Gliedmassen eisgekühlt

25. August 2017 20:17; Akt: 25.08.2017 20:17 Print

Arme einer Frau nach Unfall wieder angenäht

In Frankreich hatte eine 30-Jährige bei einem Zugunfall beide Arme verloren. Einem Team von Ärzten gelang eine ungewöhnliche Operation.

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«Besser als mit einer Prothese»: Das Ärzteteam in Grenoble während der Operation. (14. August 2017) (Bild: AFP/Centre hospitalier universitaire Grenoble Alpes)

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Einem französischen Operationsteam ist es gelungen, einer 30-jährigen Frau ihre beiden Arme wieder anzunähen, die sie bei einem Zugunglück verloren hatte. Wie der Chirurg Michael Bouyer von der Universitätsklinik Grenoble am Freitag mitteilte, können die Muskeln der Frau nicht vollständig reaktiviert werden. Einige Bewegungen, insbesondere der Hände, blieben deshalb schwierig. Doch es werde besser sein als mit einer Prothese.

Die Frau war am 14. August im Bahnhof von Chambéry rund 60 Kilometer von Grenoble auf die Gleise gefallen, als der Zug losfuhr, in den sie einsteigen wollte. Eingequetscht zwischen Zug und Bahnsteig, wurden ihr beide Arme abgerissen. Geistesgegenwärtige Helfer sorgten dafür, dass die abgetrennten Gliedmassen in eisgekühltem sterilen Material aufbewahrt und zusammen mit der Patientin schnell in die Klinik gebracht wurden.

Zwei Jahre Physiotherapie

Etwa zwei Stunden nach dem Unfall erfolgte die Operation, bei der zwei Teams in jeweils vier Stunden jeweils einen Arm annähten. Laut Bouyer geht es der zunächst stark traumatisierten Patientin mittlerweile besser. Nach ihrer Genesung werde sie zwischen anderthalb und zwei Jahren Physiotherapie benötigen, um ihre Gliedmassen bewegen zu können.

Die weltweit erste Transplantation von zwei kompletten Armen war 2008 am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität (TU) München gelungen. Der Patient war ein 54-jähriger Landwirt, dem sechs Jahre zuvor bei einem Arbeitsunfall beide Arme abgerissen worden waren. Später glückten ähnliche Operationen auch in China und in Indien.

(chi/afp)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roman am 25.08.2017 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Ich wünsche der Patienten alles Gute. Bin ich der Einzige der sich fragt, ob es auch ein Klinikum links der Isar gibt?

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  • Ed am 25.08.2017 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumen hoch für die helfer

    Wow was für ein Horror. Hoffentlich hat sie den Willen für die 2 Jahre Physio. Wenn ich denke wie am HB in Züri gedrängelt wird und das da nie mehr passiert? Gute Besserung kann ich ihr da nur noch wünschen..

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  • Sani am 25.08.2017 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zwei Schutzengel

    Da hat sie aber doppelt Glück gehabt! Denn die geistig gegenwärtigen Helfer wussten demnach nicht, dass man abgetrennte Körperteile auf keinen Fall gekühlt in die Notaufnahme bringen sollte. Die Kälte fördert die Zerstörung der Zellen und dann sind die Arme normalerweise futsch! Am besten in ein sauberes Tuch oder ähnlich wickeln und nicht rumtrödeln. Lieber arm dran als Arm ab!...;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Oldie am 27.08.2017 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoffe ihr gehts ähnlich wie mir...

    Mir wurde als 10 Jähriger vor über 40 jahren ein zu 4/5 abgetrennter linker Arm wieder angenäht. Er hat schon nach wenigen Monaten wieder recht ordentlich funktioniert. Ich habe Gitarre spielen gelernt und konnte/kann alles tun was Andere auch tun. Das einzige Überbleibsel ist ein vermindertes Temperatur-Empfinden am linken Arm. Ich hatte niemals auch die geringsten Schmerzen - was mich selber immer noch verwundert. Alles was daran erinnert ist eine Rundum-Narbe am Obrarm. Ein Wunder was alles möglich ist.

  • Ludmilla am 26.08.2017 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eis?

    Eisgekühlt? Man sollte wissen dass abgetrennte Gliedmaßen nie eisgekühlt aufbewahrt werden sollen. Trocken verpackt und in kaltem Wasser, evtl. mit ein paar Eiswürfel genügt. Eis schädigt das Gewebe, ist also kontraproduktiv.

    • Betroffener am 26.08.2017 18:10 Report Diesen Beitrag melden

      richtig

      da hast du absolut recht.. sauber verpacken.. NICHT kühlen.. schnellstmöglich ins spital mit der verletzten person.

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  • Um Lei Tung am 26.08.2017 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut konzentrieren

    Hoffentlich wurde da nicht Rechts mit Links verwechselt?! Wäre nicht das erste Mal, dass die Halbgötter in Weiss einen Vollbock schiessen. Natürlich ohne rechtliche Folgen!!!

    • pallion am 26.08.2017 21:41 Report Diesen Beitrag melden

      roland

      heute passiert dies sehr sehr selten, mit der neune technik scanning fast nicht mehr möglich

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  • Grüezi am 26.08.2017 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    das ist für mich mal ein sehr Wertvoller Job, liebe Ärzte!

  • Eidgenosse 1977 am 26.08.2017 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Meinen Respekt an das ganze Team, die das möglich machten, tolle Arbeit. Der Patientin alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg, dass sie mit dieser nicht einfachen Situation klarkommt. Schätzen wir unsere Gesundheit, es kann jeden Moment anders sein.