schnell gegen den juckreiz.

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  • Ch. Mensch am 08.08.2017 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit den besten Wünschen

    Den Ärzten darf kein Vorwurf gemacht werden. Auch mit modernsten Untersuchungen kann nicht alles schädliche/geschädigte erfasst werden. Wünsche der Frau viel Kraft zur Einstellungs Findung, um die Enttäuschung und den Schock zu verarbeiten und mit ihrem Schicksal zu leben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ManMan am 09.08.2017 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber nicht

    Wünsche der tapferen Frau aufrichtig alles Gute! Wäre ich an ihrer Stelle, wäre es mir lieber, "das Zeitliche zu segenen"!

  • Faktencheck am 09.08.2017 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist wohl die Ursachen?

    Die Frau wurde gestochen als sie den Müll raus brachte. Ergo hat sie sich dann mit schmutzigen Fingern gekratzt. Das ist tragisch und ich wünsche ihr alle Kraft um dies zum verarbeiten. Aber merkt euch; IMMER die Hände waschen wenn man was schmutziges angefasst hat!

  • oberland vogellisi am 09.08.2017 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    insektengift viel extremer

    hatte vor 2wochen einen wespenstich am arm,der daraufhin 4 tage lang extrem prall geschwollen war bis zur schulter!Ich bin kein allergiker und reagierte bisher nie so auf stiche!Aber insekten sind heutzutage aggressiver und viel giftiger durch viele klima- und umwelteinflüsse!

    • Pragmatiker am 09.08.2017 20:14 Report Diesen Beitrag melden

      Typisch allergische Reaktion.

      Hat weder mit dem Klima, noch mit "Umwelteinflüssen" zu tun.

    • bee am 09.09.2017 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @oberland vogellisi

      So ein Quatsch - das ist eine allergische Reaktion - ja, die kann plötzlich kommen, auch wenn man bisher noch nie so reagiert hat.

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  • Typhoeus am 09.08.2017 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein extremer Fall.

    Dennoch ein Versagen der Ärzte.

  • Mama Mia am 09.08.2017 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verrückt

    Einfach nur verrückt ist das. Das habe ich nicht gewusst, dass es auch sowas gibt.

    • Kenner am 09.08.2017 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mama Mia

      Einige Patienten liegen mehrere Wochen mit einem überhöten Entzündungswert im Blut im Spital, ohne dass die Ärzte den Grund dafür finden. Versteckter Virus/Infektion. Sehr gefährlich.

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