Neue Studie

08. Oktober 2014 11:28; Akt: 08.10.2014 11:28 Print

Nicht nur Rauchen, auch Oralsex kann tödlich sein

Oralsex-Fans haben ein grösseres Risiko, an Mund- und Rachenkrebs zu erkranken. Was bisher als Meinungsmache abgestempelt wurde, hat nun eine weitere Studie bestätigt.

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Raucher und Personen, die Oralsex praktizieren, haben laut US-Forschern ein deutlich grösseres Risiko für Mund- und Rachenkrebs. (Bild: PD)

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Nach dem Bekanntwerden einer Studie von US-Forschern aus dem Jahr 2007 dürften viele eine gewisse Unlust gespürt haben. Denn dort hiess es: Fellatio und Cunnilingus erhöhen das Risiko für Mund- und Rachenkrebs deutlich. Zu diesem Schluss kamen die Wissenschaftler, nachdem sie die Speichelproben von 100 Mund- und Rachenkrebspatienten mit denen von 200 gesunden Menschen verglichen und die Teilnehmer nach ihren sexuellen Vorlieben befragt hatten.

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Wer von mehr als sechs Oralsex-Partnern in seinem Leben berichtete, hatte demnach ein 8,6-mal höheres Risiko für Krebs im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV).

Die Meldung ging um die Welt. Doch Experten kritisierten die Studie. Denn zum einen beziehe sie sich nur auf jene krebskranken Studienteilnehmer, bei denen auch Papillomaviren nachgewiesen wurden (72 von 100). Zum anderen stehe selbst in diesen Fällen keinesfalls fest, ob die Krebserkrankung wirklich durch die Viren oder durch etwas ganz anderes ausgelöst wurde, so das Urteil.

Mehr Risikofaktoren

Doch nun bestätigt ein anderes Forscherteam das Resultat und ergänzt es: Demnach haben nicht nur Personen, die Oralsex praktizieren, sondern auch Raucher ein grösseres Risiko, an Mund- und Rachenkrebs zu erkranken, wie sie im Fachjournal «JAMA» schreiben.

Das Team um Carole Fakhry von der Johns Hopkins Universität in Baltimore hat festgestellt, dass Menschen, die rauchen oder unlängst Tabakprodukte konsumiert haben, häufiger das Virus HPV-16 im Mund tragen. Dieses Virus ist bei 80 Prozent der Mund- und Rachenkrebsfälle anwesend und wird für eine Zunahme dieser Krebsarten verantwortlich gemacht. Papillomaviren gelangen über orale sexuelle Praktiken in den Mundbereich.

Ab drei Zigis pro Tag ist Infektionsrate höher

Für ihre Studie haben die Forscher fast 7000 Teilnehmer einer US-nationalen Ernährungsstudie untersucht. Dabei verliessen sie sich nicht auf Aussagen der Probanden, sondern testeten ihr Blut auf Abbauprodukte von Tabakprodukten.

Es zeigte sich, dass schon ab einer Menge von drei bis vier Zigaretten pro Tag die Infektionsrate mit HPV-16 deutlich höher war. Allerdings wurde HPV-16 nur bei 63 Personen (1 Prozent) aller Probanden gefunden. Dennoch betonen die Forscher, dass es nötig sei, die Rolle des Tabakkonsums bei der Infektion mit HPV-16 und der Progression zu bösartigem Krebs genauer zu untersuchen.

Eine Infektion mit HPV-16 wird auch mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. Die auch in der Schweiz empfohlene HPV-Impfung für junge Mädchen wirkt auch gegen diesen HPV-Typ.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zyniker am 08.10.2014 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    passiver Oralsex

    Ich finde man sollte die Leute genauso vor dem passiven Oralsex schützen wie vor dem passiv Rauchen. Ich bin für ein Oralsexverbot in allen öffentlichen Räumen. Oralsex soll nur noch in speziell dafür gekennzeichneten Bereichen möglich sein.

    einklappen einklappen
  • Urs Schöner am 08.10.2014 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Genussfaktor

    Wie beim Rauchen wird auch hier der Genussfaktor ausgeblendet. Lieber ein kurzes und intensives Leben das einem vorkommt wie 150 Jahre als ein langes, langweiliges dahinsiechen bis 90. Wer soll das überhaupt bezahlen wenn wir alle 90 werden?

    einklappen einklappen
  • Christoph Schneider am 08.10.2014 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Viva Oralsex

    Dann sterbe ich halt an Mund- oder Rachenkrebs. Ich finde Oralsex ist viel zu schön um darauf zu verzichten. Und schliesslich sterben wir alle einmal, mit oder ohne O-Sex.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andy K. am 10.10.2014 00:14 Report Diesen Beitrag melden

    Na dann wohl

    Müssen wir Männer uns jetzt Schockbildchen auf den Penis Tättowieren lassen mit einem Schriftzug, Oralsex kann zu Mund und Rachenkrebs führen?

  • orcanw am 09.10.2014 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leben leben

    ja ich stimme fast allen schreibern hier zu! lebt das leben, geniesst es! aber so sprüche: "dann sterbe ich halt ein wenig früher solltet ihr euch sparen!!!! ich habe mein leben auch genossen, jetzt bin ich 46 jahre alt, habe rachenkrebs, hpv16 positiv. und ich kann euch sagen, das ist richtig sch......

  • x.x.x am 09.10.2014 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BLASIUS

    made my day.!

  • Tell am 09.10.2014 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Studioje

    Meine Studie hat ergeben dass man beim Masturbieren mit einer 63.3765 % Wahrscheinlichkeit Artrose im grossen Zeh erhält und mit 35.43% Wahrscheinlichkeit die Fingernägel weniger schnell wachsen.

  • ora pora am 09.10.2014 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    wie beim rauchen...

    auch hier müssen alle nach draussen und nichts mehr in öffentlichen gebäuden, restaurants, bars und dergleichen ;-) und bald wird es sicherlich auch hierfür eine steuer geben